Nachdem ich im ersten Teil die Kamera des iPhone 6 Plus kurz vorgestellt hatte, geht es jetzt zuerst mit dem Thema Kamera weiter, bevor ich auf meine anderen Nutzungserfahrungen eingehe.

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iSight Kamera

Fotografieren

Auch beim iPhone 6 Plus ist Apple seiner Linie treu geblieben, nicht allzu viele Einstellmöglichkeiten in der Kamera zu integrieren. Das ist aber kein Nachteil, denn die Kamera überzeugt mich wirklich durch ihre Resultate bei Sonnenschein, Gegenlicht und Dämmerung.

Im ersten Teil habe ich bereits den optischen Bildstabilisator erwähnt. Aber auch bei der Bedienung gibt es ein paar Dinge, die ich kurz vorstellen möchte: Neu sind zum Beispiel der manuelle Belichtungsregler und der Autofokus reagiert deutlich schneller als früher. Das zwei sehr willkommene Verbesserungen beim Fotografieren – gerade wenn man sich etwas kreativ austoben will.

Mit dem Belichtungsregler kann man ein Foto oder Video im Vorschaubereich einfach durch hoch- oder runter-streichen auf dem Display heller oder dunkler machen. Zudem kann man durch Tippen den Bereich auswählen, auf den die Kamera scharf stellen soll.

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Screenshot Kamera iPhone 6 Plus: Fokus und Helligkeit

Im Vergleich zu Smartphones anderer Hersteller setzt Apple immer noch auf ein Bildverhältnis von 4:3. Zudem kann man auch direkt Bilder im quadratischen Format machen. Damit sind sie automatisch im richtigen Seitenverhältnis für Dienste wie Instagram. Die Kamera macht ausgewogene Bilder, die Farben werden nicht zu satt, sondern sehr natürlich dargestellt.

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Mit der Serienfunktion lassen sich viele Bilder in rascher Folge aufnehmen, so dass später den besten Schnappschuss auswählen kann. Bei Aufnahmen mit wenig Licht arbeiten Hardware und Software Hand in Hand, um zum trotzdem gute Fotos zu machen.

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Zudem stehen einem verschiedene Farbfilter zur Verfügung, die man bereits vor der Aufnahme auswählen kann. Wenn man möchte, kann man aber auch später in Ruhe die gemachten Bilder bearbeiten. Die Farbfilter stehen auch dann zur Auswahl, zudem kann man nachträglich die Helligkeit oder die Farbwiedergabe regeln, sowie den Bildausschnitt anpassen.

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Screenshot Kamera iPhone 6 Plus: Diese Farbfilter stehen zur Auswahl.

Auch die Panorama-Funktion kann sich sehen lassen, sie ist sehr einfach zu bedienen und liefert eine ausgeglichene Belichtung, auch wenn es wie hier Bereiche mit heller Sonne und dunklem Schatten hat.

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„Die Kamera macht mir sehr viel Spass – gerade weil sie einem beim Fotografieren die Arbeit abnimmt. Ich kann mich voll aufs Motiv konzentrieren, was bei dem grossen Display auch kein Problem ist.“ (Archangel von hitzestau.com)

Hier die wichtigsten technischen Daten zur Kamera auf der Rückseite:

  • 8 Megapixel
  • Blende ƒ/2.2
  • Autofokus mit Focus Pixels
  • Optische Bildstabilisierung
  • True Tone Blitz
  • HDR
  • Gesichtserkennung
  • Belichtungsregler
  • Panoramabild (bis zu 43 Megapixel)
  • Serienbildfunktion
  • Selbstauslöser
  • Geotagging

Videos aufnehmen

Einen optischen Leckerbissen, der auch besonders viel Spass macht, liefert die Video-Funktion mit der Möglichkeit, Slow-Motion Aufnahmen zu erstellen. Bei unserem Foto-Shooting mit Grafikkarten-Kühlern von Watercool und Karten von EVGA haben wir auf einem Brunnen in der Stadt dieses Videos aufgenommen:

Zeitlupenaufnahmen benötigen viel Licht, Tageslicht eignet sich dafür am besten, allein schon wegen der zur Verfügung stehenden Lichtmenge. Aber auch nach dem Eindunkeln liefert die Kamera mit der Zeitlupenfunktion überraschend gute Resultate, wie man bei diesem Beispiel aus der Basler Innenstadt gut sehen kann. Man sieht, wie die Beleuchtung der umliegenden Geschäfte ein Flackern erzeugt, das Licht des Brunnens selber jedoch nicht.

