Autor: Archangel

Seit einiger Zeit haben wir die Möglichkeit bei hitzestau mit einer Spiegelreflexkamera mit Vollformat-Sensor zu fotografieren. Die Kamera ist eine Nikon D610 – und nun ist es höchste Zeit, Euch zu berichten, was wir damit schon alles gemacht haben und was für eine Erfahrung die Vollformat-Fotografie ist.

FX – DX – APS-C… alles klar?

Beginnen wir mit einem kleinen technischen Abstecher: Es hat mich schon länger interessiert herauszufinden, wo genau die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bildsensor-Grössen liegen. Da gibt es einerseits das Vollformat, auch FX genannt, dass sich mit einer Chipgrösse von 36 x 24 mm am klassischen Kleinbildformat orientiert. Dieses kennt man auch von der analogen Fotografie „von früher“ mit Spiegelreflex- oder Kompaktkameras. Für digitale Spiegelreflexkameras mit einem kleineren Sensor gibt es keine standardisierte Bezeichnung, je nach Hersteller sind DX oder APS-C verbreitet. Die Grösse liegt bei rund 22 x 15 mm. Wer sich vertieft mit dem Thema Chipgrösse befassen will, dem empfehle ich die beiden Wikipedia-Artikel zum Thema Vollformatsensor und Advanced Photo System.

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Verschiedene Chip-Grössen bei Spiegelreflexkameras. Quelle: Wikipedia

Erlebnis Vollformat

Ich fotografiere schon seit vielen Jahren mit einer Spiegelreflexkamera. Bei hitzestau konnte ich letztes Jahr mit der Nikon Df schon mal „Vollformat-Luft“ schnuppern. Die Bilder, die Ihr auf unserem Blog in Produktreviews oder in der Projektberichterstattung seht, machen wir meistens mit einer Canon EOS 60D, einer Kamera mit APS-C Sensor. Mir geht es hier nicht darum, eine Marke gegen eine andere auszuspielen, sondern einfach um meine Erfahrungen mit einer Vollformat-Kamera.

„Dieses Bild gehört zu den ersten, die ich mit der D610 gemacht habe. Ich bin einfach mit der Kamera losgezogen um zu fotografieren – auch wenn ich die Bedienung noch gar nicht komplett im Griff hatte.“ (Archangel von hitzestau.com)

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Bildqualität und Bildgestaltung

Die hohe Anzahl der Pixel auf dem Vollformatsensor ist ein grosser Vorteil für uns: Gerade bei der Produktfotografie auf weissem Hintergrund erlaubt uns dies, Bilder mit einem grosszügig bemessenen Rand aufzunehmen. So können wir das Motiv in der Nachbearbeitung im Adobe Lightroom gut ausgraden und anschliessend den Rand wegschneiden. Die Bilder, die wir bisher mit der D610 gemacht haben, überzeugen uns aber auch durch Detailreichtum und Schärfe.

„Die beiden Bilder folgenden Bilder sind noch nicht ganz fertig nachbearbeitet, aber sie geben einen guten Eindruck von unserer Produktfotografie. Schon direkt nach dem Import in Adobe Lightroom haben uns Detailreichtum und Schärfe fast umgehauen.“ (Archangel von hitzestau.com)

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Im Zusammenspiel mit unserer Blitzanlage hat sich eine Belichtungszeit von 1/125 Sekunde als optimal erweisen, auch wenn die D610 laut ihren technischen Spezifikationen eigentlich über eine kürzere Blitzsynchronisations-Zeit verfügt.

„Aber es ist auf jeden Fall toll, solche Nahaufnahmen mit dem Makro ohne Stativ aus freier Hand zu machen. So macht es richtig Spass.“ (Archangel von hitzestau.com)

Mehr Impressionen von unserer laufenden Produktfotografie findet Ihr auch im Beitrag „Fotoshooting Backstage (14): Steinplatte und Badewanne„. In dieser Serie dokumentieren wir schon seit längerem unserem Fotosessions mit Wasserkühlungs-Hardware.

Für die hohe Bildqualität sind aber auch die Objektive mit verantwortlich. FX-Objektive sind häufig mit einer grösseren Lichtstärke, also der maximal möglichen Blendenöffnung, ausgestattet. Dies erlaubt mehr Möglichkeiten bei der Bildgestaltung als mit einem durchschnittlichen DX-Format Objektiv. Mit offener Blende kann man sehr schön Objekte vor einem unscharfen Hintergrund freistellen oder die Schärfe im Motiv sehr genau festlegen, wie man bei diesem Bild mit dem Geländer gut sehen kann:

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Abbildungsqualität und Lichtstärke haben aber auch ihren Preis, das wird einem schnell klar, wenn man über die Produktseiten der Hersteller surft.

Hardware und Handhabung

Abgesehen vom Preis geht es aber auch ums Gewicht – und dies betrifft Objektive genauso wie die Kamera selbst. Eine Vollformat-Kamera ist meistens grösser und auch schwerer als eine DX-Kamera. Das liegt unter anderem an den für das Gehäuse verwendeten Materialien. Aber einen schwereren Kamera-Body verstehe ich überhaupt nicht als Nachteil, sondern eher als Vorteil: Eine grössere Kamera kann ich buchstäblich besser in der Hand halten als eine kleine. Und das Gewicht bringt es mit sich, dass man die Kamera bei Fotografieren ruhiger hält – was sich wiederum positiv auf die Aufnahmen auswirkt.

„Die drei nächsten Bilder habe ich während einer Foto-Tour im Basler Rheinhafen aufgenommen. Zusammen mit dem 24-70mm Zoom meistert die D610 alles von Weitwinkel bis Nahaufnahme.“ (Archangel von hitzestau.com)

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Im Einsatz bei uns

Wir Ihr sicher schon an den oben eingefügten Bildern erkennen könnt: Wir haben die Kamera einerseits für die Studiofotografie für Produktreviews und unsere laufenden PC-Projekte eingesetzt. Hier haben wir mit zwei verschiedenen Objektiven gearbeitet, dass Weitwinkelzoom 24-70mm (f/2.8G ED AF-S NIKKOR) und für Nahaufnahmen das Makroobjektiv 60mm (f/2.8G ED AF-S Micro NIKKOR). Die Outdoor-Aufnahmen an verschiedenen Locations in Basel sind alle mit dem Weitwinkelzoom entstanden.

„Mit einer Vollformat-Kamera zu fotografieren bedeutet für mich zusammengefasst: Kamera und Objektive liegen mit Grösse und Gewicht sehr gut in der Hand. Bei der kreativen Bildgestaltung ist man dank lichtstarken Objektiven und hoher Bildqualität sehr frei. Der Wechsel vom DX-Format zum Vollformat ist für mich definitiv ein Wow-Effekt…“ (Archangel von hitzestau.com)

Ausblick

Mit der Nikon D610 werden wir unter anderem auch die Produktfotos zu unserem neu angelaufenen PC-Projekt „SNOW OWL“ machen. Was mich ebenfalls noch interessiert, sind die Themen Dämmerung und „blaue Stunde“. Auch dafür bin ich dank lichtstarken Objektiven mit der Vollformat-Kamera sicher schon mal gut ausgerüstet.


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