Das Samsung Galaxy Tab S4 kommt mit einigen spannenden Neuerungen und Weiterentwicklungen daher.

Gerät und Haptik

Im Vergleich zum Vorgänger Tab S3 fallen sofort zwei Dinge auf: Der Rahmen ist deutlich schmaler geworden und Samsung setzt beim Display neu auf ein Seitenverhältnis von 16:10. Und auch der klassische Homebutton mit dem Fingerprint-Sensor ist verschwunden. Damit verändert sich auch die Interaktion mit dem Gerät, den zum Entsperren kommen nun Gesicht- und Iris-Scanner zum Zuge. Doch dazu später mehr.

Hier steht ihr das Tab S3 und das Tab S4 nebeneinander im direkten Vergleich:

Galaxy Tab S3 vs. Tab S4. Bildquelle: Samsung / Montage: hitzestau.com

Das ganze Tablet ist sehr schlank. Die Rückseite und die Vorderseite bestehen aus Glas, die mit einem hochwertigen Metallrahmen verbunden sind. Von der Gewichtsverteilung her ist es sehr gut ausbalanciert, man kann es sehr gut im Hoch- wie im Querformat halten.


Quelle: Samsung

”Mit den glatten Oberflächen wirkt das Tablet auf den ersten Blick sehr filigran, aber es ist nicht rutschig und liegt immer gut in der Hand.” (Archangel von hitzestau.com)

Im Rahmen oben sind auch die bekannten Tasten für Power und Lautstärke-Regelung untergebracht. Auffallend sind auch die Connectoren an der unteren Seite. Sie stellen die Verbindung her, wenn man das Tablet ins bereits erwähnte Tastatur-Dock einsetzt. Diese sind gut in den Rahmen eingearbeitet, so dass sie nicht stören, wenn man das Gerät in den Händen hält.


Quelle: Samsung

Auf der rechten Schmalseite sind der Kopfhörer- und der USB-C-Anschluss untergebracht. Im Gegensatz zum Tab S3 ist der USB-C-Abschluss wieder in der Mitte positioniert.

Auf der Rückseite befindet sich die Kamera, die Linse ist leicht umrandet, der Rand steht aber nur ganz leicht hervor.


Quelle: Samsung

Technik

Im Innern des Tab S4 arbeitet ein Qualcomm 835-Prozessor mit acht Kernen. Der Arbeitsspeicher ist mit 4GB genau gleich gross wie beim Tab S3. Als interner Speicher stehen 64 GB zur Verfügung, der mit einer microSD-Karte erweitert werden kann.

  • Chipset: Qualcomm 835 Octa Core (2,35 GHz + 1,9 GHz)
  • Display: 10.5 Zoll (26,72 cm) WQXGA (2.560 x 1.600) Super AMOLED
  • Abmessungen: 249.3 x 164.3 x 7.1 mm
  • Gewicht: 482 g (Wi-Fi) / 483 g (LTE)
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Speicher: 64 GB (mit microSD bis 464 GB)
  • Kamera: 13 MP AF + 8.0 MP
  • Video: 4K (3840 x 2160) 30 fps (Aufnahme), 4K (3840 x 2160) 60 fps (Wiedergabe)
  • WLAN: Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac, Wi-Fi Direct
  • Bluetooth: 5.0
  • Akku: 7300 mAh / Schnellladefunktion
  • Anschlüsse: USB 3.1 (Type-C) / Kopfhöreranschluss 3.5 mm
  • LTE: Cat.16 CA
  • Betriebssystem: Android 8 (Oreo)
  • Samsung Dienste & Apps: Samsung Smart Switch, Samsung Notes, Air Command, Samsung Flow

Die vier Lautsprecher sind paarweise an den beiden Schmalseiten zu finden, sie wurden von Samsung zusammen mit AKG entwickelt und unterstützen Dolby Atmos.

Displayqualität

Das Display hat uns einen sehr guten Eindruck gemacht. Wenn man das Tablet in die Hand nimmt und ein bisschen hin- und herbewegt, fällt sofort auf, dass im Gegensatz zum Tab S3 die Farben viel klarer dargestellt werden und es so gut wie keine Reflexionen aufweist.

