Im ersten Teil unseres Erlebnisberichts haben wir Euch die notwendige Hardware vorgestellt, darum wollen wir hier keine weiteren Worte mehr verlieren und gleich loslegen… das Erleben von Virtual Reality zu beschreiben, ist alles andere als einfach. Trotzdem wollen wir es hier so gut wie möglich versuchen.

Von Sony haben wir ein paar Spiele zur Verfügung gestellt bekommen, die meisten davon finden sich auch im Lieferumfang der PS VR als Beilage, wenn man die Brille regulär erwirbt. Zudem haben wir uns The Playroom VR aus dem Store heruntergeladen.

Virtual Reality erleben

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Quelle: Shutterstock

„Wow, als ich zum ersten Mal ein Spiel gestartet habe, hat es mich fast umgehauen… die totale Rundumsicht, alles ist ganz dicht an einem dran, ich möchte am liebsten alles anfassen.“ (Archangel von hitzestau.com)

The Playroom VR hat sich für uns als ideales Einstiegs-Spiel für die PS VR herausgestellt. Man kann sich gut an die neue Erfahrung gewöhnen und die kleinen Roboter und ihre Welt machen einfach Spass. Man findet verschiedene Elemente wie den Greifautomat oder Teile mit klassischem Jump and Run. Als Spieler lernt man auch neue Arten den Controller zu benutzen, beim Greifautomaten kann man den Controller ins Bedienungspanel stecken, was dann so aussieht:

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Szene aus The Playroom VR. Quelle: Screenshot The Playroom VR

Lasst Euch von der Perspektive bei den Screenshots nicht verwirren, im Gegensatz zu den anderen Titeln die wir angespielt haben, sieht man hier nicht das, was man in der Brille sieht, sondern schaut dem Spieler über Schulter.

„Die Welt mit den kleinen Robotern ist süss und macht Fun, die Immersion ist eindrücklich, aber ich muss mich dran gewöhnen, dass man mitten drin ist. Die gewohnte Distanz zu einem Monitor gibt es nicht mehr, alles kommt ganz nahe an einen ran.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

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Szene aus The Playroom VR. Quelle: Screenshot The Playroom VR

„Die ersten Erfahrungen mit VR bedeuten eine steile Lernkurve : beeindruckende visuelle Wahrnehmung, neue Formen der Steuerung und der Interaktion mit dem Spiel-Inhalt sind nur ein paar der Herausforderungen.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Wenn man nüchtern und sachlich über Virtual Reality schreibt, fällt schnell das Wort „Immersion“, also das komplette Eintauchen in die virtuelle Welt. Das mit dem Eintauchen kann man auf verschiedene Arten verstehen – und wie uns Ocean Descent aus dem Spiel VR Worlds gezeigt hat, auch ziemlich wörtlich: Man wird in einem Taucherkäfig an einem Korallenriff vorbei in die Tiefe herabgelassen bis zu einem versunkenen Schiff, wo den Spieler noch ein kleines Abenteuer erwartet.

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VR Worlds – Ocean Descent. Quelle: Sony

„Eintauchen heisst hier sich an einen anderen Ort versetzen lassen, stauen, entspannen und alles rundherum vergessen. Fische und andere Tiere schwimmen an mir vorbei, ich hatte sofort das Bedürfnis, die Stäbe des Käfigs oder die Fische anzufassen. Die Rundumsicht ist einfach atemberaubend und ich abe beim Abtauchen sogar die Kälte des Wassers gefühlt.“ (Archangel von hitzestau.com)

Auch wenn die Aufzeichnung nur einen Bruchteil der Erfahrung mit der VR Brille wiedergibt, zeigen wir Euch hier den kompletten Tauchgang, und diesmal aus der Sicht des Spielers.

Das einzige, was einen noch limitiert oder in der realen Welt hält, ist das Kabel der VR Brille. Ansonsten könnte man sich glatt komplett um die eigene Achse drehen und den Hai mit den Augen verfolgen, wenn er um den Käfig herumschwimmt.

Die Immersion, welche die Sony VR erzeugen kann, ist sehr stark. Sehr eindrücklich – und zwar als Spieler und auch als Aussenstehender – haben wir dies in einer Sequenz beim Titel Until Dawn: Rush of Blood gemerkt: Am Anfang des Spiels gibt es eine Sequenz mit einer Achterbahnfahrt, die Ihr hier als Aufzeichnung anschauen könnt.

