Ich will meine Serien sehen! Jetzt, sofort – und wo sind die neuen Staffeln? So kommen wir uns manchmal selber vor, wenn wir durch den Schweizer Katalog von Netflix surfen, verzweifelt auf der Suche nach guter Unterhaltung.

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Quelle: Shutterstock

Der Streaming-Dienst ist vor über einem Jahr in der Schweiz gestartet, wir waren so ziemlich ab dem ersten Tag mit dabei. Serien wie Fringe, Pretty Little Liars und Modern Family haben wir gesehen und irgendwann sind die Highlights mal durch. In andere wie zum Beispiel Penny Dreadful haben wir nur mal reingeschnuppert. Aber jetzt, wo sind neue Serien, oder wo sind aktuellere Staffeln? Wir wollen doch wissen, wie es weitergeht und als Serienjunkies brauchen wir ständig neues Futter.

Manchmal kommen wir uns vor wie ein Kind, dem man einen Lolli hinhält, an den es aber dann doch nicht rankommt. In der medialen Berichterstattung wird einem der Mund wässrig gemacht, den sie orientiert sich primär an der Erstausstrahlung von Serien im amerikanischen Fernsehen. So wurde bei uns beispielsweise lang und breit über das bevorstehende Ende von Breaking Bad berichtet, obwohl die Ausstrahlung im deutschen Sprachraum damals gegenüber den USA rund ein Jahr hinterherhinkte.

Also was tun? Wir könnten wieder anfangen, TV-Episoden von Seiten wie … ihr wisst schon welche … herunterzuladen. Eine etwas globalere Perspektive zeigen einem auch www.moreflicks.com oder www.flixsearch.io . Hier kann man nach Serien suchen und bekommt angezeigt, in welchem Land sie via Netflix verfügbar sind. Das Dumme ist nur, Netflix erlaubt es seinen Kunden nicht, gezielt in einen Store einzuloggen. Dieser wird immer vom jeweiligen Aufenthaltsort bestimmt, und damit definiert sich auch das Angebot an Serien, aus denen man auswählen kann. Um den Zugriff dennoch zu haben, nutzen wir den Dienst von UnoTelly, den wir Euch im Folgenden näher vorstellen wollen.

Uno Telly

Versprechen

UnoTelly ermöglicht es die länderspezifischen Sperren von Diensten wie Netflix zu umgehen.

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Insgesamt bietet UnoTelly den Zugriff auf aktuell knapp 400 sogenannte „Channels“. Die Liste reicht vom schwedischen Web-TV Portal „10 Play“ bis zur Mediathek des deutschen Senders „ZDF“. Thematisch umfasst die Liste Video-Dienste, Webseiten von TV-Sendern, Sportübertragungen und Musikanbieter. Aus dem Video-Bereich sind neben dem bereits erwähnten Netflix alle grossen Anbieter wie Hulu oder Amazon Instant Video verfügbar. Zur Liste gehören aber auch viele Angebote aus anderen Ländern als nur den USA.

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Mit Uno Telly ist man aber keineswegs auf den PC beschränkt um die Lieblingsserie zu sehen oder die gewünschte Musik zu hören. Der Dienst von Uno Telly unterstützt nicht nur die gängigen Desktop-Betriebssysteme, sondern auch Mobilgeräte, Spielkonsolen sowie Apple TV, Chromecast und Smart TV von verschiedenen Herstellern.

Was muss man tun, um den Dienst zu nutzen?

Technisch bietet UnoTelly zwei Verfahren an, um länderspezifische Sperren zu umgehen. Eines basiert auf einer VPN-Verbindung, das andere auf einer Anpassung der DNS-Server. Da wir mit der Anpassung der DNS-Server die besten Erfahrungen gemacht haben, wollen wir Euch kurz erklären, was man bei UnoTelly tun muss, um zwischen den verschiedenen Länder-Stores von Netflix hin- und her zu wechseln.

Als erstes muss man bei UnoTelly einen Account lösen. Um den Dienst unverbindlich auszuprobieren, gibt es eine kostenlose Trial-Zeit für acht Tage, was sehr löblich ist.

