Da steht er nun bei uns auf dem Schreibtisch – der neue MacBook Pro mit 15-Zoll Display, Baujahr 2016.

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15″ MacBook Pro. Quelle: Apple

Wir versuchen uns hier so unvoreingenommen wie möglich an ihn heranzutasten. Die Notebooks von Apple sind immer ein bisschen von einer Aura des Besonderen umgeben, auch wenn die Schachtel spartanischer geworden ist als früher.

Wenn man ihn zum ersten Mal aus der Schachtel nimmt und aufklappt, fallen einem sofort ein paar Dinge ins Auge: Einen Powerknopf sucht man vergeblich, das Gerät fährt beim Aufklappen sofort selber hoch und startet das Setup. Der Notebook ist extrem schlank und flach, kein Vergleich zu früheren Modell-Generationen. Das Trackpad ist dafür auf die doppelte Grösse angewachsen – und genau, der Apple-typische Klang beim Einschalten ist verstummt.

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15″ MacBook Pro. Quelle: Apple

Im ersten Teil unseres Reviews stellen wir die Hardware vor, im zweiten Teil gehen wir dann auf unsere Benutzungserfahrungen ein. Unser Testgerät ist ein MacBook Pro 15 Zoll mit folgenden Spezifikationen: 2.7 GHz Intel Core i7 / 512 GB SSD / Radeon Pro 455 mit 2 GB

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15″ MacBook Pro. Quelle: Apple

Gehäuse und Verarbeitung

Gegenüber dem Vorgänger aus dem Frühjahr 2015, hat Apple für den neuen MacBook Pro ein rundum neues Gehäuse im bekannten Stil entwickelt. Das Gehäuse ist wie man es von MacBook Pros seit Jahren kennt, komplett aus Aluminium gefertigt. Aber ist massiv schlanker geworden, das Display ist mit 15.4-Zoll gleich gross geblieben, die Abmessungen des gesamten Gerätes ist jedoch geschrumpft. Brachte es er der MacBook Pro 2015 noch auf etwas über zwei Kilogramm Gewicht und eine Dicke von 1.8 cm, bringt der neue MacBook Pro nur 1.83 Kilo auf die Waage und ist nur noch 1.55 cm dick.

Wenn man das Gerät im Profil anschaut, merkt man wie dünn das Display geworden ist. Was etwas schade ist, ist dass der Apple auf der Rückseite nicht mehr leuchtet, sondern nur noch silbrig verspiegelt ist.

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15″ MacBook Pro. Quelle: Apple

An der linken und rechten Unterkante fallen die Lüftungsschlitze durch sehr scharfe Kanten etwas unangenehm auf, dasselbe gilt auch für die vordere Kante: sie könnte ruhig etwas mehr abgerundet sein, man spürt sie deutlich, wenn man beim Schreiben die Handauflage benutzt oder länger mit dem Trackpad arbeitet. Das Scharnier des Display hält das Display immer im eingestellten Winkel, das einhändige Aufklappen des Geräts klappt allerdings wenig gut.

Erhältlich ist der MacBook Pro in zwei Farben, dem klassischen Silber sowie neu auch in Space Grey.

Tastatur und Trackpad

Wer bisher ältere MacBook Pro Modelle benutzt hat, muss sich bei der Tastatur umgewöhnen. Die Tasten zeichnen sich durch einen sehr geringen Hub aus und vermitteln ein knackiges und präzises Schreibgefühl. Verantwortlich dafür ist ein so genannter Butterfly-Mechanismus. Die einzelnen Tasten sind nicht flach, sondern haben eine ganz leichte Vertiefung in der Mitte, dadurch trifft man beim Schreiben jede Taste optimal

„Auf ihr kann man echt schnell schreiben und ich vertippe mich sogar weniger oft als sonst.“ (Archangel von hitzestau.com)

Zudem ist jede Taste einzeln hintergrundbeleuchtet, nur ganz wenig Licht scheint neben den Tasten hervor. Allerdings hat der Mechanismus einen ziemlich scharfen Klang, wie eine Schere die sehr schnell auf und zu gemacht wird. Dies nimmt man dann als lau wahr. Man tut gut daran, dass eigene Tippverhalten etwas anzupassen und nicht mehr so fest auf die Tasten zu drücken.

