Spätestens seit dem Wegfall des 3.5mm-Klinkensteckers für den Kopfhörer beim iPhone 7 ist das Interesse an kabellosen Kopfhörer gestiegen, um unterwegs mit dem Mobilgerät Musik hören zu können. Auch wir haben uns nach Produkten umgesehen, und uns für den Plantronics BackBeat Pro 2 entschieden – hier ist unser Erfahrungsbericht.

Verpackung und Lieferumfang

Der BackBeat Pro 2 ist in einer stabilen Kartonschachtel verpackt. Zum Lieferumfang gehören ein Micro-USB-Ladekabel, ein 3.5 mm-Kabel sowie eine Schutzhülle.


Lieferumfang BackBeat Pro 2 Quelle: Plantronics

Bedienungselemente

Bedienen lässt sich der BackBeat Pro 2 sehr einfach, die Bedienungselemente befinden sich an den beiden Ohrmuscheln.


Rückseite BackBeat Pro 2. Quelle: Plantronics

Links sind alle Funktionen untergebracht, die mit dem Hören von Musik zu tun haben. Der Lautstärkeregler ist als runder Jog-Dial konzipiert, mit dem sich die Lautstärke präzise regeln lässt. In der Mitte sitzen die Tasten für Play/Pause und zum Skippen. Auf der Rückseite der linken Ohrmuschel sitzt die Taste um das Noisecancelling ein- oder auszuschalten.


Linke Ohrmuschel BackBeat Pro 2. Quelle: Plantronics

Auf der rechten Seite befindet sich der Schieberegler, um den BackBeat Pro 2 ein- und auszuschalten sowie für das Koppeln per Bluetooth. Darunter sitzt die Taste, um das eingebaute Mikrofon stumm zu schalten. Die Aussenseite ist die Taste zum eingehende Telefonanrufe anzunehmen, die LED darunter zeigt den Ladestand des Akku an. Auf der Unterseite sind der Micro-USB Anschluss und der 3.5.mm-Stecker untergebracht.


Rechte Ohrmuschel BackBeat Pro 2. Quelle: Plantronics

Um die Musikwiedergabe zu unterbrechen, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, als nur die Pause-Taste zu drücken: Dank der eingebauten SmartSensor-Technologie von Plantronics unterbricht der BackBeat Pro 2 die Musikwiedergabe, wenn man ihn absetzt. Setzt man ihn wieder auf, setzt er sie automatisch fort. Wenn man will, kann man die Funktion deaktivieren (Tasten für Mikrofon und Anruf entgegennehmen gedrückt halten).

Von Plantronics ist die kostenlose App „Plantronics Hub“ (PLT) für Android und iOS verfügbar, auch für Windows und macOS gibt es ein gleichnamiges Programm. Die Anwendung bietet ein Handbuch mit Erklärungen für alle Funktionen sowie eine Ladestandsanzeige für den Akku.

Verbinden

Den BackBeat Pro 2 per Bluetooth mit einem Gerät zu verbinden ist kinderleicht. Man muss ihn zuerst mit der Taste auf der rechten Ohrmuschel einschalten und sie dann weiter hochdrücken, um das Pairing zu starten. Beim anderen Gerät, zum Beispiel einem Smartphone, muss natürlich Bluetooth aktiviert sein. Der BackBeat Pro 2 wird dann in der Liste der Bluetooth-Geräte angezeigt, so dass man ihn auswählen kann.

Wir haben für unseren Test den Kopfhörer mit verschiedenen iOS- und Android-Geräten verbunden. Eine Besonderheit ist, dass er sich mit zwei Geräten gleichzeitig koppeln lässt. Das ist besonders praktisch, wenn man beispielsweise öfters zwischen Smartphone und Tablet hin- und herwechseln um Musik zu hören. Manchen wir ein kleines Beispiel: Wenn man mit dem Tablet einen Film schaut und auf dem Smartphone kommt ein Anruf herein, schaltet er automatisch um. Die automatische Umschaltung kann aber manchmal unpraktisch sein: Surft man beispielsweise mit dem Tablet im Internet und hört aus einer anderen Quelle Musik, kann es passieren, dass ein sich automatisch startendes Webvideo oder ein Werbebanner mit Sound die Tonwiedergabe aufs Tablet umlenkt.

