Mit dem Xbox Elite Controller bekommt man einen Controller der auf die individuellen Präferenzen anpassbar ist. Das wird einem sofort klar, wenn man die Schachtel aufmacht und man das umfangreiche Zubehör sieht: ein Steuerkreuz, Sticks in verschiedenen Grössen zum Wechseln und vier Paddles. Microsoft liefert also sozusagen gleich verschiedene Optionen mit wie man den Controller bestücken kann.

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Quelle: Microsoft

Wenn man den Controller dann zum ersten Mal aus der Schachtel nimmt, fallen einem sein Gewicht, die schön herausgearbeitete Optik und die gute Griffigkeit auf. Die Form und Abmessungen sind aber genau gleich wie beim Standard-Controller.

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Quelle: Microsoft

Seine Herkunft kann er also nicht verleugnen. Aber er bringt ein paar deutliche Unterschiede zum Standard-Controller mit: Dazu gehören die vier Paddles, die man frei mit Funktionen belegen kann sowie die Möglichkeit via App die Tastenbelegungen anzupassen.

Natürlich will man mit so einem Controller erst mal loszocken und sehen wie man sich damit schlägt. Wir haben die Paddles auf der Unterseite eingehängt und losgelegt. Der Controller gefällt eigentlich von Anfang an, aber die Paddles können schon mal im Weg sein – da muss doch mehr möglich sein! Also haben wir uns ein paar Minuten Zeit genommen und die App installiert, welche zum Controller gehört und geschaut, was nun wirklich alles im Controller steckt. Und das ist eine rechte Menge, was Microsoft da reingepackt hat.

Aber schauen wir uns alles der Reihe nach an.

Controller konfigurieren

Um den Elite Controller zu konfigurieren, muss man die App “ Xbox Zubehör“ herunterladen und installieren. Sie gibt es für die Xbox One und da der Controller auch am PC funktioniert, auch für Windows 10. Um den Controller mit dem PC zu verbinden, kann man entweder das USB-Kabel verwenden oder den Xbox Drahtlosadapter (USB), der als separates Zubehör erhältlich ist.

Mit der App kann man:

  • Belegung aller Tasten verändern
  • Den Paddles Funktionen zuweisen
  • Reaktion der Tigger und Sticks anpassen

Man kann so viele Controller-Profile erstellen wie man möchte und so für jedes Spiel die individuell beste Steuerung anlegen. Die Profile werden in der Cloud gespeichert und sind immer abrufbar, egal wo man spielt. Zwei Profile lassen sich auf den Controller laden. Mit dem kleinen Schalter in der Mitte kann man direkt zwischen den Profilen hin- und herschalten.

Hier kann man alle angelegten Konfigurationen verwalten. Für die Spiele Forza Motorsport 6, Gears of War: Ultimate Edition, Halo 5: Guardians und Sunset Overdrive gib es bereits voreingestellte Profile.

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Verwaltung der verschiedenen Konfigurationen. Quelle: Screenshot App

Belegung der Tasten

Beim Xbox Elite Controller sind standardmässig alle Tasten genauso belegt, wie man es vom Standard-Controller her kennt. Wer beispielsweise schon mal A und Y vertauschen wollte, weil ihm persönlich das besser liegt, kann das jetzt tun. Jede Taste lässt sich mit einer anderen Funktion belegen. Im unten gezeigten Beispiel wird die Funktion der A-Taste neu auf die Y-Taste verlegt.

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Anpassen der Tastenbelegung. Quelle: Screenshot App

Den Paddles Funktionen zuweisen

Die Paddles lassen sich unten am Controller sehr einfach einhängen. Man kann sie einzeln montieren, das heisst man muss nicht immer unbedingt alle vier gleichzeitig dranmachen.

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Quelle: Microsoft

Zu Beginn sind sie auf die Standardbelegung eingestellt (A B X Y-Tasten). Die Paddles bieten keine neuen oder zusätzlichen Funktionen, man kann auf sie nur bestehende Funktionen duplizieren, sei es von einer Taste oder von den Triggern oder Sticks.

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Den Paddles Funktionen zuweisen. Quelle: Screenshot App

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Die Paddles gehören zusammen mit dem Diamond-Aufsatz zu den Highlights des Elite Controllers. Generell gesagt, erhöhen die Paddles die Komplexität, weil sie zusätzliche Bedienungselemente sind. Gerade bei den Paddles muss auch die Standardbelegung nicht die beste sein, hier lohnt es sich verschiedene Konfigurationen auszuprobieren.

