Für einen Bekannten von uns haben wir vor ein paar Wochen zwei neue Notebooks ausgesucht und inklusive SSD-Einbau und Backup-Lösung benutzerfertig installiert.

Aber erst mal alles der Reihe nach.

Anforderungsprofil
Beginnen wir ganz klassisch mit dem Anforderungsprofil. Die Notebooks sollten für Office-Anwendungen, Surfen und E-Banking eingesetzt werden. Beide Bekannten arbeiteten bis anhin auf älteren Workstations mit Windows XP. Mit der Neuanschaffung sollten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: aktuelle Hardware und ein zeitgemässes Betriebssystem – in diesem Fall Windows 7. Das Ziel war, noch vor dem Verkaufsstart von Windows 8 neue Geräte anzuschaffen, da beide Bekannten wegen der neu gestalteten Benutzeroberfläche nicht auf Windows 8 wechseln wollen. Neue Desktop-Rechner waren keine Option, da die Geräte doch ab und zu mal an einen anderen Ort mitgenommen werden sollten.

Das Anforderungsprofil unseres Bekannten nochmals kurz zusammengefasst:
– Desktop-Ersatz
– Platzsparend
– Einsatz mit Windows 7
– Leistungsreserven, um mit Weiterentwicklung von Programmen mitzuhalten
– Backup-Lösung
– Anschluss von externen Geräten: Monitor, Tastatur, Maus

Dies haben wir in mehr technisch orientierte Anforderungen „übersetzt“:
– Windows 7 64-bit
– Ivy-Bridge Architektur
– Mehr als 4 GB RAM
– Dedizierte Grafikkarte

Evaluation Notebook
Die Auswahl der Geräte hat Mitte Juli stattgefunden. Damals gab es wenig Geräte auf Ivy-Bridge-Basis. Bei der Online-Recherche haben wir uns die Geräte aller grossen Hersteller angesehen. In der Kategorie „Business“ wurden damals zwei Typen von Geräten angeboten: (1) auf Mobilität getrimmt, (2) Desktopersatz mit speziellen Grafikkarten, die für CAD-Arbeiten und Visualisierungen geeignet sind. Die Preisspanne geht hier bis über 5000 Franken. Geräte, die den oben genannten Kriterien entsprechen, werden von den Herstellern in der Kategorie „Gamer“ verkauft. Das war nicht ganz unproblematisch, da unsere Bekannten uns aufgetragen hatten, keine „Gamer-Kiste“ vorzuschlagen. Aber wenn die Hersteller ihre Geräte in solche Kategorien einteilen, mussten wir das halt so hinnehmen. Auch uns war wichtig einen Notebook zu wählen, der nicht im futuristischen Gamer-Look daher kam.

Vermeiden wollten wir auch Geräte, die mit so genannter „Bloatware“ vollgepackt sind. Das sind Softwarepakete und Programme, die auf den Rechnern vorinstalliert sind und sich kaum oder gar nicht entfernen lassen. Dabei handelt es um alle möglichen aus Herstellersicht „nützlichen“ Hilfsprogramme und Hersteller-spezifische Erweiterungen des Betriebssystems. Dass führt dazu, das ständig Programme und Prozess im Hintergrund laufen und die Leistung des Systems schmälern oder den Nutzer beim Arbeiten stören.

Unsere Wahl: Samsung 700G7C
Vorgeschlagen haben wir den Samsung 700G7C, der im Mai 2012 auf den Markt gebracht wurde, da er die Anforderungen am besten erfüllte. Hier ein offizielles Produktebild:


Quelle: samsung.com

Der Samsung 700G7C läuft mit Windows Home Premium 7 64-bit und basiert auf der Ivy Bridge-Architektur, mit der damals noch sehr wenige Notebookmodelle verfügbar waren, die den Anforderungen entsprachen. Weitere Ausstattungsmerkmale sind:
– 16 GB Arbeitsspeicher
– Dedizierte Grafikkarte (nVidia GeForce GTX 675M, 2GB)
– 2 Harddisks (jeweils 750GB)

Die kompletten technischen Spezifikationen findet ihr auf der US-Seite von Samsung, da auf der deutschen oder schweizerischen Webseite das Gerät nicht aufgeführt ist.

Der Notebook verfügt über 2 Harddisks, was für solche Geräte nicht Standard ist. Deshalb haben wir vorgeschlagen, eine HDD durch eine SDD zu ersetzen. Auf der SDD sollten Betriebssystem und die Programme installiert sein, die verbleibende zweite Harddisk ist mit 750 GB gross genug, um Daten aufzunehmen.

