Nach der Schilderung unserer Vorbereitungen, dem Abschied von „hitzestau one“ und der Reinigung aller Komponenten folgt nun unser Bericht zum Zusammenbau und zur Inbetriebnahme des Benchtable-Systems. Dieser letzte Teil ist recht umfangreich geworden und bietet viele Bilder. Aber es hätte aus unserer Sicht keinen Sinn gemacht, den Bericht in zwei Teile aufzutrennen.

Also trotzdem viel Spass beim Lesen und Scrollen… und hier geht’s los:

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

 

Erste Arbeitsschritte
Als erstes haben wir die Lüfterhalterung montiert. Die Halterung muss man verschrauben, bevor man unten einen Radiator befestigt, sonst kommt man nicht mehr an die Schrauben dran.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Auch die Slotblende haben wir schon montiert.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Im unteren Stockwerk des Benchtable war das Netzteil die erste Komponente, die wir eingebaut haben.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

 

Halterung für den Aquaero
Die Montage des Aquaero hatte uns schon in der Vorbereitung beschäftigt. Statt speziell gebogenen Blechen haben wir eine 5.25-Zoll Schachtabdeckung vom alten Lian Li-Gehäuse verwendet und sie links vorne auf dem Benchtable angeschraubt. Die Löcher im Benchtable und in der Schachtabdeckung haben natürlich gebohrt, bevor wir die oben genannten Teile eingebaut haben. Nach dem Bohren haben wir den Benchtable gut gereinigt.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Von hinten kommt man gut an die Anschlüsse ran um Kabel einzustecken. Von vorne lässt sich das gewinkelte Display gut ablesen.

So präsentierte sich der Benchtable nach diesen ersten paar Arbeitsschritten. An der Stelle, wo später das Mainboard hinkommt, liegt schon die Halterung für die Pumpenmontage bereit.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

 

Montage der Radiatoren
Aber vor der Pumpe waren noch die beiden Radiatoren an der Reihe. Der Benchtable bietet kein spezielles Zubehör zur Montage der Radiatoren.

Im Lieferumfang der Alphacool-Radiatoren sind die unten abgebildeten kupferfarbigen Schrauben in zwei verschiedenen Längen dabei (30 / 35 mm). Im Set der Noiseblocker-Lüfter sind die schwarzen Schrauben, Unterlegscheiben und Gummipuffer dabei. Das war das Material, das wir zur Verfügung hatten. Die im Folgenden beschriebene Lösung hatten wir uns schon während der Vorbereitung überlegt.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Die kürzeren kupferfarbigen Schrauben haben wir verwendet, um den linken und den rechten Lüfter an den beiden äusseren Löchern direkt am Radiator zu verschrauben. Die schwarzen Gummipuffer verhindern dabei, dass die Schrauben durch die Löcher des Lüfters rutschen. Die längeren kupferfarbigen Schrauben sind zu lang, um sie mit 25mm dicken Lüftern zu verwenden, sie würden die Lamellen des Radiators beschädigen.

Die schwarzen Schrauben mit den Unterlegscheiben haben wir verwendet, um den Radiator am Gehäuse zu montieren. Von der Seite gesehen, sieht das wie unten abgebildet aus. Die Positionen der vier kupferfarbigen Schrauben stimmen leider nicht genau mit den Löchern im Gehäuse überein. Die Unterlegscheiben sind zwingend erforderlich, damit die Schrauben nicht durch die Löcher der Seitenwand rutschen.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Die schwarzen Schrauben sind zwar gleich lang wie die längeren von den kupferfarbigen, aber da man hier die Unterlegscheibe und die Dicke des Gehäuses dazurechnen muss, besteht keine Gefahr, die Schrauben in die Lamellen des Radiators hineinzudrehen. Die Montage macht man am besten zu zweit, da der mittlere Lüfter nur von den schwarzen Schrauben festgehalten wird.