„Im Bauch spürt man das Gefühl, wie man in die Tiefe rast und auf der anderen Seite wieder hoch… es fühlt sich so an, als sässe man wirklich auf einer Achterbahn.“ (Archangel von hitzestau.com)

Das Video kann dieses Gefühl nicht vermitteln, aber es ist schon eindrücklich, wie VR es schafft, rein über optische und akustische Reize ein derartiges Gefühl im Bauch zu erzeugen und für den Spieler die Illusion einer Achterbahnfahrt zu schaffen.

„Wenn man die Personen, welche die VR Brille trägt beobachtet, sieht man gut, wie sie mit dem ganzen Körper die Achterbahnfahrt mitmacht, obwohl sie eigentlich nur auf einem Stuhl sitzt, der sich nicht bewegt.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Steuerung

In Verbindung mit der PlayStation VR hat Sony auch neue Formen der Steuerung und der Interaktion ins Spiel eingeführt. Hier nur zwei kurze Beispiele: Bei VR Worlds – Luge wird der Kopf zur Steuerung. Als Spieler liegt man auf einer Art Schlitten und rast eine Bergstrasse hinunter.

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Szene aus VR Worlds – Luge. Quelle: Sony

„Steuern kann man hier nur, indem man den Kopf nach links und rechts neigt. Wobei ich immer versucht habe, das Gewicht mit dem ganzen Oberkörper zu verlagern – was allerdings nichts genutzt hat. Spass macht es trotzdem, aber es kann ganz schön in den Nacken gehen.“ (Archangel von hitezstau.com)

Eine für uns neue Form der Interaktion kommt auch mit den PlayStation Move Controllern, welche als separates Zubehör erhältlich sind. Sie gibt es bereits seit der PlayStation 3, aber in Verbindung mit der VR Brille wird das Erlebnis nochmals intensiver.

„Bei Rush of Blood nutzt man die Sticks, um die beiden Revolver zu steuern, mit denen man während der Achterbahnfahrt auf Ziele schiessen kann. Die VR vermittelt hier ein echtes Raumgefühl, so dass man richtig das Gefühl vom Zielen hat.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

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Szene aus Until Dawn: Rush of Blood. Quelle: Sony

Grenzen der Immersion

Bis jetzt haben wir Euch ein paar Beispiele vorgestellt, wo die Immersion sehr gut funktioniert und uns auch sehr beeindruckt hat. Aber sie kommt natürlich auch an ihre Grenzen – und darauf wollen wir in diesem Abschnitt eingehen.

Vor allem im Zusammenhang mit den Händen kommt es immer wieder zu „Brüchen“ zwischen der Realität und dem was man in der Brille sieht.

Wenn man wie hier bei VR Worlds – The London Heist Gegenstände vom Tisch oder aus der Schublade aufnehmen will, passt die reale Haltung der eigenen Hände, mit denen man den Controller hält, nicht zu dem, was man in der Brille sieht. Will man dann die Haltung der realen Hände an die Höhe des Tischs anpassen, rutscht man mit dem Controller aus dem Sichtfeld der Kamera.

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Szene aus VR Worlds – London Heist. Quelle: Sony

„Eine gute Lösung wären Handschuhe, die wie der Controlle die Signale an die Konsole übertragen. Damit liesse sich die Diskrepanz zwischen den Händen die man sieht und der realen Handhaltung überwinden.“ (Archangel von hitezstau.com)

Auch bei RIGS Mechanized Combat League fehlt der Einbezug der Hände. Als Spieler steckt man in einem übergrossen Kampf-Roboter, aber die Hände die man links und rechts im Blickfeld hat, sind nicht die eigenen.

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Szene aus RIGS Mechanized Combat League. Quelle: Sony

„Bei RIGS passt die reale Körperhaltung nicht zu dem, was man in der Brille sieht. Man hält den Controller in den Händen und sitzt auf einem Stuhl. Als Spieler steckt man in einem Roboter, läuft mit ihm umher und sieht Hände, welche die Waffen bedienen. Hier ist der Unterschied zwischen virtuell und real einfach zu gross – das ist sehr irritierend.“ (Monk-Trader von hitezstau.com)

Bei Spielen wie Driveclub VR oder VR Worlds – Scavengers Odyssey ist uns aufgefallen, dass die Sicht in die Weite bzw. die Schärfe von weit entfernten Objekten problematisch sein kann. Das macht das Erfassen von Zielen beim Springen schwierig oder auch das vorausschauende Fahren beim Autorennen.

