Im ersten Teil unserer Serie zum Thema 4K haben einen Blick auf die Entwicklungs-Geschichte des Fernsehens geworfen. Jetzt machen wir den Sprung in die Gegenwart und gehen auf das 4K- und HDR-Erlebnis zu Hause ein. Dafür stellen wir in diesem Review zuerst wie angekündigt den Samsung 55″ Q8F vor, bevor wir auf weitere 4K-Themen oder -Geräte eingehen.

Der folgende Text ist unser erstes Review zu einem Fernseher überhaupt. Was die Themen 4K und HDR angeht, sind wir also echte Neusteiger. Deshalb wollen wir hier kurz auf unseren eigenen aktuellen Fernseher eingehen. Es handelt sich um ein 40 Zoll Full-HD Gerät, das unterdessen achteinhalb Jahre Betriebszeit auf dem Buckel hat (Sharp LC-40LE700E). Damit versteht sich von selbst, dass an ihm der Zahn der Zeit nagt. Technologisch ist er längst überholt und in den Ecken erkennt man eine deutliche Vignettierung. Insgesamt wirken Bild und Farben ziemlich blass.

Dementsprechend gross waren unsere Erwartungen. Wir gehen im ersten Teil unseres Reviews auf das Aufstellen, das Design und die Display-Technologie ein. Im zweiten Teil dreht sich dann alles um unser Seh-Erlebnis mit dem Q8F, wobei wir dann natürlich den Schwerpunkte auf 4K- und HDR-Inhalte legen, da er dann seine Stärken voll ausspielen kann.

Aufstellen

Der Fernseher ist sehr gut verpackt und geschützt für den Transport. Für das gesamte Aufstellen hat Samsung eine leicht verständliche Anleitung beigelegt. Wir empfehlen, den Fernseher zu zweit aufzubauen, da vor allem das Display wegen seiner Grösse recht unhandlich ist und es sollte ja nichts beschädigt werden. Der Zusammenbau des zweiteiligen Fusses ist sehr einfach. Um ihn an der Rückseite des Fernsehers zu schrauben, empfehlen wir, ihn umgekehrt auf eine weiche Unterlage wie ein Tuch auf einem Tisch oder ein Sofa zu legen. Wichtig dabei ist allerdings, dass der Bildschirm auf dem Rahmen aufliegt, damit es so wenig wie möglich Druck auf das Display selbst gibt.

Zum Aufstellen haben wir den Standard-Fuss verwendet, der im Lieferumfang mit dabei ist. Der Q8F ist mit vier VESA-Montagepunkten (400×400 mm, VESA MIS-F) auch für eine Wandmontage geeignet. Zudem bietet Samsung optional auch andere Stand-Füsse an.

Die beiliegende Anleitung erklärt auch, wie die Kabel durch den Fuss geführt werden. Insgesamt werden nur das Stromkabel und das Glasfaser-Kabel zur „One Connect“-Box direkt an den Fernseher angeschlossen. Die One Connect-Box enthält alle übrigen Anschlüsse.

One Connect-Box

Der Fernseher selbst ist so schlank, weil Samsung alle Anschlüsse in einer externen Box zusammengefasst hat, der so genannten One Connect-Box. Sie ist über ein dünnes optisches Kabel mit dem Fernseher verbunden. Das Kabel selbst ist fünf Meter lang, optional ist ein 15 Meter langes Kabel erhältlich. Der Stecker ist im Verhältnis zum Kabel recht gross (6x3x1 cm).


One Connect-Label mit Stecker. Quelle: Samsung

Der grosse Vorteil von dieser Lösung ist, dass der Fernseher und die Geräte, die man ihn anschliessen will, nicht zwingend nebeneinander aufgestellt werden müssen. So hält sich der berühmte „Kabelsalat“ hinter dem Fernseher in Grenzen, weil wie oben gesagt, nur Strom- und das One Connect-Kabel an ihn direkt angeschlossen werden. Über mehr Anschlüsse verfügt der Fernseher auch gar nicht.

Dies ist eine Übersicht über alle Schnittstellen, welche die One Connect-Box beim QLED TV Q8F bietet.

  • Slot für CI+-Karte (auf der Schmalseite)
  • 3x USB
  • LAN
  • Digital Audio Out
  • 4x HDMI (mit 1x ARC)
  • Satellite (Main und Sub)
  • Antenne DVB-C
  • One Connect-Kabel (Verbindung zum Fernseher)
  • Stromanschluss (integriertes Netzteil)

Zudem verfügt die One Connect-Box über ein integriertes WLAN-Modul. Sie ist mit schwarzem Klavierlack überzogen, was sie sehr empfänglich für Staub und Fingerabdrücke macht.