Die Aussen-Beleuchtung eines Strassencafes in der Basler Innenstadt lieferte ein weiteres Motiv, ein wahrhaftiges Spiel mit dem Feuer…

Mit der Zeitlupenfunktion kann man HD Videos in 720p aufnehmen – mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde. Damit bewegt sich das iPhone 6 Plus auf dem Niveau der GoPro 4, nur ist das Weitwinkel nicht so stark ausgeprägt. Ein kontinuierliche Autofokus sorgt für scharfe Bilder während der gesamten Aufnahme. Die Videostabilisierung hält das Bild zudem ruhig und schützt vor Verwacklern. In der Nachbearbeitung kann man den Teil des Videos auswählen, der in Zeitlupe wiedergegeben werden soll.

Einen Zeitraffer – also sozusagen das Gegenteil der Zeitlupe – beherrscht die Kamera ebenfalls. Man kann einstellen, in welchen Zeitintervallen das iPhone 6 Plus ein Bild aufnehmen soll. Wenn man den Zeitraffer benutzen will, muss man natürlich einen Ort finden, wo man das iPhone aufstellen oder fixieren kann.

Hier die wichtigsten technischen Daten zur Kamera:

  • 1080p HD Videoaufnahme (30 oder 60 Bilder pro Sekunde)
  • 3x Zoom
  • True Tone Blitz
  • Zeitlupenvideos (120 oder 240 Bilder pro Sekunde)
  • Zeitraffervideo
  • Cinematic Videostabilisierung
  • Kontinuierlicher Autofokus
  • Gesichtserkennung
  • Geotagging für Videos

Export

Das Aufnehmen von Fotos und Videos mit dem iPhone 6 Plus macht sehr viel Spass. Gerade Fotos lassen sich dann auch einfach wie oben beschrieben nachbearbeiten und versenden oder auf einem Social Network posten. Zudem kann man sie automatisch im Hintergrund in die iCloud hochpushen lassen. Wenn man die Bilder via das USB-Kabel auf den Rechner kopiert, werden allerdings nur die Bilder im Original-Zustand, also ohne irgendwelche Filter oder andere Veränderungen, übernommen.

Bei Videos ist es ähnlich, nur werden sie nicht in die iCloud hochgeladen. Bearbeitungen werden erst beim Export ins Video integriert, wenn man es zum Beispiel direkt auf YouTube hochlädt. Praktisch wäre es, wenn man auf dem Gerät selbst eine Kopie des Videos mit allen Anpassungen erstellen lassen könnte, um diese dann via Kabel auf einen Rechner rüberzuladen. Da die Bearbeitung von Videos auf dem iPhone etwas umständlich ist, kam für mich bei den oben gezeigten Videos schnell die Frage auf, wie man die Dateien vom iPhone „runter“ bekommt. Der Filter für Slow-Motion Wiedergabe lässt sich zum Beispiel nur an einer Stelle auf ein Video anwenden.

Die Videos in diesem Beitrag sind jedoch alle direkt auf dem iPhone 6 Plus nachbearbeitet. Der Upload auf YouTube in der vollen Auflösung ging wirklich sehr schnell, hier merkt man die Stärke von WLAN und Prozessor.

