Eigentlich war es sehr mutig von Samsung, unter derselben Bezeichnung zwei Varianten eines neuen Smartphones zu präsentieren. Welches wird den Geschmack der Kunden treffen, welches wird sich besser verkaufen? Unterdessen weiss man, dass Samsung mit dem Erfolg des Galaxy S6 Edge so nicht gerechnet hat. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass das Galaxy S6 besser bei den Kunden ankommen würde. In der Tat verkaufen sich beide Modelle in etwa gleich gut, was auch Anpassungen bei der Produktion bedeutete.

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Auch wenn die beiden Modelle schon im April auf den Markt gekommen sind, ist die Geschichte um die diesjährigen Modelle noch lange nicht zu Ende erzählt. So gibt es aktuell Spekulationen, dass die Preisempfehlung von Samsung um rund 100 Euro gesenkt werden soll. Erwartet wird die Ankündigung für den 13. August 2015. An diesem Tag wird Samsung auch die nächste Generation der Note-Reihe, das Galaxy Note 5, sowie ein grösseres S6 Edge Plus vorstellen.

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Zudem sind die beiden aktuellen Galaxy S6-Modelle sozusagen die Basis für die Virtual-Reality-Brille Gear VR2, welche ebenfalls im Laufe des August in den Handel kommt. Bei diversen Online-Händlern kann sie bereits bestellt werden. Das Smartphone wird vorne in die Brille eingesetzt und schon kann man in virtuelle 3D-Welten eintauchen.

So einfach wird das Smartphone in die Halterung der Gear VR2 eingesetzt:

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Archangel aus unserem Team konnte die Gear VR2 bereits einmal ausprobieren, hier könnt Ihr seinen Erfahrungsbericht nachlesen.

Im Folgenden wollen wir Euch jetzt unsere Erfahrungen mit den beiden Galaxy S6-Modelle vorstellen:

Gehäuse und Haptik

Technisch gibt es zwischen den beiden Modell-Varianten nur wenige Unterschiede. Beide haben im Vergleich zu den Vorgängerjahren ein komplett neues Design erhalten. Zudem setzt Samsung neu auf Materialien wie Aluminium und Glas.

Für unseren Erfahrungsbericht hat Archangel aus unserem Team beide Geräte nacheinander im Alltag genutzt. Unser erstes Testgerät war das Galaxy S6 Edge, weil es mit seinem aufregenden und extravaganten Auftreten unser Interesse geweckt hatte. Wir haben aber schnell gemerkt, dass das Design des Gehäuses einen grossen Einfluss auf die Haptik und das Erlebnis mit dem Gerät mit sich bringt. Darum stellen wir Euch das Galaxy S6 Edge als erstes vor.

Galaxy S6 Edge

Beim Gerät steht sozusagen der Rand im Zentrum. Das englische Wort „Edge“ steht für Rand. Und es ist genau der Seitenrand des Display, der an beiden Seiten abgerundet ist. Dies gibt dem gesamten Smartphone ein aussergewöhnliches Aussehen, das sich von den Modellen der Mitbewerber sehr stark abhebt.

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Die Biegung des Display hat zur Folge, dass der Metallrahmen an den Seiten ist nur noch sehr dünn ist. Er setzt die Rundung vom Display jedoch nicht fort, sondern ist stärker nach innen geneigt.

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Das Ganze hat Auswirkungen auf die Haptik: Das Galaxy S6 Edge ist im Vergleich zu anderen Smartphones sehr anders zum in der Hand halten. Das Gerät fühlt sich viel dünner an als es effektiv ist, denn es ist nur der Rand, den man in den Fingern spürt. Wenn man es hochkant hält, rutscht man deswegen leicht auf den Powerknopf. Wenn man es quer hält beim Fotografieren liegt das Gerät auch nicht wirklich sicher in der Hand. Je nach Winkel, in dem man das Gerät hält, fühlt sich dieser dünne Rand stellenweise sehr scharfkantig an, obwohl er es nicht wirklich ist. Trotzdem kann man sich die Hände daran aufrauen.

„Nachdem ich das Galaxy S6 Edge ein paar Tage benutzt hatte, habe ich mich an den dünnen Rand gewöhnt und wusste wie ich damit umzugehen habe. Das war schon etwas irritierend, denn eigentlich sollte ein Smartphone immer gut in der Hand liegen.“ (Archangel von hitzestau.com)

Auf der flachen Rückseite steht die Kameralinse leicht hervor.

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Daneben sind der Blitz und der Pulsmesser untergebracht.
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Der Slot für die SIM-Karte ist am oberen Rand, der Powerknopf befindet sich rechts. Am linken Rand befinden sich die Lautstärkeregler. Die Knöpfe sind sehr satt und nicht gerade leichtgängig, das ist aber gut so. Unten sind die Anschlüsse für Kopfhörer, microUSB sowie der Lautsprecher.