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Das Setup lässt sich aus dem Quickstart-Menü einrichten, die Boxen kann man per Drag und Drop verschieben, also muss es bei Euch nicht zwingend so aussehen wie bei uns.

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1. Update IP: Prüft, ob UnoTelly Eure aktuelle IP-Adresse erkannt und gespeichert hat. Wenn Ihr mit einem Smartphone unterwegs seid, könnt Ihr die IP hier hinterlegen.

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2. Channel: Als nächstes muss man den gewünschten Channel wählen, in unserem Beispiel ist das Netflix.

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Klickt auf das Netflix-Logo und ihr gelangt auf die nächste Seite, wo Ihr die so genannte „Dynamo Region“ auswählen könnt. Damit teilt Ihr UnoTelly mit, in welchen Länder-Store von Netflix Ihr gelangen möchtet.

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Wenn Ihr in der Liste weiter runterscrollt, findet Ihr die Einstellungsmöglichkeiten für viele andere Dienste und den Zugriff auf Webseiten.

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3. Global Servers: Als nächstes könnt Ihr Euch aus der Server-Liste einen DNS-Server auswählen. Nach unserer Erfahrung sind die Fast Servers häufig überlastet oder man wird vom gewünschten Dienst ausgesperrt. Für uns hat es sich bewährt, DNS-Server aus ungefähr der Region auszuwählen, wo man auch hin möchte. Die Angaben für den DNS-Server müsst Ihr in Euren Netzwerkeinstellungen eintragen. Wenn Ihr Euch bei Netflix einloggt, seid Ihr in dem Store desjenigen Landes, das Ihr bei Dynamo Region ausgewählt habt.

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Wenn Ihr für das Konfigurieren Eures Gerätes eine Hilfestellung bracht, hat UnoTelly gute Anleitungen unter dem Menüpunkt Devices vorbereitet, die Euch Schritt für Schritt erklären, was Ihr tun müsst.

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Was UnoTelly nicht macht

Aber eine Sache nimmt einem UnoTelly nicht ab, und das ist das Einrichten eines User-Accounts beim gewünschten Anbieter. Je nach Dienst kann dies etwas kompliziert sein, da nicht nur eine Wohnadresse verlangt wird, sondern auch anhand der Kreditkarte überprüft wird, woher man kommt. Im Blog von UnoTelly findet Ihr als Kunden nützliche Hilfestellungen, um auch aus dem Ausland Dienste wie HBO Now oder Hulu Plus sehen zu können.

Unsere Erfahrung

Ihr seht also, es ist wirklich kinderleicht. UnoTelly zaubert uns das Lächeln wieder ins Gesicht. Der Dienst erfüllt genau das, was wir wollen: wir haben Zugriff auf ein viel breiteres Serien-Angebot. Und er funktioniert eigentlich immer reibungslos, trotz den aktuellen Ankündigungen von Netflix, Nutzer von Diensten wie UnoTelly auszusperren.

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Quelle: Shutterstock

Ein grosser Vorteil von UnoTelly gegenüber anderen Mitbewerbern ist, dass sie DNS-Server rund um die Welt betreiben. Wenn einer der Server nicht reagiert oder als gesperrt gilt, kann man einfach einen anderen wählen.

Meistens nutzen wir Netflix via Apple TV. Die Netflix-Oberfläche lässt sich sehr gut mit der Apple Fernbedienung bedienen. Die DNS-Einstellungen der Box lassen sich einfach manuell anpassen. Da die Box ein separates Gerät mit einer klaren Aufgabe ist, bleibt der Rest unseres Netzwerks von den DNS-Anpassungen unberührt. Der Traffic von allen anderen Geräten wird ganz normal von unserem internen DNS-Server abgewickelt. Unser Tipp ist, die DNS-Einstellungen nicht global für das gesamte Netzwerk zu Hause umzustellen, sondern nur für das Gerät, mit dem konsumiert wird. Oder falls das nicht möglich ist, stellt die DNS-Einträge wieder zurück, damit nicht Euer gesamter Internet-Traffic über die DNS-Server von UnoTelly abgewickelt wird.

