An einem heissen Tag vor unserer Blogpause fing unsere Klimaanlage, eine DeLonghi Pinguino PAC WE125 ECO, plötzlich an laut zu Piepen. Dann zeigte sie die Buchstaben „CF“ auf dem Display an. Unsere erste Reaktion war „Ist etwas kaputt?“ Ein Blick in die Bedienungsanleitung ergab jedoch, dass man den Kalkschutzfilter wechseln müsse. Denn zusätzlich zur Luftkühlung enthält sie einen Wasserkreislauf, der die Kühlleistung verstärkt. Für diesen Kreislauf kann man normales Leitungswasser verwenden. Darum auch der Kalkfilter.


DeLonghi Pinguino PAC WE125 ECO. Quelle: DeLonghi

Wo man Ersatzfilter kaufen kann, war in der Bedienungsanleitung leider nicht vermerkt. Auch eine Webrecherche brachte keine brauchbaren Hinweise. Unser nächster Schritt war, sich an den Händler zu wenden. Doch auch dort war man ziemlich ahnungslos. Per Mail erhielten wir am Tag nach unserer telefonischen Anfrage die Antwort, der Produkte-Manager wisse auch nicht, wo man solche Filter kaufen könne und verwies uns auf den Kundendienst vom Hersteller DeLonghi.

Herausforderung: Neue Kalkschutzfilter beschaffen
Die Webseite von DeLonghi führt einen aber schnell in die Irre. Wenn man dort beim Kundenservice die Produktgruppe „Klimageräte“ auswählt, landet auf einer Liste von Partnerfirmen, die gemäss DeLonghi den entsprechenden Support leisten sollten. Der Anruf bei der ersten Firma ergab nur ein unfreundliches „keine Zeit“, was schon ziemlich irritierend und unfreundlich war.

„Den Kundendienst per Telefon muss DeLonghi dringend verbessern. Antworten wie ‚keine Zeit‘ darf es nicht geben.“ (Archangel von hitzestau)

Erst bei der dritten Firma teilte man uns mit, der Kundendienst der Firma Kenwood sei zuständig für DeLonghi-Produkte in der Schweiz und gab uns eine Telefonnummer. Die führte uns zwar zu Kenwood, wenn auch in eine andere Abteilung. Immerhin war man dort so freundlich, die richtige Artikelnummer (5515110251) herauszusuchen und uns dann mit dem Kundendienst zu verbinden.

„Filter“ sind nicht gleich „Filter“
Aber Achtung, wenn man nur von „Filtern“ spricht, kann es schnell zu Missverständnissen kommen. Es gibt die unterschiedlichsten Bezeichnungen: Beim Kundendienst heissen sie „Regenerationsfilter“, in der Bedienungsanleitung ist von „Kalkschutzfiltern“ die Rede. Und dann gibt es noch Filter für Lufteinlässe, die man ebenfalls nachkaufen kann. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir gleich zwei Stück bestellt.  Am übernächsten Tag waren die beiden neuen Kalkschutzfilter dann auch schon im Briefkasten. Zudem versicherte uns der Kundendienst, wir könnten die Klimaanlage ein paar weitere Tage mit der „CF“-Anzeige im Display laufen lassen, ohne dass etwas kaputt ginge.

„Wenn das CF im Display angezeigt wird, kann man die Klimaanlage ein paar Tage laufen lassen, bis man neue Filter bestellt hat.“ (Monk-Trader von hitzestau)

Kalkschutzfilter wechseln
Der eigentliche Filterwechsel war dann ziemlich einfach. Der Wassertank muss dazu komplett leer sein, da man das Gerät flach auf den Boden legen muss. Damit das Gehäuse nicht verkratzt, haben wir eine weiche Matte untergelegt. Ein bisschen Wasser tritt aber trotzdem aus dem Gerät aus, also sollte man auch ein paar Lappen bereitlegen. Der Kalkschutzfilter ist am Gehäuseboden befestigt. Um an ihn ran zu kommen, muss man nur die schwarze Abdeckung lösen.

Kalkschutzfilter bei DeLonghi Pinguino PAC WE125 ECO wechseln

Um den alten Filter herauszunehmen, muss man nur die Schläuche oben und unten lösen. Aber Achtung, die Anschlüsse dürfen nicht ins Innere des Gehäuses rutschen.

Kalkschutzfilter bei DeLonghi Pinguino PAC WE125 ECO wechseln

Kalkschutzfilter bei DeLonghi Pinguino PAC WE125 ECO wechseln

Auf dem Bild unten sieht man den alten und den neuen Filter nebeneinander. Links ist der verbrauchte Filter, er ist deutlich heller und hat stellenweise blaue Verfärbungen. Es gibt nur einen Weg, den Filter korrekt einzusetzen. Auf der einen Seite hat der Filter eine Spannvorrichtung, die wie eine Schraube aussieht. Diese muss zur Innenseite des Gehäuses gerichtet sein. Zudem hat der Filter wie man auf den Bildern sieht, einen breiten Rand. Dieser muss nach unten ausgerichtet sein.

