An die Stelle von Kompakt-Stereoanlage und CD treten heute Wi-Fi- und Smart-Lautsprecher, die vom Mobilgerät aus mit Musik versorgt werden. Hier hat man Musik-Dienste abonniert und Playlists und Favorites erstellt – also warum dies nicht auch für den Wohnbereich, die Küche, das Schlafzimmer oder auch ein Wartezimmer einer Praxis nutzen?

Aus der Kategorie Wi-Fi-Lautsprecher haben wir uns die Modelle VL550 und VL350 von Samsung angehört. Sie unterscheiden sich in der Grösse und damit auch im Klangbild. Aufstellen, Einrichten, Bedienung und das Zuspielen von Musik sind bei beiden Geräten jedoch identisch.


Quelle: Samsung

Gerät und Bedienung

Im Gegensatz zu vielen Smart-Lautsprechern mit integrierten Digital-Assistenten, setzt Samsung nicht auf ein rundes Design, sondern verpackt die Lautsprecher in ein schlankes eckiges Gehäuse mit nur sieben Zentimetern Tiefe. Die Seitenkanten sind mit einer Holz-Maserung versehen.

Samsung bietet den VL550 und den VL350 in je einer dunklen und einer hellen Variante an. Hier der VL550 im dunklen Design:

Und so präsentiert sich der kleinere VL350 in der hellen Variante:


Quelle: Samsung

Die Anschlüsse für Strom (mit externem Netzteil) und LAN befinden sich hinter einer runden Abdeckung auf der Rückseite.


Quelle: Samsung


Quelle: Samsung

Hervorstehende Bedienungselemente gibt es keine, die Tasten sind auf der Oberkante und an der rechten Seite eben ins Gehäusedesign integriert. In der oberen rechte Ecke ist zudem eine farbige LED-Anzeige untergebracht.

Mit dem Touch-Dial lässt sich die Lautstärke direkt am Lautsprecher regeln, die Taste in der Mitte dient zur Unterbrechung oder Fortsetzung der Wiedergabe.


Quelle: Samsung

Auf der Seite befinden sich die Tasten für Bluetooth, WLAN-Verbindung und AUX.


Quelle: Samsung

Wenn man Musik hört, dient das Smartphone auch als Fernbedienung um zum Beispiel von einem Song zum nächsten zu springen. Der heimliche Star was die Bedienung angeht, ist die sogenannte Moving Dial Control. Sie ist ein Drehregler, man kann sie neben sich aufs Sofa oder auf den Tisch legen. Da sie magnetisch ist, haftet sie auf jeder metallischem Oberfläche.


Quelle: Samsung

Mit einem Dreh kann man mit ihr die Lautstärke fein abgestuft regeln. Zu den anderen Funktionen gehören:

  • Ein Klick in der Mitte: Wiedergabe / Pause
  • Zwei Klicks in der Mitte: Zum nächsten Song springen
  • Drei Klicks in der Mitte: Zurück zum vorherigen Song springen
  • Zwei Sekunden drücken: Sprachsteuerung aktivieren

Sie muss zu Anfang mit dem Lautsprecher gekoppelt werden. Geladen wird sie via ein Micro-USB Kabel, das leider nicht im Lieferumfang dabei ist.


Quelle: Samsung

Die integrierten Mikrophone auf der Oberseite dienen der Steuerung per Sprachbefehle. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Musik vom Smartphone zum Lautsprecher via Bluetooth gestreamt wird. Bei unserem Test in Verbindung mit einem iPhone XS Max und dem Galaxy Note9 hat die Sprachsteuerung immer Probleme gehabt, uns überhaupt richtig zu verstehen. Zudem war das Timing oft unklar, also wann man überhaupt sprechen sollte. Zudem kam es sogar zu Verbindungsabbrüchen beim Bluetooth. Die Steuerung mit den digitalen Sprachassistenten auf den Smartphones selbst hat hingegen funktioniert.

Musik zuspielen und Klang

Von der Handhabung sind der VL550 und der VL350 ganz umkompliziert – einfach via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und Musik abspielen. Hier unterscheidet er sich im Handling nicht gross von einem kabellosen Headsets.

Insgesamt gibt es drei Wege, den Lautsprecher mit Musik zu bespielen: Bluetooth, WLAN und die AUX-Buchse auf der Rückseite, an der man Geräte via Cinch-Kabel anschliessen kann. Standard-Protokolle wie AirPlay oder DLNA beherrscht er nicht, Spotify Connect hingegen schon.

Um den Lautsprecher via WLAN zu nutzen, kommt deshalb die SmartThings App von Samsung zum Zuge: In ihr sind Dienste wie TuneIn und Deezer integriert, so dass einem alle dort angebotenen Radiostationen und Songs zur Verfügung stehen. Die Apps der Dienste fungieren dann innerhalb der SmartThings App sozusagen als Fernbedienung, die Musik wird jedoch direkt vom Netz auf den Lautsprecher gestreamt.

