Wäre es nicht cool, die Weihnachtsbeleuchtung via Laptop oder Tablet ein- und auszuschalten? Ja, und es wäre nicht nur cool, sondern würde auch helfen Strom zu sparen und bequemer wäre es auch noch.

Sheldon und Leonard, die bekannten Nerds aus der TV-Serie „The Big Bang Theory“ haben ihre ersten Schritte Richtung „Smart Home“ schon vor fast neun Jahren gemacht. Via Laptop schalten sie die Lampe auf dem Wohnzimmertisch sowie die Stereoanlage ein und aus und geraten dabei völlig in Ektase. Passend dazu läuft „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss, das Stück welches als Titelmelodie aus dem Film „2001“ jedem Sci-Fi-Fan bekannt ist.

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Szene aus The Big Band Theory (S01E09). Quelle: Screenshot Netflix

Um was geht es bei „Smart Home“?

Auf die Frage „Warum?“ von ihrer Nachbarin kommt als Antwort nur „weil wir es können.“ Die Macher der populären TV-Serie haben mit dieser Szene vieles vorweggenommen, was wir heute als „Smart Home“ oder „Internet of Things“ kennen, aber als Begründung reicht die Antwort aus dem Drehbuch natürlich nicht mehr. Bei Smart Home-Technologien stehen drei Aspekte im Vordergrund:

  • Verbesserung von Wohn- und Lebensqualität sowie Komfort
  • Erhöhung der Sicherheit
  • Effizientere Energienutzung und Energiesparen

Nicht jeder wird für sich die drei Aspekte gleich gewichten, für manche mag Energiesparen im Vordergrund stehen, für andere die Sicherheit – und wenn das alles auch mit mehr Komfort verbunden ist, umso besser.

Der Begriff „Smart Home“ steht für die Vernetzung von Haushaltsgeräten und Haustechnik wie Lampen, Heizung oder Rolläden. Die einzelnen Geräte sind vernetzt, d.h. sie tauschen Daten mit einer Hauszentrale und externen Servern aus. Damit lassen sich auch Abläufe programmieren, eine Steuerung von ausserhalb ist ebenfalls möglich. Die gute Nachricht dabei ist, um Smart Home-Technologien zu nutzen, muss man kein eigenes Haus haben. Es lässt sich genauso in einer (Miet-)Wohnung nutzen und man muss auch nicht gleich die ganze Wohnung oder das komplette Haus umstellen, sondern man kann ganz punktuell und gezielt einsteigen und sich mit der Technik vertraut machen.

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Quelle: Shutterstock

Genauso haben wir es auch gemacht und das „Home Control“-Starter-Paket von devolo ausprobiert. Von devolo kannten wir schon die Powerline-Adapter, mit denen man ein Netzwerk via Stromleitungen aufbauen oder erweitern kann. Nun konnten wir unsere allerersten Erfahrungen mit einem smarten Zuhause machen. Bei devolo heisst die Produkte-Linie „Home Control“ und ist diesen Herbst auch in der Schweiz lanciert worden. Bevor wir auf unsere eigenen Erfahrungen eingehen, wollen wir zuerst das Konzept kurz erklären.

Konzept Home Control von devolo

Um mit Home Control zu Hause ein Smart Home-Netzwerk aufzubauen, muss man keine Wände aufreissen, um Kabel zu verlegen. Alle Komponenten können in bestehende Stromsteckdosen angeschlossen werden oder lassen sich mit doppelseitigem Klebeband anbringen oder mit kleinen Schrauben montieren. Jede Komponente verfügt über eine eigene Batterie zur Stromversorgung.

Die Home Control Zentrale ist das Herzstück des Smart Homes, sie wird die einfach in eine Stechdose eingesteckt und mit einem LAN-Kabel mit dem Netzwerk verbunden.

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devolo Home Control Zentrale. Quelle: devolo

Ergänzt wird die Zentrale mit einer breiten Palette an Komponenten und Sensoren wie beispielsweise die Schalt- und Messsteckdose oder einem Bewegungsmelder. Aktuell sind gemäss devolo-Webseite folgende Elemente verfügbar, die alle einzeln erworben werden können:

  • Schalt- und Messsteckdose
  • Raumthermostat
  • Tür-/ Fensterkontakt
  • Wassermelder
  • Rauchmelder
  • Luftfeuchtemelder
  • Bewegungsmelder
  • Funkschalter
  • Heizkörperthermostat
  • Alarmsirene
  • Fernbedienung

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Vernetztes Haus. Quelle: devolo

Per Funk sind alle Komponenten mit der Home Control-Zentrale verbunden. Für die Funkverbindung aller Komponenten untereinander setzt devolo auf den Z-Wave Standard. Dieser zeichnet sich durch geringen Energieverbrauch und hohe Kommunikationssicherheit aus. Zudem ist damit sichergestellt, dass auch Komponenten von anderen Herstellern, welche den gleichen Standard verwenden, ebenfalls ins Home Control-Netz eingebunden werden können. So ist beispielsweise das Lampensystem „Hue“ von Philips ebenfalls mit dem Z Wave-Standard ausgerüstet und die Lampen lassen sich direkt via das Home Control-Netz steuern.