Unsere komplette Lösung
Die komplette Offerte umfasste neben den Notebooks noch folgende Komponenten:
– Samsung Notebook 700G7C
– Western Digital My Book Essential Edition, 3TB, USB 3.0/2.0
– Samsung SSD 830Series, 256GB, SATA-3, 2.5 Zoll
– USB 3.0 Hub Exsys EX-1184HMV, 4 Ports
– Microsoft Office Home and Business 2010

Die Notebooks und das Zubehör wurden Anfangs August bestellt. Bei unserem Shop digitec waren gerade noch zwei Notebook lieferbar, danach hätte es eine längere Wartefrist gegeben -:) Hier ein Bild, nachdem die komplette Lieferung eingetroffen war:

Mit der externen Festplatte von Western Digital sollte ein Backup eingerichtet werden und zwar ohne Software eines Drittherstellers, da ja im Windows 7 eine eigene Backup-Funktion integriert ist. Brauchbare USB 3.0-Hubs zu finden, war gar nicht so einfach. Der EX-1184HMV ist zwar fast doppelt so teuer wie andere 3.0-Hubs, überzeugt aber durch sein stabiles Gehäuse und die Möglichkeit, den USB-Stecker auf der Rückseite zu verschrauben. In Reviews wurde bei anderen Hubs immer bemängelt, dass die USB-Stecker leicht herausrutschen würden. Leider haben wir dies nicht explizit fotografiert, deshalb hier ein offizielles Herstellerbild, auf dem man gut sehen kann, dass sich der USB-Stecker auf der Rückseite verschrauben lässt. Auch der Hub selber kann mit Schrauben befestigt werden.


Quelle: exsys.de

Wichtig zu wissen ist zudem, dass das Netzteil mit genügend Strom ausgestattet ist, um alle Ports zu betreiben. Bei vielen 3.0-Hubs sind die Netzteile zu klein dimensioniert, was gerade bei externen Festplatte ohne eigene Stromversorgung zu Problemen führen kann.

Unboxing
Der Samsung 700G7C ist sehr sorgfältig und gut gesichert verpackt. Hier die Bilder vom Auspacken:

 

Nach dem Auspacken war uns schnell klar, dass es sich beim 700G7C nicht um ein Leichtgewicht handelt (3,8 kg, 41 x 28.5 x 4.9cm). Grösse und Gewicht des Notebooks will ich hier aber nicht als Nachteil gelten lassen. Das Ziel war es, einen Desktopersatz zu beschaffen. Mit dem 700G7C ist man natürlich nicht an einen festen Ort gebunden zum Arbeiten, aber wer beispielsweise einen digitalen Begleiter für das tägliche Pendeln sucht, ist sicher mit einem kleineren Gerät oder einem Ultrabook besser bedient. Hier nochmal ein paar Bilder, um einen besseren Eindruck von den Dimensionen des Geräts zu bekommen.

 

Das Gehäuse des NP700G7C macht einen sehr soliden und hochwertigen Eindruck. Über einen Hitzestau im Gerät muss man sich keine Sorgen machen, auf der Rückseite verfügt der Notebook über recht grosse Lüftungsschlitze.

Im Gegensatz zu vielen anderen Notebooks wie beispielsweise dem MacBook Pro ist das Gehäuse beim NP700G7C so konstruiert, dass die Schlitze auch bei geschlossenem Deckel offen sind. Das ist sehr praktisch: Wenn man am Gerät einen externen Monitor anschliessen will und den Notebook selber geschlossen halten will, ist dies somit problemlos machbar.

Umbau HDD/SSD
Der Einbau der SDD ist beim NP700G7C sehr einfach zu bewerkstelligen, da beide HDD durch die Bodenklappe direkt zugänglich sind. Spezielle Werkzeuge sind ebenfalls nicht von Nöten. Die einzelnen Arbeitsschritte haben wir hier dokumentiert:

 

Installation
Bevor man die SDD einbaut, muss man sich zuerst mit der Installation von OS, Programmen und Treibern beschäftigen. Auf der HDD sind diese bei der Lieferung vorinstalliert. Erfreulicherweise übertreibt Samsung es im Gegensatz zu anderen Herstellern mit der Bloatware nicht. Das Windows 7 liegt zudem auf einer DVD bei (Installations-DVD, keine Recovery!). Unser Ziel war es, auf der SDD alle Daten der HDD inklusive der Recovery Partition sozusagen zu duplizieren. Da wir jedoch nicht über die notwendigen System Tools verfügen und SDD und HDD auch nicht gleich gross sind, hat das nicht geklappt.

Um eine gute Performance des Systems zu erreichen, haben wir auf der SDD das Windows 7 und alle Programme installiert. Das Benutzerprofil mit allen persönlichen Daten und Einstellungen befindet sich jedoch auf der HDD. Mit 750 GB ist diese ja gross genug, um viele Daten aufzunehmen. Von sich aus legt Windows 7 das Benutzerprofil auf der Festplatte an, wo es selber installiert wird, in diesem Fall also auf der SSD. Ein nachträgliches Verschieben des Benutzerprofilist nicht ratsam. Dies muss bei der Installation im so genannten Audit Mode getan werden. Auf SevenForums findet Ihr dazu eine gute Anleitung, nach der wir ebenfalls gearbeitet haben.