Der BackBeat Pro 2 lässt sich auch mit einem Windows-PC oder einem Mac koppeln, allerdings kann es dann passieren, dass eingestellte Funktionen wie zum Beispiel das Noisecancelling vom Betriebssystem überschrieben werden. Gar nicht koppeln lässt sich der BackBeat Pro 2 mit der PlayStation 4 Pro von Sony, obwohl sie Bluetooth-tauglich ist.

Unter Windows wird der BackBeat Pro 2 als Freisprechgerät erkannt, wenn man ein Programm startet, dass eine Mikrofon-Verbindung etabliert. Dies hat Auswirkungen auf die Audiowiedergabe. Wie man dies umgehen kann, um wieder die gewohnte Audioqualität zu geniessen, zeigen wir Euch in diesem Tutorial.

Unterwegs mit dem BackBeat Pro 2

Als Kopfhörer, der primär für Mobilgeräte konzipiert ist, haben wir den BackBeat Pro 2 ausgiebig unterwegs getestet, unter anderem im Fitnesscenter, in Bus und Tram und natürlich auch als Fussgänger. Aufpassen muss man nur, wenn es regnet, den der Kopfhörer ist nicht wasserdicht.

Tragekomfort

Der BackBeat Pro 2 ist als OnEar-Kopfhörer konzipiert, der Anpressdruck der Ohrmuscheln ist angenehm. Er sitzt gut auf dem Kopf, und bleibt auch stabil, wenn man sich bewegt. Der Bügel und die Ohrmuscheln sind gut gepolstert, die Halterungen der Ohrmuscheln sind flexibel, so dass sich der BackBeat Pro 2 gut dem Träger anpassen kann.

„Der Tragekomfort hat mich überzeugt, auch für mich als Brillenträger ist es kein Problem, ihn längere Zeit zu tragen.“ (Archangel von hitzestau.com)

Klang und Noisecancelling

Musik hören kann man beim BackBeat Pro 2 mit aktivem oder mit ausgeschaltetem Noisecancelling. Mit beiden Einstellungen ist das Klangbild sehr harmonisch, der Bass ist ziemlich kräftig. Ohne Noisecancelling lässt sich jedoch ein leichtes Rauschen im Hintergrund wahrnehmen. Wenn man das Noisecancelling aktiviert, klingt die Musik klarer und präziser.

„Mit dem BackBeat Pro2 habe ich viele Song sozusagen akustisch neu erleben können. Vor allem in Verbindung mit dem Adapt Sound von Samsung kann der Kopfhörer zeigen, wie gut er Nuancen in der Musik wiedergeben kann.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)


Quelle: Shutterstock

Schon ohne eingeschaltetes Noisecancelling schirmt der BackBeat Pro 2 recht viele Umgebungsgeräusche ab, ohne dass man die Lautstärke zu sehr aufdreht. Wir haben festgestellt, dass das Noisecancelling nicht alle Frequenzen gleich stark herausfiltert. Stimmen von anderen Personen -zum Beispiel im Bus – hört man je nach Stimmlage immer noch ein bisschen.

Wenn man den BackBeat Pro 2 mit einem Android-Smartphone verbunden hat, welches das aptX-Protokoll unterstützt, wird die Qualität der Audioübertragung via Bluetooth verbessert. Sonst wird einfach die normale Bluetooth-Verbindung genutzt. Dasselbe gilt auch für iOS-Geräte von Apple. Allerdings haben wir keinen wirklich hörbaren Unterschied zwischen Verbindungen mit oder ohne aptX festgestellt. Wichtiger für das Klangbild sind die individuellen Equalizer-Einstellungen auf den einzelnen Geräten.

Im so genannten Open Listening-Modus kann man alles hören, was in der Umgebung passiert, also auch Dinge wie Lautsprecherdurchsagen, die man nicht verpassen will. Die Musikwiedergabe wird dann unterbrochen.