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Galaxy S6

Im Vergleich zum Galaxy S6 Edge kann man das Design des Galaxy S6 am ehesten als konservativ bezeichnen, was jetzt überhaupt nicht negativ gemeint ist. Ein leicht nach aussen gebogener Metallrand umgibt das gesamte Gerät, es hat keine scharfen Kanten oder Übergänge.

„Der Umstieg vom Galaxy S6 Edge auf das Galaxy S6 war nach rund zwei Wochen Testzeit ein Unterschied wie Tag und Nacht. Auch wenn Technik und Betriebssystem beinahe identisch sind, wirkt das S6 wie ein komplett anderes Gerät. Es liegt sofort gut in der Hand. Man kann es immer sicher halten, egal ob man telefoniert oder fotografiert.“ (Archangel von hitzestau.com)

Im Gegensatz zum Galaxy S6 Edge ist der Slot für die SIM-Karte auf der rechten Seite, gleich unterhalb des Powerknopfs verbaut.

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Auf der flachen Rückseite findet man wie beim Galaxy S6 Edge die hervorstehende Kameralinse sowie Blitz und Pulsmesser.

Farben und Modelle

Beide Modelle sind in der Schweiz mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten (32 / 64 / 128 GB) seit dem April 2015 erhältlich. Was die Farben betrifft, treibt Samsung es recht bunt. Bei den Farben kann der Kunde zwischen White Pearl, Black Saphire und Gold Platinum wählen. Das Galaxy S6 gibt es zudem in Blue Topaz und das Galaxy S6 Edge in Green Emerald.

So präsentiert sich die Galaxy S6 Farbpalette…

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…und hier das Galaxy S6 Edge:

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Dazu kommen noch Sondereditionen wie etwa das Galaxy S6 Edge, welches in Zusammenarbeit mit Marvel für den aktuellen Kinofilm „The Avengers: Age of Ultron“ herausgegeben wurde.  Verfügbar war diese jedoch nur in China, Südkorea und Hong Kong bis Ende Juli 2015. Es wäre schön, wenn es auch entsprechende Editionen mal bei uns in Europa geben würde, gerade wo Samsung auch in anderen Spielfilmen wie beispielsweise „Jurassic World“ Präsenz zeigt.

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Quelle: Samsung

Technik

Schauen wir uns nun die technischen Aspekte der beiden Galaxy S6-Modelle an.

Mit dem Galaxy S6 fährt Samsung für die Speichererweiterung und die Wechselbarkeit des Akku eine neue Strategie. Schauen wir uns zuerst die Speicherfrage an, bevor wir zum Akku kommen. Beide Veränderungen führten jedoch zu einigen kontroversen Diskussionen.

Entgegen den früheren Modellen bieten die Neuen keine Speichererweiterung mehr mittels einer microSD-Karte. Google selber hatte unter Android 4.4 (KitKat) die Nutzung von Speicherkarten eingeschränkt, für das aktuelle Android 5.0 Lollipop jedoch wieder gelockert. Dies mag nun etwas widersprüchlich erscheinen, aber man darf nicht vergessen, wann die grundlegenden Entscheidungen für die Galaxy S6-Modelle gefällt wurden. Überfliegt man die Diskussionen in den einschlägigen Online-Foren ist dies für manche User jedoch nur ein schwacher Trost. Klar, wer grosse Sammlungen von Bildern, Musik oder anderen Daten ständig lokal gespeichert haben will, erfährt hier eine Einschränkung. Für mich persönlich als Archangel stellt der Wegfall der Speichererweiterung kein grosses Problem dar, da wir bei hitzestau sowieso viele Daten in der Cloud gespeichert haben.

„Da heute viele Daten in der Cloud gespeichert sind oder bei Bedarf aufs Gerät gestreamt werden, empfinde ich den Wegfall des microSD-Slots als nicht so dramatisch.“ (Archangel von hitzestau.com)

Zudem bietet Samsung das Galaxy S6 mit einem integrierten Speicher von bis zu 128 GB an, was immer noch die lokale Speicherung einer recht grossen Datenmenge erlaubt.

Die Rückseite des Geräts lässt sich gegenüber den Vorgänger-Modellen nicht mehr öffnen und somit kann man auch den Akku nicht mehr wechseln. Dies mag auf die Wahl der Gehäusematerialen und die Fertigung zurückzuführen sein. Im Vergleich mit Modellen anderer Hersteller ist dies aber heute auch durchaus marktüblich.

Auch hierbei wird es sicher einige Kunden geben, welche die Wechselmöglichkeit bisher geschätzt haben. Immerhin hat Samsung was das Laden des Akkus angeht, einige Neuerungen eingeführt: Beim klassischen Laden via Netzteil und Kabel kommt die vom Galaxy Note 4 bekannte Quick-Charge-Technologie zum Einsatz, welche im Alltag wirklich sehr nützlich ist. Mit einer relativ kurzen Zeit am Strom, kann man dem Galaxy S6 wieder ein paar zusätzliche Stunden Betriebsdauer „spendieren“. Nach Samsung-Angaben reichen zum Beispiel zehn Minuten Ladezeit, um die Geräte für weitere vier Stunden benutzen zu können. Die tatsächliche Zeit hängt natürlich immer davon ab, was man mit dem Gerät macht.