„Um sich wirklich an die Paddles zu gewöhnen, braucht es schon eine richtige Session, nicht nur ein paar Minuten. Nehmt Euch die Zeit herauszufinden, was Euch am besten liegt.“ (Monk-Trader von hitezstau.com)

Wir haben den Controller in drei verschiedenen Games getestet.

„Bei Rise of the Tomb Raider muss man den linken Stick nach vorne drücken, um mit Lara loszulaufen. Drückt man Stick runter, fängt sie an zu rennen. Das Hinunterdrücken des linken Sticks habe ich auf das linke obere Paddle gelegt. Dasselbe habe ich für den rechten Stick gemacht. Mit dem Runterdrücken wird im Spiel der Überlebensmodus aktiv. Dies habe ich mir auf das rechte obere Paddle gelegt.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

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Rise of the Tomb Raider. Quelle: tombraider.com

„Bei Halo 5 habe ich es ähnlich gemacht. Auch hier habe ich den Controller so eingestellt, dass das Herunterdrücken der Sticks von den beiden oberen Paddles übernommen wird. Links ist es ebenfalls das schnelle Laufen, rechts kann man mit dem Master Chief eine geduckte Haltung einnehmen.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

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Halo 5: Guardians. Quelle: halowaypoint.com

„Generell empfinde ich das Hinterdrücken der Sticks als eher unangenehm. Das führte bei mir oft zum Verkrampfen, gerade bei einem Spiel wie Halo 5, wo man diese Funktion recht oft benötigt. Seitdem ich dies auf die Paddles legen kann, spiele ich entspannter und es macht erst noch mehr Spass. Da ist der Elite Controller eine grosse Hilfe und eine echte Erleichterung.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Trigger und Sticks einstellen

Beim Gamen spielt oft die Reaktionsgeschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Da kommt einem der Elite Controller entgegen. Für die Trigger und die beiden Joysticks lässt sich das Reaktionsverhalten individuell einstellen.

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Reaktion der Sticks einstellen. Quelle: Screenshot App

Genau so kann man die Empfindlichkeit der Trigger einzeln einstellen.

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Empfindlichkeit der Trigger einstellen. Quelle: Screenshot App

Diese Feineinstellungen sind möglich, weil die Sensorik gegenüber dem Standard-Controller verbessert wurde und schon auf feine Bewegungen reagiert.

Zusätzlich zu den Einstellungen in der App, hat sich Microsoft bei den Triggern noch etwas Spezielles einfallen lassen. Mit einem kleinen Schalter auf der Unterseite des Controllers kann man den Anschlagspunkt einstellen. Jeder Trigger lässt sich einzeln arretieren und verstellen.

Aufsätze für Steuerkreuz und Joysticks

Geliefert wird der Controller mit dem sogenannten Diamond-Aufsatz für das Steuerkreuz und zwei kurzen Joysticks. Das Spezielle am Elite Controller ist, dass diese abnehmbar sind. Die Aufsätze werden aufgesteckt und magnetisch gehalten. Damit sitzen sie bombenfest. So sieht der Controller ohne die Aufsätze aus:

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Quelle: Microsoft

Die Aufsätze können frei kombiniert werden. Auch zwei verschiedene Joysticks sind möglich. Hier seht Ihr das vom Standard-Controller bekannte Steuerkreuz und zwei gewölbte Sticks.

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Quelle: Microsoft

Und so sieht der Elite Controller mit den zwei höheren Joysticks und dem Diamond-Steuerkreuz aus:

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Quelle: Microsoft

„Bei Forza Motorsport 6 nutzt man ja den linken Joystick zum Steuern. Hier spielt es nicht nur eine Rolle, wie fein die Reaktion des Sticks eingestellt ist. Ich hab auch mal mit den anderen Sticks experimentiert: Mit den gewölbten Sticks ist das Lenken nur schwammig, mit den Grössten wird die Lenkung dann nochmals präziser. Und wer gerne handgeschaltet fährt, wird die Paddles lieben. Mit ihnen kann man sehr realistisch hoch- und runterschalten wie mit Wippen hinter dem Steuerrad im Auto. Und wenn die andern beiden Paddles im Weg sind: Einfach abnehmen oder in der App deaktivieren.“ (Archangel von hitzestau.com)

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Forza Motorsport 6. Quelle: forzamotorsport.net

„Der maximale Spielspass mit dem Elite Controller kommt, wenn man Tasten und Paddles konfiguriert und die passenden Sticks aufgesetzt hat. Dann kann man alle Vorteile, die er bietet, beim Zocken auch wirklich nutzen. Das kostet zu anfangs zwar etwas Zeit – aber es lohnt sich auf jeden Fall.“ (Monk-Trader und Archangel von hitzestau.com)

Haptik

Bei all den Einstell-Möglichkeiten darf auch grundlegendes nicht vergessen gehen: Der Elite Controller ist punkto Haptik kein Vergleich zum Xbox Standard-Controller. Den beiden Haltegriffen hat Microsoft auf der Unterseite eine griffige Oberfläche verpasst. Sie sorgt dafür, dass man auch bei längeren Sessions den Controller immer noch entspannt in den Händen halten kann. Das höhere Gewicht, wir reden hier von 80 Gramm (ohne Akku oder Batterien) mehr im Vergleich zum Standard-Controller, ist aber durchaus positiv, weil man ihn so ruhiger in der Hand hält.

