Mit der Verbindung Surface Book und Windows 10 hat Microsoft ein Konzept vorgelegt, was uns schon lange gut gefällt. Als wir die Gelegenheit hatten, uns das Acer Spin 7 näher anschauen, standen für uns nicht so sehr die technische Aspekte wie die Prozessoren-Generation im Vordergrund. Uns interessierte, wie Acer das Konzept umgesetzt hat und wie es sich im Alltag bewährt.

Gehäuse und Konzept

Das Gehäuse des Acer Spin 7 ist nur etwas mehr als einen Zentimeter dick und besteht aus einer schwarz eloxierten Mischung aus Aluminium und Magnesium. Es ist recht sauber verarbeitet, beim Display fällt allerdings auf, das es nur wenig verwindungssteif ist. Der Rahmen um das Display herum ist im Verhältnis zur gesamten Grösse recht breit. Das Trackpad nimmt mit 14 cm Breite einen grossen Teil der Handballenauflage ein. Das Gesamtgewicht liegt bei nur 1,2 kg.


Acer Spin 7. Quelle: Acer

An der linken Kante sind die Knöpfe für das Ein- und Ausschalten sowie für die Lautstärke untergebracht. Rechts befinden sich die beiden USB-C Schnittstellen und der Kopfhöreranschluss. Die Bodenplatte des Gehäuses ist mit Standard-Schrauben verschraubt, so dass man die SSD (M.2) oder die WLAN wechseln kann.


Acer Spin 7. Quelle: Acer

Was das Spin 7 jedoch interessant macht, ist sein flexibles Konzept. Das Touch-Display lässt sich komplett umklappen, somit stehen einem als Anwender vier verschiedene Modi zur Auswahl, die hier alle abgebildet sind: Laptop, Tablet, Display oder Zelt.


Quelle: Acer

Das Scharnier hält das Display immer sehr stabil in Position. Im komplett umgeklappten Tabletmodus befinden sich Display und Tastatur parallel zueinander. Trackpad und Tastatur sind dann automatisch deaktiviert.

Technik

Das Acer Spin 7 gibt es mit zwei verschiedenen Prozessoren-Varianten, die beide unten in den technischen Spezifikationen aufgelistet sind. Es basiert auf der Intel Kaby Lake-Archtiketur, die im dritten Quartal 2016 lanciert wurde. Was das Gerät jedoch speziell macht – und das merkt man natürlich am besten, wenn man länger am Stück damit arbeitet – ist die Tatsache, dass das Spin 7 ohne Lüfter auskommt. Das Innenleben wird rein passiv gekühlt, der Prozessor bringt es auf 4,5 Watt Abwärmeleistung (TPD).

Bei den Schnittstellen folgt Acer dem Trend, keine dedizierten Stromanschlüsse oder HDMI- und DisplayPort-Anschlüsse zu verbauen. Das Spin 7 bietet zwei USB-Schittstellen. Mit anderen Schnittstellen wäre die geringe Dicke des Tastaturteils von rund 6 mm auch gar nicht erreichbar. Im Lieferumfang legt Acer zwei Adapter für USB-A und HDMI bei.

Technische Spezifikationen

  • Betriebssystem: Windows 10 Home / Pro
  • Prozessor: Intel Core i5-7Y54 Prozessor Dual-Core 1,20 GHz / Intel Core i7-7Y75 Prozessor 1,30 GHz
  • Abmessungen: 324,60 mm x 229,60 mm x 10,98 mm
  • Gewicht: 1,2 kg
  • Display: 14″ Diagonale / 16:9 / 1920 x 1080 Pixel / IPS / Multi-Touch
  • Grafikkarte: Intel HD Graphics 615
  • Arbeitsspeicher: 8 GB LPDDR3
  • Speicher: 256 GB SSD
  • Schnittstellen: 2x USB 3.1 Type-C / 3,5 mm Kopfhöreranschluss
  • WLAN: 802.11 a/g/n/ac
  • Bluetooth: 4.1
  • Kamera: 1280 x 720
  • Akku: 4-Zellen 2770 mAh Li-Polymer
  • Farbe: Schwarz

Arbeiten mit dem Spin 7

Als Konvertible kann man mit dem Spin 7 sehr flexibel arbeiten, je nachdem wie es die Situation gerade erfordert oder worauf man mehr Lust hat. Deshalb gehen wir in diesem Kapitel der Reihe nach auf Tastatur, Trackpad und Display ein.