Unsere erweitere Netflix-Nutzung

Damit ist aus unserer Sicht das Problem erstmal gelöst: Um andere Serien und Spielfilme zu schauen als in unserem heimischen Schweizer Netflix-Store, wechseln wir einfach mit Hilfe von UnoTelly das Land. Dazu bezahlen wir weiterhin jeden Monat unsere Abo-Gebühr in der Schweiz. Aus unserer Sicht machen wir uns auch kein schlechtes Gewissen, schliesslich bezahlen wir ja und gegen geltende Gesetze verstossen wir auch nicht. Hingegen stellt der Zugriff auf ausländische Netflix-Stores mit Hilfe von Diensten wie UnoTelly ein Verstoss gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Netflix dar.

Was TV-Serien anbelangt, haben sich unsere Sehgewohnten mit Netflix und UnoTelly definitiv verändert. So haben wir beispielsweise „Sons of Anarchy“, eine unserer Lieblingsserien, im englischen Original-Ton via Netflix USA gesehen. Von „Transformers Prime“ war im Schweizer Netflix-Store nur eine Staffel verfügbar – kein Problem für uns: Staffeln zwei und drei schauen wir ebenfalls via Netflix USA. Auf die deutsche Tonspur muss man dann meistens verzichten, darum sind Englisch-Kenntnisse schon eine Voraussetzung. Aber es kann auch ein Genuss sein, die Originalstimmen zu hören: Die markante Stimme von Peter Cullen als Optimus Prime  oder der extrem wandlungsfähige Steve Blum, der die Rolle von Starscream spricht. Hilfreich fürs Verstehen sind die englischen Untertitel und man kann auch gleichzeitig seine Fremdsprachenkenntnisse auffrischen. Das Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Länder-Stores gehört für uns unterdessen zum Alltag, so haben wir unter anderem den französischen Spielfilm „Nikita“ im kolumbianischen Store gefunden und von dort aus im Originalton geschaut.

Die Motivation, die länderspezifischen Sperren zu umgehen, kann für viele Menschen sehr unterschiedlich sein: Fans von speziellen Sportarten sind über den ganzen Globus verteilt. Für sie kann es schwer sein, an Live-Übertragungen aus dem Ausland heranzukommen. Da bieten Dienste wie UnoTelly eine willkommene Hilfe. Man denke aber auch an Expats, die in ihrem Gastland auf einmal nicht mehr auf ihre gewohnten Serien zugreifen können, nur weil sie aus New York für ein halbes Jahr nach Paris umgezogen sind.

Fazit

Für uns ist ganz klar: UnoTelly erfüllt ein Bedürfnis. Und zwar nicht nur unseres, sondern von vielen Menschen weltweit. Mit UnoTelly haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Der Dienst ist einfach zu nutzen und man kommt schnell ans gewünschte Ziel. Bei uns war dies, andere Länderstores von Netflix nutzen zu können. Was aber nicht heisst, dass wir auch mal noch andere Streaming- oder VoD-Dienste ausprobieren wollen.

Generell bietet UnoTelly sehr gute Hilfestellungen und Anleitungen und auch der Support ist freundlich und hilfsbereit. Und wenn man einen speziellen Dienst vermisst, kann man Anregungen für neue Channels einreichen. UnoTelly wird dann sicher das Möglichste tun, um den Kundenwünschen nachzukommen. Die Preise beginnen bei 4.95 Dollar (für DNS) und 7.95 Dollar (für DNS und VPN) pro Monat.

Das globale Problem, dass Vertriebsgesellschaften und Inhaber von Urheberrechten immer noch entlang der nationalen Grenzen denken, wird damit natürlich nicht gelöst. Aber uns muss das nicht wirklich kümmern, wir können uns wieder entspannt zurücklehnen und neue Episoden unserer Lieblingsserie geniessen… und das legal.


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