Bei der kabellosen Ladetechnologie unterstützt Samsung mit dem Qi- und dem PMA-Standard die beiden am weitesten verbreiteten Techniken. Samsung ist hierbei sehr offen – denn so ist sichergestellt, dass das Galaxy S6 nicht nur mit dem Samsung-eigenen Zubehör aufgeladen werden kann, sondern auch mit Ladestationen von Drittherstellern. Hier setzt Samsung auf eine Zukunftsperspektive: An immer mehr Orten wie Flughäfen, Restaurants oder Cafés soll man an öffentlichen Ladestationen mobile Geräte aufladen können. Auch Einrichtungshäuser bieten bereits Möbel an, in denen Ladestationen integriert sind. Zudem gibt es auch immer mehr Zubehör wie beispielsweise externe Akkus, die man via USB anschliessen kann oder tragbare Lautsprecher, die ebenfalls zum Aufladen des Smartphone genutzt werden können.

Das Display gehört zu den absoluten technischen Höhepunkten des Galaxy S6: Es ist gestochen scharf und blickstabil, dass heisst Farben und Helligkeit verändern sich kaum, wenn man aus einem flachen Winkel auf das Display schaut. Auch betreffend Kontrast und Schwarzdarstellung überzeugt das Display. Beim Galaxy S6 Edge mit dem gebogenen Rand ist nicht nur das Glas, sondern auch das Display selber gebogen. Trotzdem werden alle Inhalte auch an den Rändern gestochen scharf und ohne irgendwelche Verzerrungen dargestellt. Auf die zusätzlichen Funktionen des S6 Edge werden wir dann im zweiten Teil näher eingehen.

Ausgesprochen lobend erwähnen muss man den Fingerscanner im Home-Button. Dieser wurde letztes Jahr mit dem Galaxy S5 eingeführt. Für die Galaxy S6-Modelle hat Samsung den Fingerscanner entscheidend weiter verbessert. Er reagiert schneller und die Handhabung wurde vereinfacht: Man muss nicht mehr drüberstreichen mit dem Finger, sondern die Fingerkuppe nur noch auf den Home-Button legen. Das ist viel einfacher, besonders wenn man das Gerät in einer Hand hält. Gerade um das Gerät zu entsperren, ist der Fingerabdruck die unkomplizierteste Variante. Und sie ist erst noch viel sicherer, als eine PIN einzugeben.

Mit dem Galaxy S6 wird auch der Samsung-eigene Bezahldienst „Samsung Pay“ lanciert. Dieser wird nach neusten Informationen Ende Sommer zuerst in den USA und Südkorea eingeführt. In Europa soll der Dienst ebenfalls lanciert werden, wobei hierfür noch kein Datum feststeht. Für den Bezahldienst ist Samsung eine Partnerschaft mit Mastercard eingegangen. Beim Bezahlvorgang kommt ebenfalls der Fingerscanner zum Einsatz. Dies dürfte auch mit ein Grund sein, warum Samsung-Geräte in der Community nicht gerade als sehr leicht zu rooten gelten. Eine eFuse soll dies verhindern, denn um als Zahlungsmittel zu dienen, muss das Gerät gegen unbefugte Zugriffe abgesichert sein.

Technische Spezifikationen

Für beide Modelle

  • Display: 5.1-Zoll / Super AMOLED / 2560 x 1440 (Quad HD) / Pixeldichte 577 ppi
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Datenspeicher: 32 / 64 / 128 GB (verfügbar: 25.3 / 54.6 / 114 GB)
  • Prozessor: 64bit Exynos 7420 Octa, 4x 2,1 GHz & 4x 1,5 GHz
  • Hauptkamera: CMOS 16.0 MP / f/1.9 / Video: UHD 4K (3840 x 2160 Pixel) @30fps
  • Vordere Kamera: CMOS 5 MP
  • Netz: 2G / 3G / 4G
  • WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac 2.4G+5GHz, VHT80 MIMO
  • Anschlüsse: 3,5-mm-Stereo-Audio/ NFC / Bluetooth 4.1 / Micro-USB 2.0
  • Betriebssystem: Android 5.0 Lollipop / Samsung TouchWiz Oberfläche
  • SIM-Karte: Nano-SIM

Zusätzlich für Galaxy S6

  • Grösse: 143.4 x 70.5 x 6.8 mm
  • Gewicht: 138 Gramm
  • Akku: 2550 mAh

Zusätzlich für Galaxy S6 Edge

  • Grösse: 141.1 x 70.1 x 7.0 mm
  • Gewicht: 132 Gramm
  • Akku: 2600 mAh

Ausblick

Soweit unsere Eindrücke zur Hardware. Im nächsten Teil geht es mit den Anwendungserfahrungen, der Kamera sowie den speziellen Funktionen des abgerundeten Display beim Galaxy S6 Edge weiter.


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