Damit die beiden Lautsprecher zeigen können was akustisch in ihnen steckt, muss man sich mit dem Thema Equalizer auseinander setzen. Denn ohne irgendwelche Einstellungen geben sie ein eher dumpfes und basslastiges Klangbild ab – davon darf sich zu Anfangs nicht erschrecken lassen. Je nachdem wie man den Lautsprecher nun bespielt, greifen bis zu drei Equalizer in das Klangbild ein, nämlich derjenige vom Betriebssystem des Smartphones, der von der jeweiligen Musik-App und als dritter der Equalizer in der SmartThings App.

In dem Wirrwarr von Musik-Apps und Equalizern den Durchblick zu behalten, fällt im ersten Moment nicht so leicht. Für unseren Test haben wir das Klangbild immer so eingestellt, wie es unserem persönlichen Geschmack entspricht – unabhängig davon, ob wir die Musik via Bluetooth, WLAN oder Spotify Connect gestreamt haben. Hilfreich für uns beim Einstellen des Equalizers waren diese Beiträge auf duophonic.de und productionadvice.co.uk, da sie Anhaltspunkte geben, welche Bedeutung den einzelnen Frequenzbereichen zukommt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass sich der grössere VL550 und der kleinere VL350 im Klangbild unterscheiden. Für uns etwas überraschend ist es der kleinere Lautsprecher, der ein besser abgerundetes Klangerlebnis abliefert. Beide haben jedoch die Tendenz, Bass-Töne zu übersteuern. Zudem gehört klassische Musik weniger zu ihren Stärken, bei Pop-Songs und ähnlichen Musik-Richtungen liefern sie hingegen einen soliden Sound ab. Eine Einschränkung muss man allerdings auch hier noch machen: Bei Songs, die stark auf Kompressor-Effekte setzen, kommen sie relativ schnell an ihre Grenzen. Die Feinheiten in der Musik lassen sich dann nicht mehr heraushören, das Klangbild wirkt unsauber und zerreisst komplett. Ein sehr deutliches Beispiel hierzu ist der Song “Radioactive” von der Band Imagine Dragons.

Was auch eine Rolle spielt, ist der Untergrund auf dem der Lautsprecher steht. Er wirkt immer wie ein Resonanzkörper und hat unweigerlich einen Einfluss auf das Klangbild.

Technische Spezifikationen und Modellvarianten

Im Gehäuse des VL550 stecken insgesamt fünf Lautsprecher, drei grosse mit je 45 Watt und zwei kleinere mit je 10 Watt Leistung. Im VL350 sind zwei Lautsprecher verbaut, einer mit 45 Watt und einer mit 10 Watt.

Beide Modelle sind in je einem dunklen und einem hellen Gehäuse-Design verfügbar. Sie wurden zusammen mit dem Audiogeräte-Hersteller AKG entwickelt, der zum Samsung-Konzern gehört.


Quelle: Samsung

  • Sound-Aufbereitung: 32 bit Upscaling (UHQ – Ultra High Quality) / Distortion Cancelling-Technologie
  • Konnektivität: WLAN (2,4/5 GHz) / LAN / Samsung Connect / Bluetooth / AUX 3,5 mm
  • Steuerung via: Android / iOS
  • Abmessung / Gewicht (VL550): 522,0 x 211,5 x 70,0 mm / 4,6 Kg
  • Abmessung / Gewicht (VL350): 210,0 x 211,5 x 70,0 mm / 2,1 Kg
  • Lautsprecher (VL550): 3 x 45 W / 2 x 10 W
  • Lautsprecher (VL350): 1 x 45 W / 1 x 10 W

Fazit

Zum Musik hören im Alltag machen beide Lautsprecher recht viel Spass, wobei rein akustisch gesprochen, uns der kleinere VL350 den besseren Eindruck gemacht hat. Schön wäre es, wenn gerade der mittlere Frequenzbereich schon ohne das Einstellen mittels Equalizer klarer wiedergegeben würde.

Bezüglich dem Zuspielen von Musik ist die direkte Koppelung via Bluetooth die einfachste Variante. Beim Thema WLAN vermissen wir schmerzlich Standard-Protokolle wie AirPlay oder DLNA, sie würden mehr Flexibilität erlauben. Die Lösung von Samsung mit der SmartThings-App ist etwas unbefriedigend. TuneIn und Deezer sind zwar integriert, andere Musik-Dienste wie Apple Music oder Tidal – und es gibt noch einige mehr – lassen sich hingegen nicht via WLAN nutzen, da die entsprechenden Protokolle fehlen. Hier scheint das Konzept nicht ganz zu Ende gedacht zu sein.

Gut gelungen wiederum ist die Regelung der Lautstärke mit der Moving Dial, die zudem magnetisch an jeder metallischen Oberfläche haftet. Anstatt der Ladung via Kabel wäre es auch eine schöne Idee, den Drehregler via Induktion direkt auf dem Lautsprecher aufzuladen, dann könnte man nämlich auch das Smartphone so aufladen. Die Sprachsteuerung hat noch Verbesserungs-Potential, auch ein expliziter Ausschalt-Knopf wäre eine willkommene Ergänzung bei einem Nachfolgemodell. Aktuell ist es so, dass der Lautsprecher bei Nichtbenutzung nach einer gewissen Zeit in den Standby-Modus geht.


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