Wie man auch auf den Bildern gut erkennen kann, sind die A B X Y-Tasten nicht wie gewohnt verschiedenfarbig, sondern gleichmässig matt. Der Zubehöranschluss zwischen den beiden Griffen ist derselbe wie beim Standard-Kontroller, alles Zubehör ist kompatibel. Neu verfügt der Elite Controller über einen Kopfhöreranschluss.

Lieferumfang

Vieles vom Zubehör haben wir schon erwähnt, deshalb hier noch als Zusammenfassung eine komplette Übersicht: Der Xbox Elite Wireless Controller wird in einem stabilen Case und mit zahlreichen Wechselkomponenten geliefert. Folgendes ist im Lieferumfang enthalten:

  • Xbox Elite Wireless Controller
  • Case
  • Satz mit 4 Paddles
  • Satz mit 6 Sticks: Standard (2), gross (2) und gewölbt (2)
  • Satz mit zwei Steuerkreuzen: mehrflächig und herkömmlich
  • USB-Kabel
  • AA-Batterien
  • Kurzanleitung und Produkthandbuch

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Quelle: Microsoft

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Quelle: Microsoft

Fazit

Der Elite Controller lohnt sich auf jeden Fall. Er ist präziser, mit den Paddles ist man meist schneller und die Griffigkeit ist viel besser als beim Standard-Controller. Zudem sieht er optisch sehr gut aus, die verwendeten Materialen und Verarbeitung überzeugen und sind tadellos. Auch das mitgelieferte Etui ist praktisch, damit kann man ihn gut mitnehmen und bei Freunden spielen – und die Profile sind ja ebenfalls auf dem Controller gespeichert.

Was ihn auszeichnet ist, dass man ihn individuell auf die eigenen Vorlieben passen kann. Das gilt für die Belegung der Tasten und Paddles wie für die Reaktion der Trigger und Sticks. Da Microsoft verschiede Sticks mitliefert, lohnt es sich je nach Spiel mal einen anderen auszuprobieren. Das Optimum aus ihm herausholen kann man nur, wenn man sich Zeit nimmt und ihn mit der App konfiguriert und ruhig ein paar Varianten durchtestet. Das gilt gerade auch für die Belegung der Paddles – einfach nur die Standardbelegung verwenden und dann meckern gilt nicht.

Aus unserer Sicht lohnt sich der Elite Controller auf jeden Fall auch für Gelegenheitsspieler. Wer noch keine Xbox One hat, sollte sich deshalb das aktuelle Bundle mit einer 1 TB-Xbox One (SSHD-Festplatte: Solid State Hybrid Drive) und dem Elite Controller mal näher anschauen.

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Quelle: Microsoft

Es ist verdammt schwer etwas zu finden, was nicht so gut gemacht ist. Aber wenn es etwas gibt, dann sind es die vier Buchstaben-Tasten. Gerade für Leute, die wenig Spielpraxis haben, sind diese etwas mühsam, weil man die Beschriftung kaum erkennen kann. Ideal wäre eine integrierte LED- oder E-Ink-Anzeige, die immer der aktuellen Konfiguration entspricht. Aber es muss ja noch etwas geben, was Microsoft in eine überarbeitete Version packen kann…

Für den Fall dass man mal wieder einen Standard-Controller in die Hand gedrückt bekommt, kann es schon etwas frustrierend sein. Und das nicht wegen der anderen Haptik. Wenn man an der Tastenbelegung etwas geändert hat, muss im Kopf flexibel genug sein, sich schnell wieder umzugewöhnen.

Aktuell ist der Xbox Elite Controllers bei vielen Shops ausverkauft, da Microsoft nicht mit einer derart grossen Nachfrage gerechnet hatte. Wenn Ihr einen Controller haben wollt, empfehlen wir Euch ihn trotzdem einfach mal beim Händler Eurer Wahl vorzubestellen.

Wir können eigentlich nur sagen: Microsoft, warum nicht gleich von Anfang so? Und wir gehen am besten gleich wieder weiterspielen…


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