Eingerichtet wird das gesamte System am Computer und kann auch via App von einem Smartphone oder Tablet gesteuert werden.

Unsere Erfahrungen

Starter-Paket Home Control

Das Starter-Paket ist der Einstieg die Home Control-Welt von devolo.

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Starter-Kit Home Control. Quelle: devolo

Neben der zwingend erforderlichen Home Control Zentrale enthält es folgende Elemente:

  • devolo Home Control Zentrale
  • devolo Home Control Tür- und Fensterkontakt
  • devolo Home Control Schalt- und Messsteckdose
  • Ethernet-Kabel
  • Installationsanleitung

In Verbindung mit den beiden Komponenten lassen sich schon einige Abläufe automatisieren oder überwachen.

„Für uns war das Starter-Kit ein guter Einstieg, um Home Control kennenzulernen und zu experimentieren. Wenn man weiss, wie Einrichtung und Steuerung funktionieren, ist es einfach, das System zu erweitern, denn das Grundprinzip ist immer dasselbe.“ (Archangel von hitzestau.com)

Einrichtung

Die Inbetriebnahme der Home Control Zentrale sowie der einzelnen Komponenten ist von devolo sehr gut dokumentiert. Begonnen haben wir mit der Home Control Zentrale: Wie man es von den Powerline-Adaptern her kennt, wird sie direkt in eine Wandsteckdose eingesteckt. Als erstes muss man sie dann mit dem lokalen Netzwerk verbinden. Ist das erledigt, erfolgt die weitere Einrichtung über das Online-Portal www.mydevolo.com. Eine Demoversion findet Ihr unter: hcdemo.devolo.net

Hier kann man dann alle Sensoren und Komponenten, die man im Haus oder Wohnung platzieren möchte, erfassen und konfigurieren. Für jedes einzelne Elemente bietet devolo auf der Webseite eine Anleitung mit Video zur Montage und Inbetriebnahme.

Für unseren Test haben wir ein paar der uns zur Verfügung gestellten Komponenten eingerichtet. Aus Gründen der Privatsphäre und der Sicherheit benutzen wir hier im folgenden Screenshots aus der Online-Demo von devolo. So sieht das Dashboard aus, wenn man ein paar Geräte eingerichtet hat.

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Home Control Dashboard. Quelle: Screenshot devolo

Neue Komponenten lassen sich jederzeit hinzufügen:

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Home Control Geräteübersicht. Quelle: Screenshot devolo

Wenn man eine neuen Komponente hinzufügen möchte, erhält man direkt auch die Anleitung angezeigt, wie das Element zu installieren ist. Das ist eine grosse Hilfe und sehr gut durchdacht von devolo.

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Home Control, neues Gerät hinzufügen. Quelle: Screenshot devolo

„Anbringen der Sensoren sowie die Einrichtung via Browser sind sehr einfach gestaltet und jeder Schritt und jeder Menüpunkt sind in der Online-Hilfe verständlich erklärt.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Laufender Betrieb

Via Dashboard lassen sich die Werte der einzelnen Komponenten ablesen. So sieht man zum Beispiel den Verlauf der Temperatur im Badezimmer oder den Stromverbrauch der Kaffeemaschine, welche via eine Schalt- und Messsteckdose angeschlossen ist.

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Home Control Heizung. Quelle: Screenshot devolo

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Home Control Kaffeemaschine. Quelle: Screenshot devolo

Wirklich interessant und spannend wird es aber erst, wenn man anfängt, Regeln und automatisierte Abläufe einzurichten. Diese logischen Verknüpfungen sind nach dem „wenn dies, dann tue das…“-Prinzip aufgebaut. Im Online-Portal lassen sich diese sehr leicht einrichten. Hier ein Beispiel wie man den Zustand des Fensters – also offen oder geschlossen – mit dem Ein- und Ausschalten des Lichts verknüpfen kann. Das Ziel bei diesem Beispiel ist es, bei offenem Fenster keine Mücken anzulocken.

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Home Control Regel Fenster-Lampe. Quelle: Screenshot devolo

Nach dem gleichen Muster lassen sich zum Beispiel ein Bewegungsmelder und die Alarmsirene miteinander verknüpfen, um sich vor Einbrechern zu schützen. In einem anderen Szenario kann man den Bewegungsmelder natürlich auch via die Schalt- und Messsteckdose mit einer Lampe verknüpfen, damit sich das Licht automatisch einschaltet, wenn man den Raum betritt oder verlässt.