Die Montage des Aquaero und der Radiatoren sind zwei Beispiele, dass man beim Benchtable auch nach individuellen Lösungen suchen muss.

Und langsam füllt es sich…

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

 

Montage der Pumpe
Die Pumpe haben wir direkt auf die mitgelieferte Platte zur Pumpenmontage geschraubt. Zur Entkopplung verwenden wir Entkopplungsschrauben aus unserem alten System. Auf dem Top ist bereits ein Monsoon-Winkelstück mit Temperatursensor angebracht.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Und hier ist die Pumpe schon fertig montiert. Das 45 Grad-Winkelstück auf dem Pumpen-Top haben wir gegen ein 90 Grad-Winkelstück ausgetauscht, da die Schlauchführung zum Radiator dann besser ist. Das Winkelstück auf dem Radi haben wir beim Verschlauchen gegen eine seitlich montierte normale Tülle ausgetauscht. So ergeben sich halt auch beim Zusammenbau immer wieder kleine Optimierungen.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Als nächstes waren die Kabel und die Abstandshalter fürs Mainboard dran.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

 

CPU und Waterblock
Bevor wir das Mainboard montieren konnten, mussten zuerst der Prozessor und der CPU-Block montiert werden. Hier seht ihr die Backplate des CPU-Kühlers auf der Unterseite des Mainboards. CPU-Kühler und Backplate haben wir vom alten System übernommen, Sockel 1156 (alt) und Sockel 1155 (neu) sind zueinander kompatibel. Es ist auch mal schön, wenn man bei einem Architekturwechsel eine Komponente vom altem zum neuen System mitnehmen kann. Die Investition in den CPU Waterblock im vergangenen Jahr hat sich also echt gelohnt.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Im unteren Bild sind der Prozessor und der Waterblock schon mit Wärmeleitpaste bestrichen.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Der Waterblock wird mit vier Schrauben fest verschraubt.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Hier sieht man nochmals den CPU-Waterblock von Watercool und die RAM.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Auf der Rückseite wird’s eng: Die Slotblende kommt sehr dicht an die Audio-Anschlüsse des Mainboards heran. Zu dicke Stecker sind nicht zu empfehlen.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

So, bis auf den AGB ist jetzt alles montiert.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

 

Verschlauchung
Als Halterung für den AGB verwenden wir den 5.25 Zoll Einbauschacht, den wir jetzt auch noch montieren mussten. Den AGB wollen wir nicht fest verschrauben, sondern einfach hinein- und hinausschieben können. Deshalb haben wir die Seitenwände des Einbauschachts etwas auseinander gespreizt, damit der AGB nicht verkratzt oder festsitzt.

Dann ging es los mit der Verschlauchung. Zuerst haben wir die neuen Schläuche und Schnellkupplungsstücke für den MORA vorbereitet.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Dann haben wir den Schritt für Schritt den Benchtable verschlaucht. Hier ein paar Impressionen:

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Das Schlauchstück zwischen Pumpe und Radiator ist wirklich nur sehr kurz. Auf dem Bild seht ihr, warum es besser war, auf dem Top ein 90 Grad Winkelstück zu verwenden.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

 

Befüllen und Inbetriebnahme
Das Befüllen sieht abenteuerlich aus, war aber ganz einfach. Das lag unter anderem am grossen AGB, so dass wir jeweils eine recht grosse Menge Flüssigkeit einfüllen konnten. Das gesamte Befüllen dauerte etwa zehn Minuten. Die Schläuche am AGB haben wir absichtlich etwas länger gemacht, damit wir den AGB aus dem Gehäuse herausziehen können. Damit das Wasser vom AGB in die Pumpe fliessen kann, haben wir den ganzen Benchtable schräg gestellt. Für den Vorgang des Befüllens haben wir die Pumpe temporär an ein externes Netzteil gehängt, damit auf den anderen Komponenten kein Strom ist. Wie ihr seht, haben wir als Vorsichtsmassnahme die Komponenten auf dem Mainboard mit Haushaltpapier abdeckt.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

