Ab heute geht es mit der Berichterstattung im Projekt Mäcki weiter – willkommen zurück also!

Der erste Teil des Projekt war der Zusammenbau der Hardware und der Wasserkühlung gewesen. Jetzt im zweiten Teil stehen – wie schon ankündigt – unsere Erfahrungen mit dem System als Hackintosh im Zentrum.

Daher werfen in diesem Beitrag einen Blick zurück auf unser Hardware-Projekt und erklären den Begriff Hackintosh. Bevor wir dann auf Fragen rund um die Installation eingehen, beleuchten wir zuerst die Stärken des Betriebssystems macOS. Anschliessend schildern wir dann detailliert unsere gemachten Erfahrungen als Anwender im Alltag und wiegen anhand verschiedener Aspekte die Vor- und Nachteile von Original-Mac und Hackintosh gegeneinander ab.

Ein Blick zurück

Werfen wir zuerst einen Blick zurück, da seit dem letzten Beitrag doch einige Zeit vergangen ist.

Über den Zeitraum von mehreren Wochen hatten aus zum grössten Teil bereits vorhandener Hardware ein neues Wakü-System zusammengebaut. Das letze Update im Rahmen der Berichterstattung zum Projekt waren die abschliessenden Fotos des System gewesen.


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Wie damals angekündigt, haben wir auf den beiden SSD im System zwei Betriebssysteme installiert – Window 10 und macOS. Diese befinden sich absichtlich nicht auf einer SSD mit verschiedenen Partitionen, sondern auf zwei getrennten Datenträgern. Sonst würde die Gefahr bestehen, dass bei einem Fehler in einer Partition auch die andere in Mitleidenschaft gezogen wird.

Schauen wir aber zuerst, wie es nach dem Foto-Shooting weitergegangen ist. Wir haben den Computer nach Hause transportiert und in Betrieb genommen. Beim WaKü-Kreislauf haben wir noch etwas Flüssigkeit nachgefüllt, als die Luftblasen alle draussen waren.

Nach dem ersten Einschalten gab es damals ein paar bange Stunden. Das ganze System verhielt sich extrem träge. Wie wir schon im Vorfeld berichtet hatten, haben wir eine andere WLAN-Karte im Mini-PCI-Slot des Mainboards eingebaut als die im Lieferumfang. Laut Installationsanleitung läuft die Datenübertragung durch ein USB-Kabel, dementsprechend haben wir es so verkabelt.

Das war jedoch überhaupt nicht notwendig, da die USB-Daten vom Bluetooth auch via die Mini-PCI-Schnittstelle übertragen werden. Somit führte das USB-Kabel zu einem internen Konflikt, der das gesamte System ausbremste. Als wir das Kabel entfernt hatten, lief alles genau so wie es sollte. Eine zusätzliche Schwierigkeit war, für die Karte die passenden Windows 10-Treiber zu besorgen.

Die ersten Systemtests um zu prüfen, ob die Hardware ordnungsgemäss funktioniert, hatten wir noch unter Windows 10 gemacht. Danach haben wir dann alles vorbereitet, um macOS zu installieren. Und bei diesem Thema bleiben wir auch in diesem und den folgenden Beiträgen.

Um darüber zu schreiben, haben wir uns ein paar Monate Zeit gelassen, denn seit der Inbetriebnahme des Systems im September letzten Jahres sind rund sieben Monate vergangen. Dies hat uns aber auch mehr als ausreichend die Gelegenheit gegeben, unsere Erfahrungen zu machen.

Und auch auf Seiten Apple ist in dieser Zeit einiges passiert: Die ursprüngliche Installation hatten wir mit macOS Sierra (10.12.5) gemacht und später dann das Update auf 10.12.6 gemacht. Mit dem Upgrade auf den Nachfolger macOS High Sierra (10.13) haben wir gewartet, bis das erste grössere Update (10.13.1) erschienen war. Und auch für High Sierra sind unterdessen mehrere Updates veröffentlich worden.

Als Abschluss des ersten Beitrags wollen wir nun noch erklären, was ein “Hackintosh” eigentlich ist.

Was ist überhaupt ein Hackintosh?

Die Installation des Betriebssystems macOS auf nicht-Apple-Originalhardware wird allgemein als “Hackintosh” bezeichnet. Zum Einsatz kommt handelsübliche Desktop-Hardware, genau so wie wir sie in unserem Projekt verbaut haben.

Es geht dabei um die direkte Installation von macOS – vormals Mac OS X – auf einer x86-Architektur, und nicht um eine Virtual Machine oder eine Emulation.


Quelle: Shutterstock

Die Idee ist grundsätzlich nicht neu. Eine ganz andere Dimension hatte sie allerdings bekommen, als Apple im Jahre 2005 seine Prozessoren-Architektur wechselte und begannt gab, in Zukunft Intel-Prozessoren zu verbauen. Bis dahin hatte Apple auf die sogenannte Power-PC Architektur gesetzt, die gemeinsam mit IBM und Motorola entwickelt worden war. Diese war jedoch an einen Punkt gekommen, wo sie nicht mehr sinnvoll weiterentwickelt werden konnte. Vor allem das Verhältnis von Rechenleistung und Stromverbrauch gab für Apple den Ausschlag, den Schritt zu vollziehen.

Der Wechsel auf die x86-Architektur machte es einfacher, eine Hackintosh-Installation durchzuführen. Vorher hatte man den Power-PC-Emulator “PearPC” benötigte, um Mac OS X – wie macOS damals noch hiess – auf handelsüblicher PC-Hardware laufen zu lassen. Für ältere Versionen von Mac OS gab es verschiedene Emulatoren wie “SheepShaver” oder “Basilisk II”.

Umgekehrt öffnete der Wechsel zu Intel aber auch die Tür, auf Hardware von Apple eine native Installation von Windows zu betreiben. Diese Funktion ist heute unter dem Namen “Bootcamp” bekannt. Wer vorher auf seinem Power-Mac mit Windows arbeiten wollte, musste dafür eine Virtual Machine wie “Virtual PC” verwenden.

Von Seiten Apple wird eine Hackintosh-Installation natürlich in keiner Weise unterstützt oder befürwortet und man hat auch keinen Anspruch auf Support, wenn etwas nicht funktioniert. Von den Lizenz-Bestimmungen von macOS (EULA, End User License Agreement) her gesehen ist es sogar explizit verboten, das Betriebssystem auf nicht-Apple Hardware zu installieren oder Drittpersonen zu ermöglichen dies zu tun (Auf den Text klicken, um ihn zu vergrössern).


Quelle: Screenshot Apple

Gegen kommerzielle Anbietern von Hackintosh-Computern ist Apple in der Vergangenheit juristisch vorgegangen. So untersagte ein Gericht der Psystar Corporation aus Florida im Jahre 2009, Computer mit Mac OS X zu verkaufen.

Tatsache ist aber auch, dass selbst grosse Online-Medien keine Berührungsängste gegenüber dem Thema haben und wie selbstverständlich darüber schreiben. Und es gibt eine aktive Community mit zahlreichen Webseiten, die ganz normal via Google auffindbar sind. Dort findet man Foren, Tools, Anleitungen und Hilfestellungen für die Zusammenstellung geeigneter Hardware. Darauf gehen wir später noch näher ein.

Ausblick

In den nächsten Beiträgen versuchen wir zu ergründen, was den Reiz von macOS als Betriebssystem ausmacht und gehen dann auf das Thema Installation eins Hackintoshs ein.

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