Da ein Hackintosh ja einerseits auf dem Betriebssystem macOS von Apple basiert, aber andererseits explizit andere Hardware verwendet, stellt sich für uns in diesem Beitrag unserer Projekt-Berichterstattung die Frage, was macOS als Betriebssystem so attraktiv oder interessant macht.


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Im Folgenden haben wir mit der Unterstützung der Community ein paar Aspekte zusammengestellt, die uns an macOS besonders gut gefallen.

Es geht uns nicht darum, einen Werbetext zu formulieren oder verschiedene Betriebssysteme gegeneinander auszuspielen. Wir schreiben hier einfach aus unserer Sicht als Anwender, die sowohl macOS wie auch Windows aus jahrelanger eigener Erfahrung kennen.

Unix Basis

macOS – oder Mac OS X wie es bis ins Jahr 2016 hiess – hat eine sehr lange Geschichte hinter sich. Im Kern basiert macOS auf einem Unix-Derivat, genauer gesagt auf BSD. Unix wiederum ist ein Betriebssystem, dass in den 1970er Jahren entwickelte wurde und auf einem System für Grossrechner namens “Multics” basierte. Die Geschichte von macOS ist aber auch eng verknüpft mit der Rückkehr von Gründer Steve Jobs zu Apple im Jahre 1997. Er hatte in den Jahren zuvor mit der Firma NeXT ein auf Unix basierendes Betriebssystem entwickelt. Diese Firma wurde 1996 von Apple übernommen, Steve Jobs wurde wieder CEO von Apple und die Software NeXTSTEP wurde die Grundlage für das nächste Betriebssystem von Apple, das dann als Mac OS X bekannt wurde.

Aber was hat die Tatsache, dass macOS auf Unix basiert, für Vorteile für den Benutzer? Es ist von Haus aus bereits Multiuser-fähig und baut auf einem sehr guten Sicherheitskonzept auf. Mit der Terminal-Konsole bringt Unix ein mächtiges Tool mit für macOS. Vieles lässt sich mit ihr zügig und unkompliziert erledigen. Zudem ist macOS dank der Unix-Basis scriptfähig.

Die Unix-Basis kommt auch zum Tragen, wenn man sich mit Themen wie Webentwicklung oder Server-Administration beschäftigt. Viele Administrations-Tools lassen sich zudem einfach nachladen.

Benutzer-Erfahrung

Apple – und da müssen wir die Hardware mit einschliessen – bietet eine sehr attraktive Benutzer-Erfahrung. Diese basiert darauf, dass Hardware und Software aus einer Hand angeboten werden. Insgesamt bilden Hardware, Betriebssystem, Anwendungen, Dienste sowie Support und Service eine aufeinander abgestimmte Einheit.

Das fängt schon beim Konzept eines Mac-Computers an – einschalten und er ist betriebsbereit und funktioniert. Dazu gehört auch, dass er hardwaremässig komplett ausgestattet ist. So gehört Bluetooth schon seit Jahren dazu, bei den All-in-Ones und Notebooks ist zudem eine Kamera integriert. Das Betriebssystem macOS selbst ist vom Konzept her konsequent aus Anwender-Sicht aufgebaut.

Man kann seine Arbeit mit Werkzeugen wie mehreren Desktops, Mission Control oder Full Screen Modus sehr gut organisieren. Zusammen mit einem Apple Trackpad oder der Magic Mouse ermöglicht dieses Konzept ein sehr flüssiges Arbeiten, da man dieselben Gesten verwenden kann, wie man sie auch von iOS-Geräten her kennt. Auch die zahlreichen Tastatur-Shortcuts spielen eine wichtige Rolle, mit Kombinationen wie CMD-N, CMD-W oder CMD-Q ist man oft schneller, als mit dem Trackpad das entsprechende Menu anzusteuern. Umgangssprachlich ist die CMD- oder Command-Taste als Apfel-Taste bekannt. Auch optisch wirkt alles flüssig und geschmeidig, alle Programmfenster verschieben oder vergrössern sich ohne Ruckeln – da passt die Optik zum Workflow.

macOS zeigt aber auch einen einheitlichen Stil durch alle Bereiche des Betriebssystems und der wichtigsten Anwenderprogrammen. Das reicht bis zum Umgang mit einer vergrösserten Darstellung wenn man Monitore mit einer hohen Auflösung verwendet (High DPI). Auch hier werden alle Teile des Betriebssystems sowie der Programme immer angepasst dargestellt.