Design

Nachdem wir den Fernseher am vorgesehenen Platz aufgestellt hatten und alles verkabelt war, haben wir uns etwas Zeit genommen, um das Design auf uns wirken zu lassen, bevor wir ihn zum ersten Mal einschaltet haben.


Samsung Q8F. Quelle: Samsung

Der Q8F selbst ist sehr schlank, unser Testgerät hat eine Bildiagonale von 55” Zoll, das entspricht rund 140 cm. Der Displayteil ist 122 cm breit und knapp 71 cm hoch, mit Standfuss kommt das gesamte Gerät auf eine Höhe von knapp 79 cm. Der Bildschirm misst an der dicksten Stelle rund 4,5 cm.


Samsung Q8F. Quelle: Samsung

Wenn man ihn zum ersten Mal fertig aufgestellt sieht, hat man schon das Gefühl, man hat sich eine Kinoleinwand ins Haus geholt.


Samsung Q8F. Quelle: Samsung

Das Design ist extrem schlicht, das Display wird von einem filigranen und lackierten Metallrahmen umgeben.


Samsung Q8F. Quelle: Samsung

Die Rückseite besteht aus Kunststoff und bietet vier Montagepunkte nach dem VESA-Standard und einen Lüftungsschlitz.


Samsung Q8F. Quelle: Samsung

Das gesamte Gerät ist sehr solide verarbeitet. Der Fuss sieht zwar schlank aus, ist aber recht schwer und gibt dem Fernseher einen sicheren Stand. Am ganzen Design gibt es nichts, was beim Fernsehen schauen ablenkt.

Display-Technik

Und bevor wir zu unserem Fernseh-Erlebnis mit dem Fernseher kommen, wollen wir hier auf ein paar technische Aspekte des Displays eingehen. Wir beginnen mit den beiden Abkürzungen 4K/UHD und HDR. Mit diesen beiden “Buzzwords” werden Fernseher, aber auch Spielfilme, TV-Serien und Games beworben.


Quelle: Shutterstock

Auflösung: 4K / UHD

Die Abkürzung UHD steht für Ultra High Definition und wird gleichbedeutend mit 4K verwendet. Sie steht für die Auflösung, also die Anzahl Bildpunkte oder Pixel, die ein Display hat. Im Falle von 4K/UHD sind dies 3840 in der Breite und 2160 in der Höhe. Jeder einzelne Pixel besteht wiederum aus drei Dioden: Rot, Grün und Blau. Im Vergleich zum HD-Standard (1920×1080) stehen also vier Mal mehr Bildpunkte zur Darstellung zur Verfügung.


(i steht für interlaced / p für progressive). Quelle: lifewire.com 

Farben, Licht und Kontrast: HDR

HDR (High Dynamic Range) ist vielen vielleicht schon aus der Fotografie bekannt. Moderne Smartphones haben in ihren Kameraeinstellungen einen entsprechenden Menüpunkt. Seit einiger Zeit fasst HDR auch in der Videoproduktion Fuss und benötigt entsprechend ausgestattet Fernseher, um die Inhalte wiederzugegeben.

Die Idee hinter HDR ist, Bilder mit grossen Helligkeitsunterschieden in allen Bereichen detailreich wiederzugeben. Das menschliche Auge ist hierbei leistungsfähiger als eine digitale Kamera. Bei Motiven mit hellen und dunklen Bereichen kann sie nur begrenzt einen Ausgleich schaffen. So gibt es wie man im Bild unten sieht, immer Bereiche die entweder zu hell oder zu dunkel sind. In beiden Fällen gehen viele Details wie die Strukturen der Wolken oder die Oberfläche der Decke verloren.

Bei HDR spielen Kontrast, Helligkeit und Farbe so zusammen, dass ein besserer Ausgleich über das gesamte Bild geschaffen wird. Wie man unten sieht, erkennt man viel mehr Details und Strukturen, zudem wirken die Farben satter, als wäre vom Bild ein grauer Schleier weggezogen worden.

Für HDR-Effekte im Video-Bereich gibt es aktuell verschiedene technologische Standards: HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. HDR10 und HDR10+ sind lizenzfreie Standards, Dolby Vision wurde von den Dolby Laboratories entwickelt. Die beiden letzteren sind untereinander nicht kompatibel. Der Hauptunterschied verläuft jedoch zwischen einem statischen HDR-Effekt (HDR10) und einem dynamischen HDR-Effekt (HDR10+ / Dolby Vision).

