Autor: Archangel

In diesem Beitrag komme ich auf das Thema Bluthochdruck zurück. Da sich meine Behandlung und Medikamenten-Umstellung etwas länger hinzieht als ursprünglich gedacht, möchte ich hier auf ein paar Fragestellungen rund ums Thema Bluthochdruck eingehen, mit denen ich mich auch selber auseinander gesetzt habe.

Bluthochdruck sollte man nicht auf die leichte Schultern nehmen, da er auf Dauer im Körper viel Schaden anrichten kann. Wenn es um die Frage geht, was man dagegen tun kann, geht es wie bei vielen Gesundheitsthemen schnell um die eigenen Essgewohnheiten und den persönlichen Lebensstil. Hier reagiere ich – und ich denke, da bin ich nicht der einzige – eher zurückhaltend, da viele der Gesundheits-Empfehlungen von Fachleuten und Institutionen oft einen belehrenden und sogar bevormundenden Unterton haben.

Ich werde mich daher bemühen, dies im folgenden so gut es geht zu unterlassen. Bei allen medizinischen Themen im Text beziehe ich mich übrigens auf die Informationen der Schweizerischen Herzstiftung.

Was ist Blutdruck?

Die Rede ist immer von BlutHOCHdruck, wobei der Blutdruck an sich lebenswichtig ist. Ohne ihn würde überhaupt kein Blut durch unsere Adern fliessen und unsere Organe mit Sauerstoff und Energie versorgen. Blutdruck entsteht, wenn der Herzmuskel sich zusammenzieht und das Blut in den Gefässen vorwärts befördert. Es ist also der Druck, den das Blut von innen auf die Wände der Arterien und Venen ausübt. In der Praxis bezieht man sich generell auf den Druck in den Arterien des Körper-Kreislaufs.

Wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut vorwärts befördert, steigt in den Arterien der Druck. Wenn sich das Herz anschliessend entspannt und sich mit Blut nachfüllt, geht in den Arterien der Blutdruck zurück. Er fällt aber nicht auf Null ab, denn die elastischen und muskulösen Arterienwände sorgen dafür, dass der Blutdruck auch zwischen den Pumpstössen des Herzens hoch genug ist, damit das Blut im Kreislauf ständig weiterbefördert wird. Daher gibt man beim Blutdruckmessen immer zwei Werte an:

  • Oberer oder “systolischer” Wert: Das Herz zieht sich zusammen und pumpt Blut in die Arterien. Der Blutdruck ist in diesem Moment am höchsten.
  • Unterer oder “diastolischer” Wert: Das Herz entspannt sich. Der Blutdruck ist in diesem Moment am niedrigsten.


Quelle: Schweizerische Herzstiftung

Angegeben werden die Blutdruck-Werte immer in mmHG (Millimeter Quecksilbersäule).


Blutdruck-Messung mit der Quecksilbersäule als Anzeige. Quelle: Shutterstock

Der Blutdruck ist nicht immer gleich hoch. Innerhalb von 24 Stunden schwankt der Blutdruck vor allem zwischen Tag und Nacht: Am Morgen mit dem Aufstehen steigt er an, anfangs Nachmittag sinkt er leicht ab, um am Abend wieder anzusteigen. In der Nacht während des Schlafs ist der Blutdruck am niedrigsten. Beeinflusst wird der Blutdruck von vielen Faktoren, unter anderem von:

  • Aufregung, Nervosität
  • Stress, Schmerzen, Angst
  • Körperliche Aktivitäten

Die Schwankungen des Blutdrucks werden in einem Zusammenspiel vom Nervensystem, den Hormonen, den Blutgefässen selbst und anderen Organen gesteuert.

Was ist Bluthochdruck?

Von Bluthochdruck – der medizinische Fachausdruck lautet Hypertonie – spricht man, wenn einer oder beide Messwerte wiederholt über 140 mmHg beim oberen und 90 mmHg beim unteren liegen. Eine einzelne Messung sagt aber noch nicht so viel aus, da der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt. Deshalb muss man zu verschiedenen Zeiten und an mehreren Tagen hintereinander messen, um die Grundlage für eine Diagnose zu haben. Da man sich beim Blutdruck wie bereits gesagt auf den Druck in den Arterien bezieht, spricht man auch oft von einer arteriellen Hypertonie.

Je nach Höhe der Messwerte werden verschiedene Schweregrade von Bluthochdruck unterschieden:

  • Erster Grad (leicht): 140–159 mmHg und/oder 90–99 mmHg
  • Zweiter Grad (mittel): 160–179 mmHg und/oder 100–109 mmHg
  • Dritter Grad (schwer): über 180 mmHg und/oder über 110 mmHg

Wie entsteht Bluthochdruck?

Wenn das komplexe System im Körper zur Regelung des Blutdruck aus der Balance gerät, kommt es zu Bluthochdruck. Das kann viele Ursachen haben, grundsätzlich unterscheidet man in der Medizin zwei Formen:

  • Primäre oder essenzielle Hypertonie
  • sekundäre Hypertonie

Bluthochdruck entwickelt sich meistens langsam, ohne dass man als Betroffener etwas davon merkt. Die meisten Menschen spüren keinerlei Symptome oder Beschwerden. Nur bei sehr stark erhöhten Blutdruckwerten deuten manchmal Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel, Müdigkeit oder Ohrensausen darauf hin, dass etwas nicht in Ordnung ist. Diese Symptome können aber auch andere Ursachen haben.