Zur Benutzer-Erfahrung gehört aber auch, dass man bei einem Mac schon mit den Bordmitteln sehr viele tun kann. Bei anderen Betriebssystemen muss man dafür oft zusätzliche Tools installieren.

Es geht aber nicht immer nur um die Stärken des Betriebssystems. Apple bietet eine flexibel einsetzbare Hardwareplattform, wie es kein anderer Hersteller tut: Neben dem vorinstallierten macOS lässt sich auf allen macOS-Geräten via Bootcamp auch Windows direkt installieren.

Support und Service

Die überzeugende Benutzer-Erfahrung geht über Software und die Geräte hinaus. Bei Schwierigkeiten hat man auf verschiedenen Kanälen einen Ansprechpartner, an den man sich wenden kann. Das kann der telefonische Support oder die Genius-Bar im Apple Store sein. Zusätzliche Sicherheit bieten die so genannten Protection Pläne, mit denen man Leistungen erhalten kann, die über die gesetzlich vorgeschriebenen Garantieleistungen hinausgehen.

Zudem kümmert Apple sich um seine Kunden – in den Stores kann man sich nach dem Gerätekauf für Einführungskurse und weitere Schulungen anmelden. Generell versteht Apple seine Stores nicht nur als reine Verkaufs- oder Servicestationen. Wer sich für einen Mac oder eine andere Lösung aus der gesamten Produktpalette von Apple interessiert, kann hier die Geräte wortwörtlich “anfassen” und sich unverbindlich informieren und beraten lassen.


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Einzelne Funktionen und Features

Als Betriebssystem ist macOS natürlich vollgepackt mit Tools und Diensten, die einfach zu einem Betriebssystem gehören. Wir haben hier ein paar Funktionen zusammengestellt, die einem den Alltag extrem erleichtern können.

Spotlight-Suche

Da ist zum Beispiel die Spotlight-Suche, die von Bookmarks bis hin zu eigenen Dokumenten, Kontakten, Mails und Informationen aus dem Web so ziemlich alles durchsucht – und findet.

Man muss sich nicht festlegen, was man sucht: Bei der Eingabe von influ ergänzt Spotlight schnell zu Influencer Marketing und findet – wie man im linken Screenshot unten sieht – passende Dokumente dazu. Die Suchfunktion geht aber weit über den eigenen Computer hinaus… wenn man zum Beispiel nicht mehr weiss, wo der nächste Apple Store ist, liefert sie Adresse und Anfahrtsweg (mittlerer Screenshot). Anhand einer Flugnummer lassen sich auch die genauen An- und Abflugzeiten ermitteln (rechter Screenshot) .

Time Machine

Time Machine ist eine in macOS integrierte Backup-Lösung. Sie hilft Datenverlust zu verhindern – man kann gezielt einzelne gelöschte Dateien zurückholen oder das Time Machine-Backup als Basis für eine Neuinstallation oder eine Migration nutzen. Das System erstellt bei der ersten Aktivierung ein komplettes Backup aller Daten und protokolliert dann die nachfolgenden Veränderungen im alltäglichen Gebrauch. Time Machine ist für den Anwender sehr einfach einzurichten und zu benutzen.

Automator

Der Automator ist vielleicht weniger bekannt, aber auch er ist sehr nützlich, wenn es darum geht dem Anwender immer wiederkehrte Aufgaben abzunehmen. Mit ihm lassen sich Arbeitsabläufe, die sich über mehrere Programme hinweg erstrecken automatisieren.