Wie bereits gesagt, hat Samsung sich hier wieder für ein 16:10 Seitenverhältnis entschieden, was vor allem beim Schauen von Videos unterwegs vorteilhaft ist. Mit den 10.5 Zoll Display-Diagonale verfügt das Tablet aber auch über ein genügend grosses Display für alle anderen Anwendungen. Die Bildschirmauflösung von 2.560 x 1.600 Pixel liefert bei 288 ppi ein sehr scharfes Bild.

”Was sofort auffällt sind die deutlichen Verbesserungen gegenüber dem Tab S3. Ohne Beschichtung ist das Display viel klarer und es hat viel weniger Spiegelungen und Farbverschiebungen. Das ganze Gerät mach so viel mehr Freude.” (Archangel von hitzestau.com)

Entsperren

Durch das Fehlen des Homebuttons verändert sich die Interaktion mit dem Gerät. Um auf den Homescreen mit allen Apps zurückzukommen, muss man leicht von unten hoch wischen, um die drei Softbuttons auf dem Display anzuzeigen. Diese Geste kennt man ja schon von anderen Android-Geräten her.

Zum Sperren stehen zwei biometrische Varianten bereit, ein Gesichts- und ein Iris-Scanner. Beide lassen sich sehr einfach einrichten. Mit der reinen Gesichtserkennung entsperrt das Tablet sehr schnell. Aktiviert man zusätzlich die Iris-Erkennung erhöht man die Sicherheit. In den Einstellungen heisst diese Kombination “intelligenter Scan”. Das Entsperren kann dann je nach Helligkeit der Umgebung etwas länger gehen. Die Erkennung funktioniert im Hoch- wie im Querformat. Hält man das Tablet quer, muss man aufpassen, dass man am linken Rand nicht den Sensor verdeckt.

”Ein Gesichts- und Iris-Scanner auf einem Tablet war eine neue Erfahrung für mich. Etwas ungewohnt ist, dass wenn man das Tablet quer hält, es etwas nach rechts ausrichten muss, damit die Sensor Gesicht und Iris erfassen können.” (Archangel von hitzestau.com)

Akku und Stromverbrauch

Der Akku ist mit 7300 mAh im Vergleich zum Vorgänger Tab S3 noch etwas grösser geworden. Auch bei recht intensiver Nutzung hat man immer genügend Energiereserve. Mit der integrierten Schnellladung lässt sich das Tablet in rund 3 Stunden wieder voll aufladen.

Um die Akkulaufzeit zu Verlängern, stehen zwei unterschiedliche Energiesparen-Modi in den Einstellungen zur Verfügung.

Anwendungserfahrungen

Das Samsung Galaxy Tab S4 bietet mit seiner Hardware-Ausstattung gute Voraussetzungen für ein vielfältiges Anwender-Erlebnis.

”Für mich ist ein Tablet in erster Linie ein Zweitgerät, d.h. ich benutze es zum Lesen von RSS-Feeds, News und PDF’s, für Recherche-Arbeiten mit Google, oder Notizen erstellen und bearbeiten. Der S Pen ist dabei für mich ein praktisches Werkzeug. Aber auch als E-Reader zum Lesen von E-Books lässt es sich gut einsetzen.“ (Archangel von Hitzestau.com)

Als Betriebssystem ist Android 8.1 “Oreo” installiert und als Oberfläche kommt wieder “Samsung Experience” zum Einsatz, die auch rein optisch zu gefallen weiss. Und wer sich das Tab S4 mit anderen Benutzern teilt, wird die Multiuser-Tauglichkeit zu schätzen wissen.


Quelle: Samsung

Zur bewährten Ausstattung gehört der S Pen. Er ist rund und lässt sich zum Schreiben genau so in der Hand halten wie ein Kugelschreiber. Seine Funktionalitäten sind durch die Note-Reihe bei den Smartphones und dem Tab S3 bestens bekannt. Auch beim Tab S4 kann er mit seiner 0,7 mm dünnen Spitze bis zu 4096 Druckstufen unterscheiden und auf angelegte Winkel reagieren. Er funktioniert ohne Batterie und muss nicht aufgeladen werden.

Mit ihm kann man auf dem Display direkt schreiben und zeichnen, um Notizen und Skizzen zu machen. Samsung hat um den S Pen herum vielfältige Funktionen gepackt: Berührt man mit dem Stift das Display, erscheint das kreisförmige S Pen Menü, welches einem direkten Zugriff auf verschiedene Aktionen gibt.