Tastatur

Das Schreiben auf der Tastatur zeichnet sich durch sehr kurze Hubwege aus. Allerdings ist das Feedback der Tasten nicht so knackig und wirkt ein bisschen schwammig. Trotzdem lässt es sich sehr gut und schnell auf ihr schreiben. Was der Tastatur jedoch wirklich fehlt, sind beleuchtete Tasten.

Trackpad

Das Trackpad bietet mit seinen Abmessungen von 14×6,5 cm viel Platz für Gesten. Es reagiert sehr zügig auf Berührungen mit den Fingern, um zum Bespiel eine Darstellung auf dem Display zu vergrössern. Die Oberfläche ist ziemlich glatt, allerdings braucht es zum Klicken recht viel Kraft und das helle Klickgeräusch ist etwas gewöhnungsbedürftig.


Acer Spin 7. Quelle: Acer

Display

Das IPS-Display stellt mit einer Diagonale von 14 Zoll eine gute Arbeitsfläche zur Verfügung. Die Auflösung beträgt 1920 x 1080 Pixel. Es reagiert sehr zügig auf Toucheingaben mit dem Finger oder einem kapazitiven Stift. Geschützt wird das Display mit dem kratzfesten und robusten Gorilla-Glas.


Acer Spin 7. Quelle: Acer

Farben und Kontrast stellt es sehr gut dar auch wenn man das Display von der Seite betrachtet. Mit der maximalen Helligkeit kann man die auftretenden Spiegelungen überstrahlen. Am unteren Rand und in den unteren Ecken machen sich so genannte Lichthöfe bemerkbar, wirklich sichtbar sind diese jedoch nur bei einem rein schwarzen Hintergrund.

Anwender-Erlebnis

Während unserer Testzeit hat sich das Acer Spin 7 für uns als praktisches Zweitgerät herausgestellt, welches wir sehr flexibel und vielseitig einsetzen konnten. Dazu gehören allgemeine Office-Arbeiten sowie Recherche und Texte für Blogposts.

Ein paar Dinge sind uns dabei aufgefallen: Die Akkuleistung beträgt nur rund vier Stunden und ist sehr stark davon abhängig, wie man das Gerät beansprucht, vor allem wie hell man das Display eingestellt hat. Das Gehäuse ist recht anfällig für Fingerabdrücke.

Acer setzt beim Spin 7 auf ein lüfterloses Konzept: das macht sich einerseits sehr positiv bemerkbar, weil das Gerät dadurch geräuschlos läuft, wie man es sonst nur von einem Tablet her kennt. Das kann je nach Arbeitsumgebung sehr angenehm sein. Allerdings fällt das Spin 7 auch durch eine recht starke Hitzeentwicklung auf. Ob es dann beim Prozessor zu einer Drosselung der Leistung kommt (Throttling), können wir nur vermuten. Generell kommen Prozessor und SSD im Spin 7 recht schnell an ihre Leistungsgrenzen. Das spürt man auch, wenn man mit Anwendungen wie Adobe Photoshop arbeiten möchte.


Acer Spin 7. Quelle: Acer

Das wollen wir dem Gerät aber nicht negativ auslegen: Seine Stärken liegen in der Mobilität und der Flexibilität als Notebook und Tablet. Das Spin 7 ist auf das Surface Book-Konzept und Windows 10 zugeschnitten, wie Microsoft es vorgelegt hat. Unabhängig davon, ob man mit ihm als Notebook oder als Tablet arbeiten will, man hat immer ein vollwertiges Desktop-Betriebssystem. Von der reinen Hardwareausstattung her gesehen befindet sich das Spin 7 dabei jedoch in einer anderen Leistungsklasse. Beim Umklappen des Display kann es vorkommen, dass Tastatur und Trackpad nicht schnell genug deaktiviert werden. Im Tablet-Modus ist die Tastatur nach unten offen. Auch wenn sie ausgeschaltet ist, muss man sich daran erst gewöhnen, wenn man das Spin 7 wie ein Tablet in den Händen hält. Dann kann es allerdings passieren, dass man unbeabsichtigt den Powerknopf betätigt und sich über einen schwarzen Bildschirm wundert. Für eine Neuauflage des Spin 7 sollte Acer diesen Punkt unbedingt verbessern.


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