Quick Look

Ein einfache und sehr geniale Geschichte ist Quick Look. Man kann den Inhalt einer Datei anschauen, ohne sie explizit mit einem Programm öffnen zu müssen. Für Quick Look reicht es, die Leertaste anzutippen, wenn die Datei im Finder markiert ist. Unterstützt werden viele gängige Dateitypen. Wie man im Beispiel unten sieht, kann man in einem mehrseitigen Dokument sogar scrollen.


Screenshot in neuem Tab anschauen (1440×900)

Vorschau

Die Vorschau geht einen Schritt weiter, sie ist ein Programm, mit dem Dateien effektiv geöffnet werden. Auch sie unterstützt viele verschiedene Datei-Typen. Die Vorschau ist ein sehr vielseitiges Werkzeug.

Mit ihr hat man einen sehr praktischen PDF-Editor mit an Bord, der viele Grundfunktionen abdeckt. Man kann PDF’s erstellen, Formulare ausfüllen, mehrere PDF-Dateien zu einem Dokument zusammenfügen oder die Reihenfolge der Seiten innerhalb eines Dokuments verändern.

Bilder kann man ebenfalls gut mit der Vorschau bearbeiten. Man kann sie zuschneiden, drehen und verkleinern.

Ökosystem

Auch dieses Thema geht weit über das Betriebssystem macOS hinaus. Zusammen mit den verschiedenen Hardware-Produkten, den anderen Software-Plattformen (iOS, watchOS, tvOS) und den Diensten wie Apple Music, Apple Pay und iCloud ist es Teil des Ökosystems von Apple. Das Zusammenspiel der verschiedenen Geräte in diesem Öko-System machen macOS zu einem attraktiven Betriebssystem.

Es sind vor allem viele kleine Dinge, die sich im Alltag angenehm bemerkbar machen. Hier nur ein paar Beispiele: Entgegennehmen von iPhone-Anrufen auf dem Mac, das Entsperren mit der Apple Watch oder das Synchronisieren von Dokumenten via iCloud, wenn man mit einem iPad und einem Mac gleichzeitig daran arbeitet. Auch die Funktionen Air Drop und Air Play sind unheimlich praktisch, um zwischen Apple-Geräten Informationen auszutauschen oder Musik an den gewünschten Empfänger zu streamen.


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Teil der Ökosystems sind auch die Apple-eigenen Anwendungen, die entweder bereits vorinstalliert sind oder aus dem App Store heruntergeladen werden können. Wir wollen hier nicht alle Programme einzeln aufzählen, aber angefangen mit Mail, Kontakte und Kalender bis hin zu Photos, Garage Band oder iMovie und dem Paket mit Pages, Keynote und Numbers liefert Apple ein eindrückliches Software-Paket mit.

Geringer Wartungsaufwand

Klassische Aufgaben wie das Einrichten von Druckern oder WLAN-Verbindungen sind unter macOS sehr einfach gehalten.

Für Updates spielt der App Store eine zentrale Rolle. Aus ihm können nicht nur Updates für das Betriebssystem und Sicherheitspatches heruntergeladen werden, sondern auch alle Updates für Anwendungen, die dort gekauft wurden. Dazu zählen nicht nur die bereits erwähnten Apple-eigenen Programme, sondern auch eine breite Palette von Drittanbietern, wie beispielsweise Ulysses, Magnet, Affinity Photo / Designer oder Gemini 2.

Aber auch ausserhalb des App Stores ist macOS eine Plattform für viele attraktive Anwender-Programme. Da gehören die “Grossen” wie Office 365 von Microsoft und die Creative Cloud von Adobe genau so dazu, wie innovative Lösungen von kleineren Anbietern.

Ausblick

Im nächsten Beitrag wird es konkret – wir stellen das Thema Installation in den Mittelpunkt. Uns geht es dabei aber nicht darum eine direkte Anleitung zu geben, sondern Hintergrundwissen und unsere Erfahrung zu vermitteln.

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