Normalerweise werden bei einer Windowsinstallation alle systemrelevanten Ordner auf derselben Festplatte angelegt:
C:\Windows
C:\Program Files
C:\Users

Unser Ziel war es, dass der Ordner „Users“, der die Benutzerprofile enthält, auf einer anderen Festplatte angelegt wird. Laufwerk C: ist unseren Fall die SDD, Laufwerk D: steht für die HDD.
C:\Windows
C:\Program Files
D:\Users

So sind wir Schritt für Schritt vorgegangen:
1. Mit Hilfe der Recovery Partition lässt sich eine DVD brennen, auf der sich Treiber und Programme von Samsung befinden.
2. HDD ausbauen und SDD einbauen wie oben beschrieben
3. Mit beiliegender Installations-DVD den Notebook hochfahren und OS installieren
4. Bei der Eingabemaske für Benutzernamen / Computernamen die Tasten Ctrl+Shift+F3 drücken. Dies löst einen automatischen Neustart aus und das System wechselt in den Audit Mode. Jetzt arbeitet man mit einem temporären Administrator-Account. Folgt man den Schritten der oben erwähnten Anleitung, kann man das Benutzerprofil auf der HDD einrichten. Abgeschlossen wird dies mit einem manuellen Neustart.
5. Nach dem Neustart erscheint wieder die Eingabemaske für Benutzernamen / Computernamen. Diese kann man jetzt eingeben und normal mit der Installation fortfahren.
6. Von gebrannter DVD die Programme und Treiber installieren
7. Alle weiteren Anwenderprogramme installieren

Auch wenn wir die Recovery Partition nicht auf der SSD duplizieren konnten, verfügen wir mit der selber gebrannten Disk nach wie vor über alle notwendigen Daten, um das Notebook bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt komplett neu aufzusetzen. Da wir die Original-HDD’s nicht formatiert haben, sind die Daten auch dort noch drauf gespeichert.

Da der Notebook in Kombination mit der SSD so leistungsstark ist, konnten wir auf einem der beiden Geräte noch ein zusätzliches Problem lösen. Um ab und zu mit einer „uralten“ Access-Datenbank arbeiten zu können, die mit der aktuellen Office-Version nicht mehr kompatibel ist, haben wir in einer Virtual Machine ein Windows XP und die entsprechende Office-Version installiert.

Wenn man zur Verwaltung der SSD das Tool „SSD Magician“ von Samsung verwenden will, muss im BIOS der Legacy-Mode eingestellt sein, da das Tool in der Version 3.1 noch nicht mit GPT umgehen kann. Sollte dies eine künftige Versionen können, müsste man die SDD neu formatieren und im BIOS die Einstellungen ändern. (Download hier im Tab Manuals&Downloads)

Einen kleinen Tiefschlag mussten wir dann noch beim Einrichten des Windows Backup erleben. Das Backup sollte täglich zu einer festgelegten Zeit alle Daten auf die externe Western Digital-Festplatte schreiben. Doch erst mal gab’s nur eine Fehlermeldung „Error 0x8078002A“. Eine Online-Recherche ergab dann folgendes: Im Auslieferungszustand verstehen sich WD-HDD und Windows Backup nicht, das hat unter anderem mit unterschiedlichen Blockgrössen (512 / 4096 Byte) und der Gesamtgrösse der HDD zu tun. Windows hat Probleme mit Festplatten über 2 TB.

Die Lösung: Die Firmware muss aktualisiert werden, anschliessend kann man die HDD neu formatieren. Dazu muss man das Tool Quick Formatter for Windows von WD verwenden. (Hier der Link zum WD-Support). Den entscheidenden Hinweis hat uns diesen Blogbeitrag (Link wegen Hinweis auf Malware entfernt, 18.11.2013) geliefert. Danach kann man die komplette Festplatte fürs Backup nutzen.

Fazit
Unsere Bekannten arbeiten jetzt schon seit ein paar Wochen mit den Geräten und sind durchwegs sehr zufrieden. So können wir mit gutem Gewissen sagen, dass der Samsung NP700G7C für sie eine gute Wahl war. Etwas mehr Mühe bereitet natürlich der Umstieg von Windows XP auf Windows 7 und die neuste Office-Version. Der Notebook übertrifft die Erwartungen. Die Kombination SSD / HDD hat sich bewährt, da so die „Handbremse“ einer herkömmlichen System-Festplatte beseitigt wurde. Wir würden uns wünschen, wenn Samsung das Kraftpaket direkt mit dieser Kombination ausliefern würde.

Besonders gut gefallen haben uns:

  • Beleuchtete Tastatur
  • Solide Verarbeitung des gesamten Geräts
  • Problemloses Arbeiten mit externem Bildschirm bei geschlossenem Deckel
  • 2 HDD bzw. einfacher Austausch gegen SDD
  • Gutes Display, Glossy ist nicht zu intensiv oder störend
  • Display ist 120 Hz-tauglich, funktioniert aber nur bei voller Helligkeit. Flüssige Darstellung bei Spielen wie Portal, aber auch spürbar bei Office-Anwendungen
  • Verschiedene Betriebsarten von Gamer bis Green, die einfach an einem Drehregler eingestellt werden können.

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