Wenn wir auf unserem Blog über Smartphones schreiben, sind das meistens Premium-Geräte. Mit dem Acer Liquid Z6 Plus hatten wir die Möglichkeit, auch Erfahrungen im mittleren Preissegment zu machen -und ohne das Fazit schon vorweg nehmen zu wollen: Man bekommt viel Smartphone für relativ wenig Geld. Vorgestellt wurde das Liquid Z6 Plus bereits an der IFA 2016 in Berlin, seit ein paar Wochen ist es auch in der Schweiz erhältlich.


Acer Liquid Z6 Plus. Quelle: Acer

Gerät und Haptik

Alle Kanten des Gehäuses sind sehr schön abgerundet, das Acer Liquid Z6 Plus liegt gut in der Hand beim Telefonieren und beim Fotografieren. Das Design ist ebenfalls recht ansprechend. Die gesamte Technik ist durch einen Rücken aus Metall gut geschützt, der allerdings etwas das Gefühl von Plastik vermittelt. Der Übergang zur Displayabdeckung auf der Vorderseite ist tadellos. Einzig ein leichtes knirschendes Geräusch beim Drücken auf die Rückseite, was wir bei unserem Testgerät festgestellt haben, passt nicht ganz zum guten äusseren Gesamteindruck. Wie man auf dem unteren Bild gut sehen kann, besteht der obere und untere Teil des Rückens aus Kunststoff, der fliessend in den Rahmen übergeht, der das Display umrandet.


Acer Liquid Z6 Plus. Quelle: Acer


Acer Liquid Z6 Plus. Quelle: Acer

Acer hat Lautstärkeregler und den Powerknopf in der rechten Kante untergebracht. Die Knöpfe sind recht stabil und erfordern Druck bei der Bedienung. Der Homebutton ist oval und besitzt einen integrierten Fingerabdrucksensor. Auf der Rückseite befinden sich Blitz und Kamera-Linse, die flach ins Gehäuse integriert sind und nicht hervorstehen.

Technische Spezifikationen und Hardware

Technische Daten

Hier sind die wichtigsten technischen Daten zum Acer Liquid Z6 Plus:

  • Grösse: 153,6 x 75,4 x 8,5 mm
  • Gewicht: 170 Gramm
  • Akku: 4080 mAh / Lithium-Ion Akku (nicht austauschbar)
  • Display: 5.5 Zoll / IPS / Full HD 1980 x 1080 / Pixeldichte 401 ppi
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Datenspeicher: 32 GB
  • Speicherkarte: microSD
  • Prozessor: MediaTek Octa-Core MT6753 1,30 GHz
  • Hauptkamera: 13 MP / f/1.7, LED-Blitz
  • Vordere Kamera: 5 MP (fixer Autofokus)
  • Netz: 4G / LTE
  • WLAN: IEEE 802.11b/g/n
  • Anschlüsse: 3,5-mm-Stereo-Audio / Bluetooth 4.0 / Micro-USB
  • Betriebssystem: Android 6.0 „Marshmallow“
  • SIM-Karte: Nano-SIM (Dual Sim-fähig)

Display

Das Display überzeugt mit einer scharfen Darstellung von Texten. Die technischen Spezifikationen entsprechen genau denjenigen des aktuellen iPhone 7 Plus von Apple. Der Farbeindruck geht in Richtung kühle Farben. Das Liquid Z6 Plus verfügt über die so genannte BlueLightShield-Technologie von Acer. In den Display-Einstellungen kann man damit Farbton und Helligkeit anpassen.

Sound

Die eingebauten Lautsprecher haben bei lauter Musik die Neigung zum Überschlagen. Die Tonqualität bei Telefongesprächen ist gut.

Anwendungserfahrung

Betriebssystem und User Interface

Das Einrichten des Geräts nach dem ersten Einschalten ist nicht anders, als man es von anderen Android-Geräten gewohnt ist. Etwas irritierend bei der Inbetriebnahme ist jedoch, dass verschiedene Apps umfangreiche Zugriffsrechte einfordern, ohne dass man genau weiss, welche Funktionen sie erfüllen. So verlangt etwa eine App namens „Touch Pal“ den Zugriff auf die gespeicherten Kontakte, um diese ins Wörterbuch zu importieren. Wenn man Touch Pal nicht kennt, wird man logischerweise erstmal misstrauisch, weiterführende Erklärungen werden auch nicht angezeigt. Via Google haben wir uns dann schlau gemacht: Touch Pal ist eine Tastatur-App, die auf dem Gerät vorinstalliert ist. Sie beherrscht auch die Swype-Funktion.

Ebenfalls vorinstalliert ist die Anwendung Acer Liquid Home. Auch sie verlangt zusätzliche Zugriffsrechte, zum Beispiel auf den Kalender. Liquid Home fasst alle wichtigen Informationen aus Social Networks, News oder die eigenen Termine in einem Stream zusammen. Diesen erreicht man, wenn man auf dem Startscreen nach links wischt.

Ausgeliefert wird das Acer Liquid Z6 Plus mit Android 6 „Marshmallow“. Die Oberfläche orientiert sich sehr stark am Standard-Android von Google. So sieht der Home Screen direkt nach der ersten Inbetriebnahme aus:

Mit so genannter Bloatware, also vorinstallierten Anwendungen und Spielen, hat Acer sich leider nicht zurückgehalten. Alle Apps die man nicht möchte, lassen sich jedoch problemlos deinstallieren. Hier ein Blick in die Anzeige mit allen Apps:

Im Gesamteindruck ist das Acer Liquid Z6 Plus manchmal etwas hakelig, was dann in der Bedienung zu Fehlklicks führen kann. Manche Apps und Teile des Betriebssystems scheinen auch nicht ganz optimal aufs Gerät angepasst zu sein, manchmal überdecken Anzeigen von Menüs sich gegenseitig oder sind nicht aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Die gröbsten Schnitzer sind seit dem Beginn unseres Test schon durch ein Update behoben worden, geblieben ist zum Beispiel die Überlappung der On Screen-Buttons mit den Icons aus den Schnelleinstellungen.