Kalkschutzfilter bei DeLonghi Pinguino PAC WE125 ECO wechseln

Die beiden Schläuche werden an den Filter angeschlossen und dann wird dieser wieder an seinem Platz im Gehäuseboden positioniert.

Kalkschutzfilter bei DeLonghi Pinguino PAC WE125 ECO wechseln

Am Schluss wird die schwarze Abdeckung wieder montiert. Dann kann man die Klimaanlage wieder aufrichten.

Wieder in Betrieb nehmen
Zuerst muss man den Wassertank wieder voll füllen. Gemäss Bedienungsanleitung empfiehlt DeLonghi eine Stunde zu warten, bevor man das Gerät wieder einschaltet. Nach dem Einschalten kann die Klimaanlage einen rechten Lärm machen, was uns sehr verunsichert hat. Haben wir den Filter korrekt montiert? Darum haben wir sie nach rund 30 bangen Sekunden wieder ausgeschaltet und für ein paar Minuten in Ruhe gelassen. Als wir sie dann wieder eingeschaltet haben, war sie schon einiges leiser und hat dann auch ziemlich schnell zu ihrem normalem Betriebsgeräusch zurück gefunden. Sehr wahrscheinlich macht die Pumpe zu anfangs sehr viel Lärm, bis sie genügend Wasser angesaugt hat und durch den trockenen Filter gepresst hat. Durch das Stehenlassen konnte sich der Filter mit Wasser vollsaugen. Sie erkennt aber nicht selbstständig, dass der Filter gewechselt wurde. Um das „CF“ im Display zum Verschwinden zu bringen, muss man für zehn Sekunden die Einschalt-/Standby-Taste gedrückt halten bis ein Piepton ertönt.

Wassertank schnell befüllen
Wenn wir schon beim Thema Befüllen sind. Die DeLonghi ist schon ein kleiner Schluchspecht und an heissen Tagen ist sie sehr durstig. Im Sommer haben wir unsere eigene Technik entwickelt, wie man den Tank sehr schnell befüllen kann, die wir Euch hier kurz zeigen wollen: Wir stecken eine mit normalem Leitungswasser gefüllte PET-Mineralwasserflasche in die Nachfüllöffnung, so dass sich das Wasser sehr schnell in den Tank ergiesst. In der Flasche blubbert es dabei ganz gewaltig. Wenn man die Flasche aufgesteckt hat, kann man sie loslassen, den sie bleibt gerade stehen. Wenn der Tank voll ist, bleibt das Wasser in der Flasche einfach stehen, weil der Wasserspiegel von unten die Flasche verschliesst. Wenn man sie dann vorsichtig herauszieht und leicht kippt, kann das restliche Wasser in den Tank fliessen. Anschliessend kann man den Tankdeckel wieder verschliessen. Diese Technik ist um einiges schneller und mit weniger Wasserlachen links und rechts verbunden, als wenn man eine Kanne zum Nachfüllen benutzt, wo ständig Wasser nebenbei plätschert. Arbeitet man zu zweit mit mehreren Flaschen kann man das Nachfüllen noch schneller erledigen.

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Operation gelungen – gemischte Gefühle bleiben zurück
Ihr seht also, das Wechseln des Kalkschutzfilters ist keine komplizierte Angelegenheit. Die grösste Schwierigkeit bei diesem Unterfangen war, überhaupt einen Ersatzfilter zu bekommen. Wir hoffen, Euch mit diesem Post etwas geholfen zu haben, so dass Ihr den Umweg über die Drittfirmen nicht machen müsst. DeLonghi müsste auf Ihrer Webseite deutlich angeben, dass der Kundendienst von Kenwood in der Schweiz zuständig ist. Das Herumtelefonieren bei bei verschiedenen Unternehmen, die zum Teil alles andere als hilfsbereit waren, irritierte doch sehr und liess schon die Frage aufkommen, ob der Entscheid für eine Klimaanlage von DeLonghi wirklich richtig war. Diese negative Erfahrung kann schlussendlich auf den Namen DeLonghi zurückfallen. Die Qualität des Kundendienstes gehört heute auch zu den Entscheidungskriterien, wenn um die Auswahl eines Herstellers geht. In diesem Bereich sollte DeLonghi im eigenen Interesse zügig Verbesserungen einleiten. Wie es um die Service-Qualität eines Unternehmens bestellt ist, merkt man eben erst, wenn man ein Problem hat. So lange alles tadellos funktioniert, ahnt man ja meistens nichts von möglichen Schwierigkeiten.

„Bei Kenwood wurden wir kompetent und freundlich beraten und die Ersatzfilter wurden schnell geliefert.“ (Archangel und Monk-Trader von hitzestau)
 

Aber nach dem Filterwechsel lief unsere „Gloria“ wieder problemlos, beziehungsweise etwas ruhiger und mit besserer Kühlleistung als vorher. Und das war schliesslich die Hauptsache.


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