Aussteigen

Bei allem Spass und neuen Erfahrungen mit der VR Brille, irgendwann kommt der Moment, wo man sie abzieht. Ein bisschen kennt man das ja, wenn man plötzlich aus etwas herausgerissen wird, auf das man sich sehr konzentriert hat – aber bei VR kann es noch unangenehmer sein.

„Je stärker man sich auf die VR-Erfahrung einlässt, desto unangenehmer und ernüchternder ist der Moment des „Herauskommens“ bzw. des Rückkehrens in die reale Umgebung. Auch das Zeitgefühl kann komplett verloren gehen.“ (Archangel von hitzestau.com)

Tragekomfort

Die Sony PlayStation VR bietet einen recht hohen Tragekomfort. Weder der Kopfbügel noch die Brille selber üben einen unangenehmen Druck aus, und das auch, wenn man die Brille über einen längeren Zeitraum aufhat. Das einzige was passieren kann ist, dass sie bei starken Hoch- und Runterbewegungen des Kopfes verrutscht. Der Lichtschutz des Headsets besteht aus weichem Gummi, so gibt es rund um die Augen auf dem Gesicht kaum Druckstellen. Zudem lässt sich der Gummi einfach abnehmen und reinigen.

Zum Thema Schwitzen können wir nicht viel sagen, da unser Test nicht im Hochsommer stattgefunden hat. Die Gläser können trotzdem mit der Zeit beschlagen, dann hilft am besten, den Knopf unten an der Brille zu drücken und sie etwas nach vorne zu ziehen. Nach diesem kurzen „Lüften“ hat man dann wieder freie Sicht.

„Die Sony VR lässt sich ohne Probleme über eine Stunde tragen, ohne dass es unangenehm wird.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Nebenwirkung und Belastung

In den Gesundheitswarnungen von Sony wird vor möglicher Übelkeit und Schwindelgefühlen gewarnt. Sony empfiehlt beim Verspüren solcher Symptome, die VR Brille sofort abzulegen.

„Ich habe beim Autorennspiel DriveClub schon kurz nach dem Start heftige Schwindelattacken bekommen und deshalb die Brille sofort wieder abgezogen. Ein paar Tage später hatte ich mit anderen Spielen keine Probleme und am Schluss unserer Testsessions bin ich dann auch ohne Probleme nochmal DriveClub gefahren.“ (Archangel hitzestau.com)

In erster Linie soll der Aufenthalt in der Virtual Reality Spass machen – und das tut es auch. Auf jeden Fall sollte man die Gesundheitshinweise was Übelkeit, Schwindel und ähnliche Symptome betrifft, sehr ernst nehmen. Sicher brauchen manche Menschen länger als andere um sich an die VR-Erfahrung zu gewöhnen, aber wenn man leichte Übelkeit oder Schwindel verspürt, sollte man nicht im dem Kopf durch die Wand wollen und sich selber eine Angewöhnungsphase gönnen.

Je nach Spiel kann man es nach einer Game-Session aber auch zu sehr deutlichen Verspannungen im Nacken in Verbindung mit Kopfschmerzen kommen. Es gibt Spiele die sehr nackenintensiv sind, weil man den Kopf viel hin und her drehen muss. Bleiben solche Symptome bestehen, sollte man besser einen Arzt konsultieren.

Ohne hier zu schulmeisterlich aufzutreten, schliessen wir uns auf Grund unserer eigenen Erfahrungen den Hinweisen von Sony an: Längere Gaming-Sessions sind problemlos machbar, aber alle 60 Minuten eine Pause einzulegen, ist sicher eine gute Idee. Zudem sollte man immer am Ort sitzen bleiben, wenn man die VR Brille trägt: Mit der Brille ist man komplett von der realen Umgebung abgeschottet, da können schon einfache Dinge wie ein Kabel am Boden oder ein Tisch zur Stolperfalle werden. Die PlayStation Kamera verfolgt die Bewegungen, die man mit dem Kopf und den Controllern macht, sie erkennt jedoch keine realen Hindernisse im Umfeld.