Auch das Problem mit den in Englisch angezeigten Menütexten soll laut Acer mit einem Update behoben werden. Punkten kann das Liquid Z6 Plus allerdings mit einer guten Akkulaufzeit und es wird auch bei intensiver Benutzung nicht so warm wie manche andere Android-Geräte.

Beim Einrichten des WLAN haben wir etwas festgestellt, was wir auch schon bei anderen Geräten erlebt haben. Das Liquid Z6 Plus zeigt zwar das 2.4 GHz und das 5 GHz-Netz an, wirklich stabil ist bei uns aber nur das 2.4 GHz-Netz gelaufen. Beim 5 GHz-Netz kam es auch immer wieder zum Problemen beim Einbuchen.

Der Fingerabdrucksensor ist sehr praktisch, um das Gerät schnell zu entsperren. Beim ersten Eindruck und auch später via Einstellungen lassen sich mehrere Abdrücke hinterlegen. Beim Entsperren könnte die Erkennung allerdings etwas schneller und präziser sein.

Ein zusätzliches Feature in der Bedienung ist Quick Touch. Damit kann man bestimmte Apps direkt erreichen, wenn das Gerät gesperrt und das Display ausgeschaltet ist. Hat man Quick Touch aktiv, kann man beispielsweise mit dem Finger in der Form des Buchstabens C über das Display fahren und startet direkt die Kamera App.

Sinn macht Quick Touch allerdings nur, wenn man die Displaysperre ausgeschaltet hat, weil man sonst immer noch zusätzlich das Gerät entsperren muss.

Kamera

Die Kamera liefert unterm Strich eine zufriedenstellende Bildqualität, wenn man die Bilder hauptsächlich auf dem Gerät selber betrachtet oder via Social Networks online teilen will. Die vorinstallierte Kamera App verfügt über keine Slider, mit dem man vor der Aufnahme die Helligkeit anpassen kann, dies lässt sich nur via die Einstellungen vornehmen. Auslöser und Auto-Fokus reagieren nicht ganz schnell, wie man es manchmal gerne hätte.

Bei unkomplizierten Licht-Verhältnissen liefert sie die beste Bildqualität, wie Ihr an diesen Beispielaufnahmen sehen könnt. Das ganz rechte Bild ist etwas aufgehellt, wobei die stark sonnen beschienene Fassade schon fast zu hell rüberkommt.

Unser Tipp zum Fotografieren ist deshalb, eine andere App zu verwenden. Wir empfehlen FV-5, die wir auch schon auf anderen Android-Geräten getestet haben. Bei ihr kann man vor der Aufnahme direkt auf dem Display die Helligkeit einstellen. Generell kommt die App mit vielen Aufnahmesituationen besser zurecht und bietet eine bessere Bildqualität als die Standard Kamera. Dies merkt man besonders, wenn es helle und dunkle Bereiche im selben Bild hat.

Hier seht Ihr es im direkten Vergleich: Das linke Bild ist mit der FV-5 App aufgenommen, die hellen und dunklen Bereiche sind gut zueinander ausgeglichen. Das rechte Bild wurde mit der Standard-Kamera ausgenommen, das Treppengeländer im Vordergrund kommt zu dunkel rüber.

In der Dunkelheit oder bei schlechten Lichtverhältnissen aufgenommene Bilder werden schnell recht grobkörnig, wie man an diesem Beispiel sehr gut sieht. Die Stimmung ist allerdings recht gut eingefangen (aufgenommen mit FV-5).

Bei der Panorama-Funktion ist es uns auch mit mehrmaligen Versuchen nicht gelungen, ein ganz sauberes Bild zu erzielen. Man sieht sehr deutlich die Bereiche, die unterschiedlich hell sind und auch im Farbeindruck nicht gleich sind (aufgenommen mit der Kamera App).

Fazit

Das Acer Liquid Z6 Plus bringt alles mit, was ein Smartphone braucht. Ist man allerdings sonst den Umgang mit Premium-Geräten gewohnt, ist es echt schwer, für ein Fazit eine faire Balance zu finden.

Das Display gehört sicher zu den Highlights des Geräts. Die Verarbeitung ist bis auf das knirschende Geräusch, wenn man die Rückseite eindrückt, ohne Tadel. Dass der Fingerscanner nicht ganz so präzise und schnell arbeitet, muss man angesichts des Preises einfach akzeptieren. Dasselbe gilt auch für die Bildqualität der Kamera.

Das Betriebssystem macht nicht immer einen ganz fertigen Eindruck. Hier hat Acer noch Nachholbedarf. Gewisse Apps fordern Zugriffsrechte ein, die eigentlich für die Funktionalität zwingend erforderlich wären. Hier lässt Acer den User ohne hilfreiche Erklärungen stehen, das ist von Acer nicht sehr benutzerfreundlich gelöst. Sinnvoll wäre es, wenn Acer zudem ein Update auf Android 7 „Nougat“ planen würde.

Aber um es auf einen Nenner zu bringen: Mit dem Acer Liquid Z6 Plus bekommt man viel Smartphone für einen akzeptablen Preis.


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