Bei PCGH sind wir gestern Abend auf einen Artikel über eine Umtauschaktion für so genannte „Killerspiele“ gestossen. Von einer Gruppierung, die sich „Violent Videogames Return Program“ nennt, wird in den USA am 12. Januar eine Aktion organisiert, bei der man Computerspiele gegen Gutscheine im Wert von 25 Dollar tauschen kann.

Mit der Umtausch-Aktion an sich sind wir nicht einverstanden. Vor allem ist sie ein gewaltiges Eigentor für alle Spieler. Jedes abgegebene Spiel wird ja quasi von einem Spieler selber mit dem Etikett „Killerspiel“ versehen. Also lässt sich wunderbar aus allen umgetauschten Games eine Liste mit Titeln erstellen, die von Spielern selber als „Killerspiele“ eingestuft werden. Das heisst, sie geben selber zu, was sie spielen. Computerspiele seien zwar an der realen Gewalt nicht Schuld sagen die Initianten, und trotzdem wird mit dieser Aktion und der unkritischen Berichterstattung wie beispielsweise auf PCGH dieses Dogma weiter gepflegt. Und was nutzt die Abgabe von Verpackungen und DVD’s wirklich? Viele Spiele sind heute via Plattformen wie Steam verfügbar, also nutzt es gar nichts, den Datenträger abzugeben. Weiterspielen kann man trotzdem.

junkyard
Hierher gehören gewaltverherrlichende Medien nach Meinung gewisser Leute. Quelle: stock.xchng

Wer bestimmt überhaupt, was ein gewalttätiges Spiel ist und wie viel Gewalt in unserer Unterhaltung wie Games, TV-Serien oder Kinofilmen vorkommen darf? Ein Computerspiel hat noch keinen Menschen getötet, Waffen hingegen schon. Computerspiele sind das Endergebnis einer kreativen Arbeit von Autoren, Grafikern und Programmierern. Diese soll nun dem Scheiterhaufen der Selbstzensur landen und verbrannt werden, weil gewissen Leuten diese Inhalte nicht ins Welt- und Menschenbild passen. Das ist an sich schon bedenklich. Dass sich allerdings die Spieler selber, die ein Game abgeben oder nur kurzsichtig den finanziellen Anreiz sehen, dabei noch instrumentalisieren lassen, ist noch viel schlimmer.


Die Kommentarfunktion ist auf Grund der DSGVO geschlossen!