In den letzten drei Monaten haben wir mit der Samsung Galaxy Camera so einiges erlebt. Beim offiziellen Medientermin von Samsung am Zürcher Flughafen hatte alles angefangen. Der erste Testtag führte Archangel unter den Rumpf eines A380 und endete in der nächtlichen Beleuchtung der Basler Innenstadt. Spontane Eindrücke und viele Testbilder hat Archangel in seinem ersten Bericht zusammengefasst. Der erste Eindruck war gut, aber es ist uns von hitzestau ein Anliegen, Geräte über einen längeren Zeitraum zu benutzen und in unterschiedlichen Situationen ausprobieren. Daher waren wir sehr gespannt herauszufinden, wie sich die Kamera über einen längeren Zeitraum bewährt.

Fotoapparat mit Android-Betriebssystem
Werfen wir zu Beginn nochmal einen kurzen Blick auf das Gerät.



Quelle: samsung.com

Von vorne sieht sie aus wie eine normale Kompaktkamera, das weisse Gehäuse von unserem Testgerät macht einen edlen und hochwertigen Eindruck. Anstelle von Knöpfen hat die Kamera auf der Rückseite ein 4,8 Zoll grosses Touchdisplay, wie man es von Smartphones her kennt. Mit dem Smartphone-Vergleich, der uns später nochmals begegnen wird, liegt man gar nicht so falsch: Die Galaxy Camera läuft auf dem Handy-OS Android Jelly Bean 4.1 und lässt sich wie ein Telefon bedienen. Ausgeliefert wurde die Kamera im Dezember 2012 mit der Version 4.1.1, unterdessen ist das Update 4.1.2 verfügbar. Zudem kann sie immer online sein, da sie mit WLAN und 3G ausgestattet ist. Neben der vorinstallierten Kamera-App lassen sie alle Android-Apps zur Bildbearbeitung installieren, dem Funktionsumfang der Kamera sind also innerhalb der Android-Welt keine Grenzen gesetzt. Um Bilder online zu speichern oder zu teilen, lassen sich Dienste wie Twitter, Facebook oder Dropbox installieren. Die Samsung Galaxy Camera ist also mehr als die meisten herkömmlichen Fotoapparat: Dank der Android-Basis kann der Nutzer selber den Funktionsumfang bestimmen und mit der Anbindung an Social Networks ist man mitten drin im virtuellen Freundeskreis.

Foto-Ausflug in der Dämmerung
Aber erst mal genug mit Funktionsbeschrieben. Uns interessiert vor allem, was die Galaxy Camera für Bilder liefert. Schon am Abend nach dem Besuch auf der Zürcher Flughafen war uns aufgefallen, dass sie auch bei Dämmerung und Dunkelheit in der Stadt recht eindrückliche Stimmungsbilder liefert. Da das klassische Fotowetter mit blauem Himmel und Sonnenschein im Dezember eher Mangelware war, sind wir eines Nachtmittags kurz vor dem Eindunkeln ins Gewerbegebiet beim Autobahnzoll in Richtung Frankreich gegangen. Nicht gerade die typische Touristengegend, aber gut geeignet für einen Test bei Dämmerung. Schliesslich wollten wir die Kamera ausprobieren und nicht ewig auf schönes Wetter warten.

Passend zur Dämmerung haben wir das Motivprogramm „Nachtmodus“ gewählt. Als technische Information möchten wir noch vorausschicken, dass die Kamera hierbei alle Einstellungen von Belichtungsdauer bis hin zu ISO vollautomatisch regelt. Zudem macht sie mit einem Druck auf den Auslöser mehrere Aufnahmen, die sie dann intern zu einem fertigen Bild kombiniert. Für die folgenden Impressionen haben wir voll und ganz auf die Kamerasoftware vertraut. Recht gut geht die Galaxy Camera mit einer Mischung von Kunstlicht und Dämmerung um, wie bei diesem Schnappschuss am Hintereingang eines Lagerhauses.

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Wir wohnen zwar beide schon lange in Basel, aber bei einem Kameratest kann man immer noch neue Strassen entdecken…

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Die Farbkontraste sind zwar ein tolles Motiv, aber irgendwie wurde es uns auch etwas mulmig in dieser Gegend… Zurück auf der Hauptstrasse war schon uns schon wieder etwas wohler.

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Mit einem Blick zurück in den Nachthimmel von Basel sind wir in belebtere Gegenden weiter gezogen.

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Nächtliche Strassenszenen mit wie hier mit dem fahrenden Tram gelingen auch aus der freien Hand noch recht gut.