Headset-Mode

Bekommt man einen Anruf, währendem man mit dem BackBeat Pro 2 Musik hört, kann man den Anruf direkt mit einem Druck auf die rechte Ohrmuschel annehmen, das ist recht praktisch. Weniger gut ist dann leider die Tonqualität, wenn man den BackBeat Pro 2 als Headset zum Telefonieren nutzt. Der Klang ist dann sehr blechern. Aber auch der Ton, der beim Gesprächspartner ankommt, ist schlechter als man sonst von einer Telefonverbindung gewohnt ist. Das ist auch etwas unverständlich, da Plantronics im Bereich Headsets – zum Beispiel für Callcenter oder Skype-Gespräche am PC – recht gut aufgestellt ist.

Akkulaufzeit und Laden

Die Akkulaufzeit ist recht beeindruckend, sie lag bei uns im Test um die 22 Stunden Musikhören. Auch wenn man einen ganzen Tag unterwegs ist, muss man sich nie Sorgen machen, dass man nicht mehr Musik hören kann mit dem BackBeat Pro 2. Aber auch wenn der Akku mal ganz leer sein sollte und man ihn nicht sofort mit Strom versorgen kann, muss man nicht auf den Musikgenuss verzichten: Mit dem mitgelieferten 3,5mm-Kabel kann man ihn bei den meisten Geräten direkt ins Smartphone oder Tablet einstecken oder auch in Entertainmentsysteme im Flugzeug.

Zum Aufladen kann man den Kopfhörer via das mitgelieferte Micro-USB Kabel an eine USB-Schnittstelle im PC oder an ein normales Smartphone-Netzteil anschliessen. Ein separates Netzteil wird nicht mitgeliefert. Ein kompletter Ladevorgang dauert rund 2,5 Stunden. Den Akkustand kann man an der seitlich angebrachten LED ablesen. Zudem wird er auch beim Einschalten des Headsets angesagt.

Tech Specs

Hier sind die wichtigsten Informationen zum Plantronics BackBeat Pro 2:

  • Gewicht: 544 g
  • Headset: Dynamische 40 mm-Lautsprecher
  • Mikrofone: Dualmikrofone mit DSP
  • Bluetooth: Bluetooth 4.0 + EDR, HSP 1.2, HFP 1.6 (Wideband)
  • Reichweite: Musikstreaming bis 100 Meter
  • Akkulaufzeit: Bis zu 24 Stunden Wiedergabezeit
  • Akku: Lithium-Ionen, nicht austauschbar
  • Ladezeit: Bis zu 3 Stunden

Preise und Verfügbarkeit

Der Plantronics BackBeat Pro 2 ist in der Farbe Black/Tan für CHF 247.90 (UVP inkl. MwSt.) erhältlich. Die Special Edition in Graphite Grey verfügt zusätzlich über NFC, um das Pairing mit einem Gerät durchzuführen und wird mit einem Hartschalen-Case geliefert (CHF 277.90, UVP inkl. MwSt.).

Fazit

Die Stärke des BackBeat Pro 2 liegt ganz klar beim Musik hören unterwegs, mit einem Smartphone oder Tablet als Quelle. Der Klang hat uns überzeugt und das Noise Cancelling erlaubt es einem einfacher „abzuschalten“ oder sich zu konzentrieren. Dazu kommt der gute Tragekomfort und die einfache Bedienung unterstützt von den akustischen Ansagen. Da die Batterielaufzeit rund 20 Stunden beträgt, muss man sich um den Akku den ganzen Tag über keine Sorgen machen, so etwas wie zuerst aufladen bevor man Musikhören kann, haben wir nie erlebt. Das Koppeln mit zwei Geräten gleichzeitig ist ebenfalls sehr nützlich.

Der einzige Minuspunkt, der uns während der Testzeit aufgefallen war, ist die Klangqualität im Headset-Modus beim Telefonieren. Zudem wäre es praktisch, wenn man Einstellungen wie einen Equalizer – jeweils angepasst an die verschiedenen Geräte, mit denen er gekoppelt ist – mittels einer App machen und dann im Kopfhörer selbst speichern könnte.

Was kabellose Kopfhörer mit Bluetooth angeht, waren wir ehrlich gesagt zu Beginn etwas skeptisch. Der Plantronics BackBeat Pro 2 hat uns jedoch eines besseren belehrt: Verbindungsprobleme oder -Unterbrüche gab es so gut wie nie und ohne störendes Kabel, auf das man immer achten muss, ist es halt viel komfortabler. Und auch die Klangqualität stimmt.


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