  • Dynamisch bedeutet: Einstellungen von Helligkeit und Kontrast werden Bild für Bild angepasst, um immer ein optimales Ergebnis zu erzielen, da beispielsweise ein Film aus heller und dunkleren Szenen besteht.
  • Statisch bedeutet: Einstellungen von Helligkeit und Kontrast werden einmal gesetzt und gelten für den gesamten Film.

Der Samsung Q8F hat kann HDR10 und HDR10+ wiedergeben. Zudem beherrscht er auch ein weiteres HDR-Format, nämlich HLG (Hybrid Log-Gamma). Dieses kommt vor allem bei TV-Übertragungen und Streaming zum Einsatz.

Das „Q Display“ von Samsung

Die Display-Technik, die Samsung beim Q8F verwendet, wird von Samsung QLED genannt. Sie ist eine Weiterentwicklung der bestehenden LED-Technik. In ihr kommt alles zusammen, was für die Wiedergabe von 4K- und HDR-Material braucht.

Für 4K ist es natürlich die entsprechende Anzahl Pixel. Die Wiedergabe von HDR ist etwas komplexer. Die so genannte Quantum Dot Color-Technologie, die in den einzelnen Pixel verbaut ist, sorgt für eine lebensechte Wiedergabe der Farben. Sie deckt den P3-Farbraum nahezu komplett ab. Zudem verfügt das Display über eine sehr hohe maximale Helligkeit von 1500 Nits. Das ist notwendig, um den hohen Kontrastumfang wie er zu HDR-Bildern gehört, überhaupt darstellen zu können. „Nits“ ist die Masseinheit für Helligkeit, die in der Physik verwendet wird. Für die Darstellung von Kontrasten und insbesondere Schwarzwerten setzt Samsung auf zwei weitere Technologien: Eine spezielle Beschichtung des Displays, die Samsung „Ultra Black“ nennt, sowie das Supreme UHD Dimming. Die matte Beschichtung sorgt auch dafür, dass man bei normalem Tageslicht die volle Bildqualität geniessen kann.

Wo das Display ebenfalls überzeugt ist beim Thema Vignettierung. Hier kann man nur sagen: es gibt keine, das Bild ist bis in die Ecken gleichmässig hell. Wenn man bei einzelnen Aufnahmen eine Vignettierung sieht, ist diese Teil des aufgenommenen Materials und nicht dem Display des Fernsehers zuzuschreiben.

Die Darstellung von schwarzen Flächen gilt allgemein als Schwachpunkt bei QLED-Displays. Aber auch hier macht der Q8F einen deutlich besseren Eindruck als unser alter HD-Fernseher, wobei das auch nicht wirklich überraschend ist. Auch wenn man in diesem Punkt vielleicht Abstriche im Vergleich zur OLED-Technologie machen muss, zählt für uns schlussendlich der Gesamteindruck wenn man eine TV-Episode oder einen Film schaut.

Schwarz-Darstellung ist eine Stärke von OLED-Displays, weil hier die einzelnen Pixel keine separate Hintergrundbeleuchtung haben und somit wirklich auf „dunkel“ schalten können. Allerdings erreichen sie nicht die gleiche maximale Helligkeit wie ein QLED-Display, was aber wiederum für die Darstellung von HDR-Effekten wichtig ist. Zudem ist bei ihnen die Gefahr des Einbrennens höher und es kann mit der Zeit zu Farbverschiebungen in der Darstellung kommen.

Das Q-Konzept von Samsung

Der Buchstabe Q ist im Marketing von Samsung nahezu allgegenwärtig. Die Display-Technologie wird als QLED bezeichnet. Aber hinter dem Q stecken insgesamt drei Bereiche, die gesamte Konzept des Fernsehers zusammenfassen.

  • Q Picture: Hier geht es um das Display, also Farbdarstellung, Helligkeit, Kontrast und hoher Betrachtungswinkel.
  • Q Style: Darunter versteht Samsung das Design mit dem schmalen Rand, sowie die Flexibilität beim Aufstellen (One Connect-Box, Wandmontage)
  • Q Smart: Fernbedienung, Bedienung per Smartphone, Inhalte zum Abspielen


Quelle: Samsung

Ausblick

Im ersten Teil sind wir das Aufstellen und das Design (Q Style) sowie die Displaytechnologie (Q Picture) eingegangen. Im zweiten Teil unseres Reviews kommen wir auf unser Fernsehen-Erlebnis mit dem Q8F zu sprechen (Q Smart).

Inhaltsverzeichnis

Erlebe 4K: Fernsehen neu erleben mit dem Samsung Q8F (Teil 1)
Erlebe 4K: Fernsehen neu erleben mit dem Samsung Q8F (Teil 2)


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