Die grosse Diversität an Geräten ist das eine – wie man als Anwender die Geräte praktisch nutzen kann, ist das andere. Eines der wichtigsten Schlagwörter, mit denen man sich dann auseinandersetzen muss, ist „produktives Arbeiten“. Deshalb wollen wir als Teil unserer Serie zum Thema Mobile Working zuerst klären, was „Arbeiten“ überhaupt bedeutet.

Was heisst „Mobile Working“ überhaupt?

„Mobile“ steht ganz klar für die Unabhängigkeit von einem bestimmten Ort, sei es unterwegs bei einem Kunden, im Zug oder im Bistro.

Bei „Working“ wird es schon schwieriger, eine allgemeingültige Definition zu finden: Die verschiedenen Berufsgruppen führen ganz unterschiedliche Tätigkeiten aus: Ein Kundenberater einer Versicherung erledigt unterwegs andere Arbeiten als ein Fotograf oder ein Handwerker, der vielleicht via Tablet auf der Baustelle seine Arbeitsrapporte schreibt. Mit demselben Tablet kann ein Grafiker aber wiederum im Bistro Entwürfe für ein neues Logo zeichnen – die unterschiedlichen Szenarien und Bedürfnisse der Anwender sind ein Spiegel der Vielfalt der angebotenen Geräte und der Veränderungen in der Arbeitswelt.

Zauberwort „Produktivität“

Und dabei stand „Arbeiten“ bei der Lancierung des ersten iPad von Apple im Jahre 2010 gar nicht im Vordergrund. Steve Jobs stellte ein Gerät vor, dessen Benutzeroberfläche (UI) auf die Eingabe per Finger ausgelegt war, wie man es vom iPhone schon kannte. Das iPad verfügte über einige Grundfunktionen – rückblickend gesehen kann man sagen, waren es die Kreativität und der Ideenreichtum vieler unabhängiger Entwickler, die das iPad zu einem vielseitigen Werkzeug gemacht haben. Bereits kurz nach der Vorstellung des Geräts begann die Diskussion, ob man mit einem auf Fingereingabe ausgelegten Gerät „produktiv“ sein könne oder nicht – und die Diskussion wird heute immer noch sehr engagiert geführt.

Mit der Lancierung des iPad Pro im Herbst 2015 und dem eigenen Stift machte Apple selber den Aspekt Produktivität zum Thema. Es ging natürlich auch darum, neue Kundengruppen mit anderen Bedürfnissen und Anforderungen zu erschliessen. Mit der neu lancierten Stifteingabe wurden gezielt kreativ Arbeitende angesprochen. Zudem wurde eine externe Tastatur als Zubehör eingeführt.


Produktives Arbeiten mit dem iPad Pro. Quelle: Apple

In demselben Jahr sprang übrigens auch Google auf das damalige Trend-Thema auf und stellte mit dem Pixel C ein Tablet mit stabiler externer Tastatur vor.

Microsoft kommt aus einer ganz anderen Position als Apple oder Google. Als Softwarehersteller, der für Office-Arbeiten den Industriestandard gesetzt hat, verfügte der Konzern schon lange über eine starke Marktposition in diesem Bereich. Der Strategiewechsel unter Satya Nadella führte dazu, dass die Office 365-Apps und die anderen Service von Microsoft heute auf allen Plattformen verfügbar sind. Mit der Surface-Linie setzte Microsoft hardwareseitig ebenfalls klar auf Produktivität. Der Konzern setzt aber auch neue Akzente: Genauso wie Apple heute in seinen Keynotes „produktives Arbeiten“ mit Office 365 in den Fokus stellt, hat man bei Microsoft im Gegenzug die visuell kreativ Arbeitenden – bisher immer ein Heimspiel für Apple – für sich entdeckt. Dies zeigte sich beispielsweise mit dem „Surface Studio“, einem AIO-Computer, der sehr gezielt für alle grafisch arbeitenden Leute entwickelt wurde.


Kreativität mit dem Surface Book. Quelle: Microsoft

Arbeiten 1:1

Die Frage der Produktivität wird primär im Zusammenhang mit Tablets gestellt. Notebooks mussten sich dieser Frage nie stellen – sie waren schon immer Arbeitstiere für den mobilen Einsatz. So sind beispielsweise Laptops für gewisse Berufsgruppen oder Tätigkeiten schon seit langem so etwas wie ein mobiles Büro. Man denke nur an Journalisten, Fotografen, Studenten oder generell Aussendienstmitarbeiter.

Bleiben wir deshalb für den Rest des Kapitels bei den Tablets. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden gezielt mit Tablets ausrüsten, tun dies meist aus folgenden Gründen: Sie versprechen sich mehr Effizienz und Produktivität. Das ist wiederum vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu sehen, welche nicht nur die Geschäftswelt, sondern auch immer mehr Bereiche des alltäglichen Lebens beeinflusst. Im Kern geht es darum, alle Abläufe – von der Bestellung von Rohstoffen für die Produktion bis hin zur Rechnungstellung an den Endkunden – rein digital abzuwickeln und auf Papier zu verzichten. Digitale Daten können schneller verarbeitet, durchsucht und anderen zugänglich gemacht werden.

Oft kommen dann spezifische Unternehmens-Applikationen zum Einsatz, die genau auf Abläufe im Unternehmen zugeschnitten sind. So gibt es zum Beispiel vom Softwarehersteller SAP seit diesem Frühling ein neues SDK für’s iPad.


Von SAP gibt es ab März ein neues SDK um Apps zu entwickeln. Quelle: SAP

Ein ganz praktisches Beispiel für den Einsatz von Tablets im Unternehmen ist die Fluggesellschaft Swiss. Mittels einer eigens entwickelten App haben ihre Piloten Zugriff auf Unterlagen wie Kartenmaterial von Flughäfen, Pistensysteme und Wetterdaten. Beim schwedischen Unternehmen SFK, Hersteller von Maschinenbauteilen, sind die Mitarbeiter in der Produktion untereinander via Tablets und Smartphones vernetzt, um schneller Informationen austauschen zu können. Zudem bietet das Unternehmen für seine Kunden und Partner zahlreiche Apps an, um auch hier wo immer möglich den Informationsfluss auf rein digitale Daten abzustützen.

Inhaltsverzeichnis über alle Artikel

Mobile Working: Einstieg
Mobile Working: Hardware und Plattformen
Mobile Working: Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Mobile Working: Geschichte der Interaktion
Mobile Working: Wie wir heute interagieren
Mobile Working: Funktionsumfang


Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.