Dicht dran

Zur Immersion in eine Szenerie oder Action kommt auch der Effekt, dass alles was man sieht, sehr nahe an einen herankommt. Das können die bösen Jungs aus London Heist sein, deren schlechten Atem man im Gesicht zu spüren scheint, aber auch die lustigen Roboter aus The Playroom VR oder optische Effekte wie hier in VR Worlds – Scavengers Odyssey.

„Bei den Spielen, die wir getestet haben, hat man nicht nur das Gefühl mitten drin zu sein, sondern vieles kommt in der Tat sehr dicht an einen heran. Das ist nicht immer nur angenehm. Aber jeder hat da sicher seine eigene Komfortzone. Spiele-Entwickler sollten das auch berücksichtigen.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Fazit

Virtual Reality für Spiele hat Potential, klar ist da auch der Reiz des Neuen, aber unsere Begeisterung geht weit darüber hinaus. Bei unseren Testsessions haben wir die Sony PlayStation VR auch Kollegen von uns gezeigt – da sind vor lauter Begeisterung einige Kraftausdrücke gefallen. Ihre Erfahrungen sind mit in unseren Text eingeflossen. In dem kurzen Zeitraum, der uns für unser Review zur Verfügung stand, haben wir natürlich sozusagen nur an der Oberfläche gekratzt.

Mit der PS4 Pro und der PlayStation VR liefert Sony ein Gesamtpaket für das Eintauchen und Erleben von Virtual Reality ab. Die PlayStation VR ist streng genommen ein Zubehör zur PlayStation 4-Konsole. Das hat den grossen Vorteil, dass man sich nicht mit Grafikkartentreibern und ähnlichem herumschlagen muss, sondern man kann ein Spiel starten und sicher sein, dass alles funktioniert und man muss sich nicht sorgen, ob die Hardware noch leistungsstark genug ist – die Vorteile einer Konsole halt. Die PS VR ist Teil des etablierten PS-Ökosystems und damit hat Sony auch ein Interesse daran, die Spieler mit einer ausreichenden Menge an Titeln zu versorgen. Der ganz grosse AAA-Titel für die VR fehlt zwar bis heute noch, aber nach unseren Testerfahrungen können wir sagen: Potential und Spass-Faktor sind auf jeden Fall da. Und ganz wichtig: Virtual Reality ist etwas, was man selber erleben muss. Wir haben hier versucht unsere Erfahrungen zu beschreiben und mit ein paar Screenshots und Videos zu illustrieren – aber das ist nichts gegen das selber Erleben.

Auf das Thema Bildqualität der Brille sind wir bisher nicht eingegangen, das wollen wir hier noch nachholen: Obwohl sie eine geringere Auflösung mitbringt als die Mitbewerber, sind wir von Bildqualität und der Schärfe sehr angetan. Man sieht kein Pixel-Gitter vor den Augen. Klar ist beim Thema Bildqualität für kommende Gerätegenerationen noch Luft nach oben.

Während unserer Testzeit haben wir auch ein paar Konsolentitel ohne die VR Brille angespielt, wie zum Beispiel die Demo von Doom oder Destiny.

„Als Konsole hat mich die PS4 Pro überzeugt. Das Gameplay war immer flüssig, der Controller liegt gut in der Hand. Als App lässt sich unter anderem Spotify benutzen. Hardwareseitig find ich es positiv, dass man die Festplatte austauschen kann. Nur wurde leider kein UHD-Laufwerk verbaut, um Filme abzuspielen. Die Gründe hierfür kennt nur Sony, denn sie hätten eine Vorreiterrolle einnehmen können.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Wer schon eine PlayStation 4 hat, muss nur die VR-Brille und eventuell die Kamera erwerben, um in die Virtual Reality von Sony einzutauchen. Die Investitionen halten sich also noch in einem überblickbaren finanziellen Rahmen. Und auch wer noch keine passende Konsole besitzt, erwirbt ein umfangreiches Entertainment-System, wo die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Oder um es mit einem Satz zu sagen:

„PlayStation4 Pro und die Sony VR dürfen bei uns jederzeit unter dem Weihnachtsbaum auftauchen – und zwar nicht virtuell, sondern ganz real.“ (Archangel und Monktrader von hitzestau.com)

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In andere Welten eintauchen mit der PlayStation VR: Hardwarevorstellung
In andere Welten eintauchen mit der PlayStation VR: Erlebnisbericht


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