Autor: Archangel

Schon vor längerer Zeit wollte ich einen aktuellen Bericht zum Verlauf der Bluthochdruck-Behandlung bei mir schreiben. Ich habe immer auf den richtigen Moment gewartet, aber den gibt es wohl es nie, da die Behandlung von Bluthochdruck eine kontinuierliche Geschichte ist. Ich möchte deshalb heute einen Punkt setzen und einfach zusammenfassen, was in den letzten Monaten geschehen ist.


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Und das ist so einiges… was ich in den vergangenen Monaten immer gemacht habe, war regelmässig den Blutdruck zu messen und zwar ein Mal pro Tag. Diese Disziplin aufrecht zu erhalten, ist ehrlich gesagt gar nicht so einfach. Tipps zum richtig Blutdruck messen und was Bluthochdruck eigentlich ist, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst. Zudem trage ich weiterhin die Apple Watch, welche kontinuierlich den Puls misst und aufzeichnet.

Angefangen systematisch den Blutdruck zu messen habe ich im Herbst vergangenen Jahres und als positives Zwischenresultat kann ich die Erkenntnis verbuchen, das meine jahrelange Behandlung gegen Bluthochdruck alles andere als optimal gewesen war, da sie nicht regelmässig überprüft wurde.

Im letzten Update im Januar hatte ich einen Termin beim Kardiologen angekündigt und der hat natürlich unterdessen auch stattgefunden. Er hat das Herz mit dem Ultraschallgerät untersucht, ein Belastungs-EGK gemacht und mir zum Schluss ein 24h-Monitoring verordnet, um die Herzfrequenz auch im normalen Alltag aufzuzeichnen.


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Ein paar Tage später hatte mein Hausarzt den Bericht vom Kardiologen. Die gute Nachricht war, dass mit meinem Herz alles in Ordnung ist. Um jedoch die zum Teil sehr hohen Pulswerte zu senken, hat er mir zusätzlich zur bestehenden Medikation einen Beta-Blocker verschrieben.

Der Beta-Blocker hat sehr schnell angeschlagen, meine Werte gingen nach unten, vor allem der Puls. Das war ja eigentlich auch eine gute Sache. Aber es entwickelte sich auch eine Begleiterscheinung. Ein paar Wochen später hatte ich im Grundgelenk des grossen Zeh des rechten Fusses einen Gicht-Anfall. Rückblickend habe ich den ersten Schub, der auch nicht so heftig war, wohl gar nicht als Gicht erkannt. Erst der zweite rund 14 Tage später war so schmerzhaft, dass ich zum Hausarzt gehumpelt bin. Er hat auf Grund des stark erhöhten Harnsäure-Wertes im Blut Gicht diagnostiziert und mir die entsprechenden Medikamente gegeben.


Vor allem Treppen gehen war ein Problem. Quelle: Shutterstock

Die Gicht wurde dann zwar innert ein paar Tagen ein gutes Stück besser, aber das Fuss gehen war wochenlang sehr schmerzhaft und nur auf kurze Distanzen möglich. Zudem erlitt ich immer wieder Rückfälle. Die ganze Geschichte bedeutete auch einen hohen psychischen Stress für mich, da ich wochenlang in meinem Alltag sehr eingeschränkt war.

Für meinen Blutdruck und Puls hiess dies allerdings, dass die Werte wieder nach oben gingen. Das kann eine Nebenwirkung der Gicht- und Schmerzmedikamente gewesen sein, aber auch starke psychische Belastung treibt den Blutdruck tendenziell nach oben.

Eine ganz grosse Frage konnte jedoch nie definitiv beantwortet werden – und das betrifft den Zusammenhang zwischen Gichtanfällen und Medikamenten zur Blutdrucksenkung. Mit Google findet man einige Hinweise darauf, aber nichts wirklich handfestes. Vor allem bei genannte Diuretika oder Entwässerungs-Tabletten wird vor Gicht als Nebenwirkung gewarnt, auch auch diverse Beta-Blocker werden immer wieder im Zusammenhang mit einem Anstieg des Harnsäure-Spiegels und Gicht genannt.


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Diuretika habe ich nie genommen und im Beipackzettel vom des mir vom Arzt verschriebenen Beta-Blocker findet sich kein Hinweis, dass bei Gichtpatienten Vorsicht geboten sei. Auch wenn jetzt die Gicht-Symptome bei mir endlich fast komplett verschwunden sind, konnte für mich der Verdacht eines Zusammenhangs zwischen Betablocker und Gicht nie ganz ausgeräumt werden.

Da meine Blutdruckwerte in den Wochen nach dem Gichtanfall erhöht blieben, entschied sich der Hausarzt für eine zweite Medikamenten-Anpassung und tauschte das Medikament, welches ich seit Jahren genommen hatte, gegen einen anderen Blutdruck-Senker aus. Den Beta-Blocker muss ich aber trotzdem weiter nehmen. Es liegen also einige nicht gerade sehr angenehme Wochen hinter mir, meine Blutdruck- und Pulswerte sind durch den ganzen Stress mit der Gicht hoch und runter gegangen.

Das Omron EVOLV und die Apple Watch waren und sind für mich unerlässlich beim kontinuierlichen Kontrollieren meiner Werte.


Quelle: Omron


Quelle: Apple

Die effektiven Gründe für die schwankende Werte sind dann natürlich immer noch eine offene Frage – auf die möglichen Wirkungen von Gicht-Medikamenten und erhöhtem Stress habe ich oben im Artikel hingewiesen. Das Blutdruckmessgerät EVOLV, welches ich schon in einem separaten Review vorgestellt habe, leistet mir dabei gute Dienste. Es ist immer noch in einem Top-Zustand, es zeigt sich wie stabil und robust es ist. Auch die Apple Watch, mit der ich die Herzfrequenz dokumentiere, ist ein hilfreiches Werkzeug.

Bei beiden Geräten ist eine grosse Stärke, dass die Messwerte laufend in einer App protokolliert werden und somit der ganze Verlauf rückwirkend immer einsehbar ist. Ich nehme die Smartphone-Daten vom Blutdruckmessgerät und der Apple Watch immer mit zum Arzt, was für ihn auch eine Hilfe ist, da die Messung in der Sprechstunde immer nur eine Momentaufnahme ist. Regelmässiges und selbständiges Messen im Alltag ist und bleibt für mich die wichtigste Grundlage die Krankheit zu erkennen und die laufende Behandlung zu überwachen.

Für die Berichterstattung zum Thema Bluthochdruck und meine Therapie ist dies der abschliessende Beitrag an dieser Stelle. Persönlich geht natürlich meine Behandlung weiter mit regelmässigem Messen der Werte und eventuellen Anpassungen bei der Medikation. Jahrelang habe ich zwar Blutdruckmedikamente geschluckt, aber nie gemessen, so dass eigentlich unklar war, ob die Behandlung überhaupt etwas nutzt oder nicht. Hätte ich schon früher angefangen regelmässig zu messen, hätte man die Fehlentwicklung und somit auch die unangenehmen Begleiterscheinungen wie die Gicht vielleicht verhindern können.

Für mich zeigen die Erfahrungen der letzten sechs Monate eindeutig, dass Bluthochdruck etwas ist, was man nie auf die leichte Schulter nehmen sollte und dass Therapien immer auch unerwartete oder unerwünschte Veränderungen mit sich bringen können.


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