Akkuleistung

Generell bewerte ich die Akkuleistung des iPhone 6 Plus jedoch als sehr gut, denn der Akku hält länger als einen Tag durch. Auch wenn ich das Gerät intensive nutzen mit Surfen, Musik-Streaming und dem Display genügend Helligkeit gebe, ist der Akku abends nicht leer. Zudem muss ich nicht auf gewisse Funktionen verzichten oder sie bewusst abschalten, um den Akku zu schonen.

iOS 8

Mit iOS 8 kamen wie bei jeder neuen Version ein paar Veränderungen und Neuerung dazu. Ich möchte hier nur ein paar Dinge herausgreifen, die mir besonders gut gefallen haben.

Mit den neuen Features unter dem Stichwort „Continuity“ für iOS 8 und Mac OS X Yosemite rückte die Familie der Apple-Geräte noch näher zusammen. Das iPhone kann deshalb wie eine Art Kommunikationszentrale fungieren. Eingehende Anrufe kann ich auch direkt auf dem iPad abnehmen oder meine SMS vom MacBook Pro aus verschicken. Die iCloud als verknüpfendes Element zwischen mehreren Geräten gibt es ja schon länger, auch hier sind neue Funktionen dazugekommen. Für das Synchronisieren von Mails, Kalendereinträgen und Kontakten nutze ich jedoch die Microsoft Exchange-Funktionen aus unserer Office365-Lösung. Wenn man als Tester öfters mal von einem Gerät zum anderen wechselt, ist das eine sehr flexible Lösung. Nur damit es zu keinen Missverständnissen kommt: Um das iPhone 6 Plus in seinem vollem Funktionsumfang zu nutzen, braucht es kein weiteres Gerät von Apple. Auch Funktionen wie Updates von iOS, Apps und Backups gehen erledigt das iPhone 6 Plus unabhängig direkt übers WLAN. Manche Anwendungen, wie beispielsweise iCloud Drive funktionieren auch im Zusammenspiel mit einem Windows-PC.

Das iPhone ist immer noch bevorzugter Musik-Player, vor allem für unterwegs. Hier nutzte ich schon seit langem am liebsten den Dienst von Spotify. Musik Match.

Wie im ersten Teil angekündigt, will ich nochmals auf den Fingerscanner zurückkommen. Gerade bei 1 Password, einer App die ich sehr intensiv zur Verwaltung meiner Passwörter und Logins nutzen, ist das äusserst praktisch: Anstatt dem Masterpasswort kann man einfach den eigenen Finger verwenden (linker Screenshot).

Und wenn wir schon gerade bei 1Password sind. Für den Safari-Browser unter iOS gibt es ein Plug-In, welches das direkte Aufrufen und Einfügen von gespeicherten Logins erlaubt, ähnlich wie man es vom Desktop her kennt. Aufrufen kann man dies über das „Senden an“-Icon, wo aus man auch Zugriff auf AirDrop hat und die Möglichkeiten, Webseiten zu via Mail zu versenden oder an eine andere App zu schicken. Was mir hier gut gefällt ist, dass man die angezeigten Apps selber auswählen kann. Um das 1Password-Icon so anzuzeigen, wie auf dem Screenshot rechts unten, muss man die App installieren, die Anzeige via „Senden an“ aktivieren und das Icon ganz nach rechts ziehen.

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Fazit

Das iPhone 6 Plus ist ein sehr schönes und vielseitiges Gerät, ich kann ehrlich gesagt nichts negatives berichten. Es ist im positiven Sinn „vollgestopft“ mit Features. Gesamthaft gesehen, ist das iPhone 6 Plus gegenüber den Vorgängern eine wirklich rundum gelungene Weiterentwicklung – es gibt sich echt keine Blösse.

Für welche Grösse –also iPhone 6 oder iPhone 6 Plus – man sich entscheidet, ist schlussendlich Geschmackssache und hängt davon ab, was man alles mit dem Gerät machen möchte. Ich hoffe, dass dieser Erfahrungsbericht dafür ein paar Anregungen gegeben hat.

Inhaltsverzeichnis
Erfahrungsbericht mit dem Apple iPhone 6 Plus (Teil 1)
Erfahrungsbericht mit dem Apple iPhone 6 Plus (Teil 2)


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