Beim Force Touch Trackpad fällt einem sofort die Grösse auf – gegenüber dem Vorgänger ist es rund doppelt so gross wie vorher. Das Trackpad vermittelt immer noch das Apple-typische flüssige Gefühl beim Arbeiten – darauf werden wir im zweiten Teil unseres Reviews näher eingehen. Befürchtungen wie man würde es beim Schreiben auf der Tastatur ständig mit den Handballen berühren, haben sich bei uns nicht bewahrheitet.

„Das Trackpad ist das beste und angenehmste, was ich je benutzt habe.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Als Force Touch-Trackpad erkennt es verschiedene Druckstärken, was zum Beispiel beim Markieren und Verschieben von Dateien zum Einsatz kommt. Das braucht etwas Übung am Anfang.

Display

Das Retina-Display gehört ohne Zweifel zu den Highlights des Macbook Pro. Schriften werden gestochen scharf dargestellt und die Farben sind sehr leuchtend und kräftig. Helligkeit und Kontrast wurden gemäss Angaben von Apple gegenüber früheren Modellen verbessert. Der dargestellte Farbraum entspricht dem P3-Standard, der bei Apple schon in den Displays der neusten iPhone- und oPad-Generation sowie bei den iMacs eingesetzt wird. Es verfügt über eine Diagonale von 15.4 Zoll bei einem Seitenverhältnis von 16:10. Es ist somit gleich gross wie beim Vorgänger, auch wenn das Gehäuse von links nach rechts rund einen Zentimeter weniger breit ist.

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15″ MacBook Pro. Quelle: Apple

Touch Bar und Touch-ID

Die Touch Bar ist ein neues Bedienungselement, sie befindet sich oberhalb der Tastatur, wo früher die Funktionstasten angesiedelt waren.

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Touch Bar MacBook Pro. Quelle: Apple

Sie ersetzt nicht einfach die Funktionstasten, die Touch Bar passt sich immer an die Applikation an, die man gerade verwendet. Rechts befindet sich der so genannte Control Strip, der immer vier Funktionen anzeigt. Links wird immer ESC oder eine ähnliche passende Funktion beispielsweise DONE dargestellt. Mit dem Pfeil lassen sich die Icons der Touch Bar über die ganze Breite ausklappen.

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Quelle: Apple

Die Touch Bar lässt sich individuell konfigurieren, allerdings hat Apple dies in den Einstellungen etwas (zu gut) versteckt, man findet das Konfigurationsmenü unter den Einstellungen für die Tastatur. Per Drag-and-Drop lassen sich die einzelnen Buttons austauschen.

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Quelle: Screenshot apple.com

Abgesehen von Standard-Funktionen der System-Steuerung nutzen die einzelnen Apps die Touch Bar sehr unterschiedlich. Zum Zeitpunkt unseres Testes (Dezember 2016 / Januar2017) waren dies die meisten Apple-eigenen Apps und Adobe Photoshop. Andere Hersteller haben ebenfalls Updates mit Touch Bar-Unterstützung angekündigt.

So unterschiedlich kann sich die Touch Bar präsentieren, mit einem Druck auf die FN-Taste auf der Tastatur kann man die klassischen Funktionstasten (F1 – F12) aufrufen:

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Quelle: Screenshot apple.com

Im Gegensatz zu Display oder Tastatur, ist eine Anpassung der Helligkeit der Touch Bar ist nicht möglich. Bekannte Apple-Technologien wie Force Touch oder Force Feedback sind nicht integriert. Ganz rechts hingegen befindet sich die Taste für Touch ID. Sie lässt sich wie eine klassische Taste hinunterdrücken und ersetzt den Knopf zum Ein- und Ausschalten des Notebooks. Mit dem Fingerprint-Reader ermöglicht sie ein paar neue Funktionen, wie beispielsweise den Login in den Benutzer-Account, das Bezahlen mit Apple Pay oder den Wechsel zwischen Benutzer-Accounts auf dem Gerät.