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Der Bildstabilisator leistet hierbei ganze Arbeit. Was allerdings auffällt ist, dass die Kamera die Tendenz hat, die Bilder heller darzustellen, als es effektiv ist. Grade in Verbindung mit dem Nachtmodus macht uns die Galaxy Camera auch bei wenig Tageslicht eine Menge Spass.

Zurück am PC
Zu Hause angekommen, haben wir uns die Bilder natürlich auch gleich am PC angeschaut. Unterwegs ist aber auch das grosse Display schon recht gut, um die Aufnahmen anzuschauen. Zum Bilder von der Kamera auf den PC zu bekommen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten geht es mit dem mitgelieferten USB-Kabel. Unsere Nachtbilder haben wir in Adobe Lightroom importiert. Wer wie wir als Tester mehr herausfinden will, wie die Automatik der Kamera arbeitet, wird zumindest im „Nachtmodus“ enttäuscht. Metainformationen wie Belichtungszeit oder ISO werden nicht angezeigt. Vermutlich liegt das daran, dass die Kamera in diesem Modus wie oben bereits erklärt mehrere Aufnahmen zu einem Bild zusammenfügt. Eine kurze Gegenprobe mit anderen Motivprogrammen ergab, dass dort die Informationen anzeigt werden.

Kamera-App: Alles Einstellungssache
Vor unserem Fotoausflug haben wir uns natürlich die Kamera-App näher angeschaut. Hier werden alle Einstellungen gemacht, wenn es ums Fotografieren geht – also von der Wahl des vollautomatischen Modus über Motivprogramme bis hin zur manuellen Belichtungskorrektur. Wir möchten Euch nun diese App näher vorstellen. Für diejenigen unter Euch, die mit Android nicht so vertraut sind, beginnen wir am besten mit dem Startscreen der Kamera.

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Mit einem Klick auf das Kamera-Symbol gelang man zum Hauptmenü der Kamera-App.

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Wenn man in der Kamera-App ist, sieht man auf dem Display gleichzeitg immer das Bild, welches man aktuell fotografiert. Das oberste Icon ist der Vollautomatik-Modus. Hierbei wählt die Kamera automatisch für jedes Bild die geeigneten Einstellungen aus. Wenn man einfach drauflos fotografieren will und sich nicht mit ständigen Anpassungen aufhalten will, ist dies sicher die beste Einstellung, die man wählen kann. Der Smart-Modus führt zu den zahlreichen Motivprogrammen. Die Samsung Galaxy Camera bietet seit dem Update auf 4.1.2 insgesamt 19 verschiedene Programme (vor dem Update waren es 15) für die unterschiedlichsten Aufnahmesituationen an. Wie weit das Sinn macht, muss jeder selber entscheiden. So gibt es zwar ein Programm „Landschaft“, aber keines für Aufnahmen in der Stadt. Die Motivprogramme kann man sich zum Durchblättern anzeigen lassen oder in einer übersichtlichen Kachel-Ansicht.

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Was uns sehr gut gefällt an der Kamera-App, sind die jeweils eingeblendeten kurzen Erklärungen zu den einzelnen Einstellungen, wie man sie beispielsweise oben auf dem Screenshot zum „Nachtmodus“ sehen kann.

Vom Hauptmenü aus kann man neben dem Smart-Modus auch den Experten-Modus wählen. Hier findet man manuelle Einstellungsmöglichkeiten und Standard-Programme wie die Zeitautomatik, bei der man die Blende auswählen kann. Auch hier gibt es jeweils kurze Erklärungen.

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Passend zeigt die Kamera-App im Experten-Modus ein Objektiv, das an die Spiegelreflex-Fotografie erinnern soll. Insgesamt lassen sich hier ISO, Helligkeit, Blende und Belichtungszeit einstellen. Wie sehr sich die Bedienung via Display bewährt, wenn man schnell zwischen einzelnen Aufnahmen Einstellungen anpassen will, muss uns die Kamera noch zeigen.

Dazu berichten wir Euch mehr im zweiten Teil unserer kleinen Serie über die Samsung Galaxy Camera – abonniert doch unseren RSS-Feed oder folgt @hitzestau auf Twitter, um den nächsten Bericht nicht zu verpassen.

Die unbearbeiteten Original-Bilder könnt hier Ihr herunterladen: .zip

Mehr Infos zur Kamera
Technische Spezifikationen auf der Samsung-Webseite

Serie Samsung Galaxy Camera im Langzeittest
Samsung Galaxy Camera im Langzeittest (Teil 1)
Samsung Galaxy Camera im Langzeittest (Teil 2)
Samsung Galaxy Camera im Langzeittest (Teil 3)


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