Es lassen sich sehr einfach Screenshots erstellen und mit Notizen versehen oder einzelne Wörter eines Textes im Browser übersetzen. Das kreisförmige Menü lässt sich nach den eigenen Präferenzen anpassen.

Die Funktion „Off Screen Memo“ erlaubt es zudem, auf dem gesperrten und abgedunkelten Display eine Notiz zu schreiben und diese abzuspeichern, ohne dass man das Tablet entsperren muss. Wenn man eine Zeitlang nicht weiterschreibt, verschwindet die Notiz vom Display, wird aber automatisch im Hintergrund gespeichert. Neu besteht auch die Option, Nachrichten mit handschriftlichen Texten oder Zeichnungen zu animieren.

Das optional erhältliche Bookcover mit integrierter Tastatur gibt dem Tablet einen zusätzlichen Drive in Richtung “Produktivität”. Die Tastatur eignet sich gut zum Schreiben von kurzen Texten.


Quelle: Samsung

Das Cover bietet auch eine Befestigungsmöglichkeit für den S Pen, damit dieser unterwegs nicht verloren geht. Benutzt man das Tablet ohne Cover muss man immer aufpassen, dass man den S Pen nicht verliert.

”Wenn man Tablet und Tastatur aufgeklappt vor sich auf dem Tisch stehen hat, ist es für mich am komfortabelsten, mit dem S Pen auf dem Display zu navigieren. Der Neigungswinkel vom Tablet lässt sich leider nicht anpassen.” (Archangel von hitzestau.com)

Zu einer grössten Neuerungen beim Tab S4 zählt Samsung DeX. Das Konzept wurde mit dem Smartphone Galaxy S8 im Frühjahr 2017 vorgestellt. Damals musste man immer einen externen Monitor ans Gerät anschliessen, um DeX zu aktivieren. Beim Tab S4 funktioniert DeX auch auf dem Gerät selbst, also ohne zusätzlichen Bildschirm.

Was man mit DeX als Anwender alles machen kann, werden wir in einem separaten Beitrag näher anschauen.

Zubehör

Zum Tab S4 liefert Samsung eine umfangreiche Palette an Zubehör, das separat erworben werden kann.

Hier nur zwei weitere Beispiele: Neben dem oben bereits gezeigten Bookcover mit integriertem Keyboard gibt es auch ein einfaches Cover mit integrierter Halterung für den S Pen.


Bookcover Tab S4. Quelle: Samsung

Wenn das Tablet ins Aufladedock POGO gesteckt wird, lassen sich eine Auswahl von Fotos oder Informationen wie die Wettervorhersage anzeigen.


Charging Dock POGO. Quelle: Samsung

Modelle

Das Tab S4 ist in den Farben Ebony Black und Fog Grey erhältlich. Bezüglich Konnektivität kann man zwischen der LTE- und der WiFi-Version wählen. Die Speichergrösse beträgt bei allen Modellen 64 GB. Der S Pen wird jeweils in der passenden Farbe mitgeliefert.

Fazit

Das Samsung Galaxy Tab S4 einfach nur als eine Weiterentwicklung des Vorgängers zu bezeichnen wird ihm nicht ganz gerecht. Es verfügt über ein hervorragendes Display. In Verbindung mit dem unterdessen etablierten Bedienungskonzept des S Pen bietet es ein rundes Tablet-Erlebnis für Gaming, Videos, Surfen und “Produktivität”. Die Verarbeitungsqualität ist tadellos und es zählt zu den aktuell besten Android-Tablets im Markt. Das Bookcover mit integriertem Keyboard hat sich bei unserem Test als sehr praktisch im Alltag erwiesen: es schützt das Tablet unterwegs, umfasst eine Tastatur zum Schreiben von Texten und eine Halterung für den S Pen.

Das letzte Sicherheitsupdate auf unserem Testgerät stammt vom Juni 2018. Es wäre wünschenswert, wenn Samsung hier wie bei den Smartphones auch, auf einen monatlichen Update-Rythmus setzen würde. Ein Update des Betriebsystems auf Android 9 “Pie” ist Berichten zu folge erst für das zweite Quartal 2019 geplant.


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