Einen ersten Eindruck von der Touch Bar, bekommt Ihr auch in diesem kurzen offiziellen Video von Apple:

Konnektivität

Was Schnittstellen angeht, hat Apple einen harten Schnitt gemacht: Der MacBook Pro verfügt – ausser dem Kopfhöreranschluss – nur noch über USB-C / Thunderbolt 3-Anschlüsse. Auch einen dedizierten Stromanschluss mit MagSafe sucht man vergeblich, aufladen kann man den Notebook über jeden der vier Anschlüsse.

Die Anschlüsse entsprechen alle dem USB-C-Standard, je nach Modell ist jedoch die maximale Datenübertragungsgeschwindigkeit der einzelnen Schnittstellen unterschiedlich. Beim MacPro 15″ sind alle vier Anschlüsse gleich leistungsstark.

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15″ MacBook Pro. Quelle: Apple

Zudem verfügt der MacBook Pro über WLAN und Bluetooth. Das mitgelieferte Netzteil bringt es auf 87 Watt Leistung. Wie bei Apple aktuell üblich, wird das Netzteil direkt in die Steckdose gesteckt. Dann manchen sich die rund 300 Gramm Gewicht unangenehm bemerkbar.

Lautsprecher

Links und rechts vom Trackpad sind die Lautsprecher untergebracht. Sie liefern ein gutes Klangbild. Uns ist aufgefallen, dass sich das Klangbild sofort verändert, wenn man die Hände auf die Handauflage abstützt, um auf der Tastatur zu schreiben. Das ist ziemlich irritierend und auch störend. Zudem spürt man dann auch, wie das ganze Gerät vibriert. Um Musik zu hören, haben wir vorzugsweise einen Kopfhörer benutzt, der 3.5mm Klinkenstecker befindet sich auf der rechten Seite beim MacBook Pro.

Technische Spezifikationen

Hier haben wir die wichtigsten Angaben zum 15-Zoll Modell zusammengestellt.

  • Abmessungen (H x B x T): 1,55 x 34,93 x 24,07 cm
  • Gewicht: 1,83 kg
  • Farben: Silber oder Space Grau
  • Display: 15,4″ Diagonale / 16:10 / 2880 x 1800 Pixel / 220 ppi / IPS mit LED Hintergrund-Beleuchtung
  • Display-Helligkeit: 500 Nits
  • Display-Farbraum: P3
  • Arbeitsspeicher: 16 GB 2133 MHz LPDDR3
  • Prozessor: 2,6 GHz Quad‑Core Intel Core i7 (Turbo Boost bis zu 3,5 GHz) / 6 MB L3 Cache / andere Ausstattungs-Varianten verfügbar
  • Grafikkarte: Radeon Pro 450 mit 2 GB Speicher / andere Ausstattungs-Varianten verfügbar
  • Speicher: 256 GB SSD auf PCIe Basis / andere Ausstattungs-Varianten verfügbar
  • Schnittstellen: 4x USB-C Thunderbolt 3 / 3,5 mm Kopfhöreranschluss
  • WLAN: 802.11ac / IEEE 802.11a/b/g/n
  • Bluetooth: 4.2
  • Kamera: 720p FaceTime HD Kamera
  • Akku: Lithium-Polymer
  • Betriebssystem: Auslieferung mit macOS Sierra (10.12)

Apple MacBook Pro Line-Up

Neben dem MacBook Pro mit 15-Zoll Display und Touch Bar gibt es den 13-Zöller ebenfalls mit Touch Bar sowie in einer Ausführung ohne die Touch Bar. Die 13-Zoll Modelle verfügen alle über keine dedizierte Grafikkarte, zudem gibt es Unterschiede bei der Anzahl und Leistung der USB-C Anschlüsse.


MacBook Pro Line-up 2016. Quelle: Apple

Ausblick

Hier haben wir das Gerät vorgestellt – was wir alle damit gemacht haben und wie es sich in unserem Test geschlagen hat, erfahrt in unserem nächsten Beitrag, dem Erfahrungsbericht.


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