In mehreren Durchgängen haben wir die Flüssigkeit in den AGB gefüllt, bis das System voll war. Wie üblich hatte es am Anfang sehr viel Luft im Kreislauf, die man dank den transparenten Schläuchen auch gut beobachten konnte.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Nach dem Befüllen haben wir den AGB in die 5.25-Zoll Halterung geschoben. Um Vibrationen zu verhindern und damit er nicht direkt auf dem Metallboden liegt, haben wir ein Stück Schaumstoff untergelegt. Es ging knapp 2 Stunden, bis die meiste Luft aus dem Kreislauf draussen war.

Die Pumpe haben wir dann ans eingebaute Netzteil angeschlossen und gesamte System in Betrieb genommen. Alles funktionierte auf Anhieb – beim Starten kam sofort das ROG-Logo. Die Erleichterung war gross, somit war der Benchtable erstmal fertig.

 

Nachfolgende Anpassungen
Aber natürlich gab es noch ein paar Details und auch Dinge, die wir noch verändern wollen oder schon geändert haben. Der mps flow 200 Durchflussmesser zeigte einen Wert von rund 190 Litern / Stunde an, was uns schon etwas erschreckt hat, stimmen die Daten überhaupt? Die Aquastream XT im alten System brachte es gerade mal auf knapp 90 Liter / Stunde. Deshalb haben wir am folgenden Tag noch den alten Durchflussmesser in den Kreislauf eingebaut, der zeigte jedoch nur rund 160 Liter an. Nachdem wir uns auf dem Forum vom Hersteller Aquacomputer Rat geholten hatten, werden wir uns in den kommenden Tag noch einen besser geeigneten Durchflussmesser zulegen.

Die Pumpe hatten wir zuerst direkt ans Netzteil angeschlossen, bei 12 V lief sie mit rund 4200 Umdrehungen pro Minute. Um sie regulieren zu können, haben wir nachträglich einen poweradjust eingebaut. Nun läuft sie bei 10 V mit rund 3500 Umdrehungen und ist so gut wie unhörbar. Die Aquastream XT (4800 Umdrehungen pro Minute bei voller Leistung) war auf jeden Fall lauter. Trotzdem hat die DDC immer noch eine beachtliche Leistung. Der mps Durchflussmesser zeigt 145 Liter pro Stunde an, der alte Durchflussmesser immerhin noch 120. Zudem haben wir uns noch einen internen USB-Hub (NZXT IU0) zugelegt, um die beiden Durchflussmesser, den poweradjust und den Aquaero anzuschliessen.

Wie sehen Eure Erfahrungen mit der DDC bezüglich Durchflussleistung aus?

Aber auch sonst gibt es sicher noch ein paar Verbesserungen, es liegt halt auch in der Natur eines Benchtables, dass sich das System nach der ersten Inbetriebnahme noch weiter entwickelt. Ein Punkt ist die Verschlauchung der beiden internen Radiatoren. Mit zusätzlichen Schnellkupplungsstücken wollen wir erreichen, dass wir beide Radis komplett aus dem Kreislauf herausnehmen können wenn nötig, um weitere Radiatoren zu testen.

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

Zusammenbau Benchtable und Inbetriebnahme

 

Ausblick
Auch mit dem Projekt „hitzestau one reloaded“ geht es weiter, das Shinobi XL von BitFenix als Übergangs-Case steht schon bereit. Deshalb werden wir Euch das Gehäuse demnächst näher vorstellen.

Und hier trennen sich die Wege vom Benchtable und „hitzestau one reloaded“. Mit unserem Testsystem als Grundlage werden wir in Zukunft Reviews schreiben. Als erste Produkte werden wir Euch den Benchtable selber und die wichtigsten Komponenten vorstellen.


Die Kommentarfunktion ist auf Grund der DSGVO geschlossen!