Die Schalt- und Messsteckdose ist generell sehr gut geeignet, an ihr angeschlossene Geräte „smart“ zu machen. Nicht nur kann man so den Stromverbrauch messen, sondern nahezu jedes Gerät in Home Control einbinden.

„Eine ganz einfache Regel, die wir eingerichtet haben, waren der Funkschalter und eine Stehlampe in der Ecke, die via Schalt- und Messsteckdose angeschlossen wurde. Den Schalter haben wir an der Wand neben der Tür angebracht, so konnten wir immer beim Betreten der Wohnung die Lampe einschalten.“ (Archangel von hitzestau.com)

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devolo Home Control Schalt- und Messsteckdose. Quelle: devolo

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devolo Home Control Funkschalter. Quelle: devolo

Die Liste mit Beispielen könnte beliebig fortsetzen. Auf Basis der von devolo angebotenen Komponenten und Sensoren lassen sich so sehr einfach Regeln und Szenarien richten, die für mehr Sicherheit sorgen, unnötigen Energiebrauch reduzieren oder einfach den alltäglichen Komfort erhöhen – auch wenn man manchmal etwas experimentieren muss, bis die Logik der Regel stimmt und man den gewünschten Effekt erzielt.

„Was Zeit braucht, ist sich zu überlegen, was man vernetzen will und wie man es mit den zur Verfügung stehenden Elementen am besten realisiert.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

devolo Home Control-App

Einrichtung und Steuerung lassen sich wie wir es beschrieben haben, via Browser vom Computer aus erledigen. Seit November dieses Jahres bietet devolo eine komplett neue gestaltete Mobile-App, welche für iOS- und Android-Geräte verfügbar ist. Mit der neuen App lässt sich sogar die Ersteinrichtung bewerkstelligen, was bei früheren Versionen nicht möglich war.

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Mobile App für Home Control. Quelle: devolo

Via App hat man von jedem Ort aus Zugriff auf die Steuerung des eigenen Smart Homes.

Fazit

Die Nachbarin von Sheldon und Leonard hat gefragt, warum man so etwas wie ein Smart Home einrichten soll. Nachdem wir selber ein paar Erfahrungen mit Home Control von devolo gemacht haben, können wir diese Antwort liefern: Man erhält Informationen über einzelne Stromverbraucher im Haushalt. Aber der grösste Mehrwert liegt in der Verknüpfung und dem Erstellen von Regeln und Szenarien.

„Ich denke, eine Stärke von Home Control liegt darin, dass man sich nicht eine Alarmanlage, eine Heizungssteuerung und eine Zeitschaltuhr für die Sonnenstoren oder das Licht bei Ferienabwesenheit kaufen muss, sondern alles zentral über ein System zusammenfassen kann. Wenn man es ernsthaft einrichtet und nutzt, ist es weit mehr als eine technische Spielerei. Das Experimentieren mit den Komponenten und Regeln hat aber auch einen Spass-Faktor.“ (Archangel von hitzestau.com)

Der Aspekt der Sicherheit, also Schutz vor Einbrechern oder Benachrichtigung bei einem Wasserschaden, stand für uns nicht so sehr im Vordergrund. Beides ist natürlich mit devolo Home Control umsetzbar. Sicherheit hat aber noch eine andere Dimension: Einrichtung und Steuerung finden via die Server von devolo statt. Damit ist devolo auch verantwortlich, dass Unbefugte keinen Zugriff auf die Daten erhalten. Auch die Sicherung der Funkverbindung der Komponenten untereinander obliegt dem Hersteller. Es ist nun mal so, dass ein Smart Home einiges an Daten über seine Bewohner sammelt – also Gewohnheiten und Tagesabläufe – und gibt Einblicke in sehr private Bereiche des Lebens.

Um den Mehrwert zu erhöhen, würden wir uns bei den Verbrauchs-Statistiken eine längere History als nur die vergangenen drei Tage wünschen. Gerade wenn man „Stromfresser“ im Haushalt identifizieren will, braucht man eine Datenbasis von einem längeren Zeitraum. Wer gerade ein neues Haus baut oder die Eigentumswohnung renoviert, würde sicher auch Schalter und Steckdosen begrüssen, die man fest in der Wand verbauen kann.

Home Control von devolo war unsere erste Erfahrung mit dem Thema Smart Home. Vom Konzept und der Qualität der einzelnen Komponenten konnten wir uns überzeugen. Was uns ebenfalls gut gefällt, sind die einfache Einrichtung und Erweiterbarkeit, die vorbildlichen Anleitungen für das Einbinden von Komponenten sowie die Kompatibilität mit anderen Systemen.


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