Sekundäre Hypertonie

Die sekundäre Hypertonie tritt bei nur rund zehn Prozent aller Bluthochdruck-Patienten auf. Man spricht von “sekundär”, weil der Bluthochdruck von einer anderen Erkrankung wie beispielsweise Nierenversagen oder einer Störung im Hormonhaushalt verursacht wird. Wenn man die verursachende Krankheit erfolgreich behandelt, verschwindet oft auch der zu hohe Blutdruck.

Primäre Hypertonie

Bei der sogenannten primären Hypertonie sind die Ursachen und Zusammenhänge etwas komplexer. Als Risikofaktoren gelten grundsätzlich das Alter und die erbliche Veranlagung – beides kann man natürlich nicht beeinflussen.

Im weiteren kommen Dinge dazu, die viel mit den eigenen Ess- und Ernährungsgewohnheiten und den persönlichen Lebensumständen zu tun haben. Es ist dieselbe Liste von Faktoren, die immer im Zusammenhang mit der Gesundheit aufgeführt werden. Wie stark sie einen Einfluss auf die Regulation des Blutdrucks im Körper haben, ist individuell verschieden:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Ernährung mit zu hohem Salzgehalt
  • Alkoholkonsum
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • bestimmte Medikamente

Wie misst man richtig den Blutdruck?

Nach viel Theorie kommen wir nun zum praktischen Teil, nämlich was man beachten muss, wenn man den Blutdruck misst. Um meinen Blutdruck zu messen, verwende ich seit einiger Zeit das EVOLV von Omron. Dieses habe ich Euch in einem separaten Erfahrungsbericht bereits vorgestellt.

Wichtig ist, dass man ein eigenes Messgerät hat, mit dem man sich wohlfühlt und die Manschette selber anziehen kann. Geräte für den Oberarm sind dabei zu bevorzugen, weil sie genauer sind als die Messung am Handgelenk. In der Schweiz werden Blutdruckmessgeräte leider nicht von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen, trotzdem sollte man sich für ein solides Marken-Gerät entscheiden.

Aus der eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass Blutdruckmessen viel mit Disziplin zu tun hat. Denn man sollte es nicht nur regelmässig – also genauer gesagt mehrmals pro Tag- machen sondern gleichzeitig auch noch viele andere Empfehlungen der Ärzte beachten. Aus meiner Sicht am wichtigsten ist, dass man von Anfang an ein System hat, wie man die gemessenen Werte protokollieren will – sonst nutzt der ganze Aufwand, den man betreibt, recht wenig. Das EVOLV von Omron nimmt einem da viel Arbeit ab, da es die Messungen immer in der Omron-eigenen Smartphone-App speichert. Damit spart man auch Zeit und vermeidet Fehler beim Aufschreiben der Werte.

Die Schweizerische Herzstiftung gibt folgende Tipps zum Blutdruckmessen, wobei dann natürlich jeder selber schauen muss, wie sich diese in den eigenen Tagesablauf integrieren lassen:

  • Mehrmals täglich und wenn möglich immer zur gleichen Uhrzeit messen
  • Vor der Messung fünf Minuten in Ruhe sitzen bleiben
  • Essen oder Trinken mindestens 30 Minute vor der Messung vermeiden
  • Auf den korrekten Sitz der Manschette achten. Manche Geräte zeigen an, ob die Manschette richtig sitzt oder nicht.
  • Den Arm am besten auf einen Tisch aufstützen und die Hand dabei in Herzhöhe halten.
  • Gemessene Werte (systolischer und diastolischer Wert / Puls) schriftlich protokollieren

Direkt nach dem Essen den Blutdruck zu messen, macht in der Tat keinen Sinn. Dann wird viel Blut zu den Verdauungsorganen geleitet und der Druck im Arm ist deshalb eher niedriger. Dasselbe gilt für das “schnell mal zwischendurch messen”: In der Alltags-Hektik ist der Blutdruck eher etwas zu hoch. Um aussagekräftige Werte zu bekommen, ist es daher schon sinnvoll, den Tipp mit ein paar Minuten vorher in Ruhe sitzen zu bleiben, auch zu befolgen.

Was sind die Folgen von Bluthochdruck?

Zu hohen Blutdruck sollte man nicht auf die leichter Schulter, auch wenn das regelmässige Messen noch so mühsam scheint. Wenn man sich informiert, was ein auf Dauer zu hoher Blutdruck im Körper alles anrichten kann, scheinen ein paar Minuten Zeitaufwand pro Tag auf ein Mal nicht zu viel zu sein.

Quelle: Shutterstock

Obwohl Bluthochdruck selten unmittelbar spürbare Beschwerden verursacht, schadet er dem Herzen und den Gefässen. Er gehört zu den Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten, denn wenn die Blutgefässe zu hohem Druck ausgesetzt sind, verdicken und verhärten sie sich. Dann kommt es zu unerwünschten Ablagerungen an den Innenwänden. Dieser Vorgang heisst Arteriosklerose und kann wiederum sehr viele ernste Beschwerden und Erkrankungen verursachen. Dazu gehören unter anderem Blutgerinnsel, Schlaganfälle, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen in den Organen.

Was kann man gegen Bluthochdruck tun?

Genauso vielfältig und komplex wie die Ursachen von zu hohem Blutdruck sind, lesen sich auch die Empfehlungen, was man dagegen tun kann. Abgesehen von der gezielten Einahme von vom Arzt verschriebenen Medikamenten, hat dies auch schnell mal mit Änderungen im persönlichen Lebensstil zu tun. Für viele Patienten – mich eingeschlossen – kann das aber schnell nach Bevormundung und Vorschriften machen tönen.

Ich habe deshalb hier die Empfehlungen der Schweizerischen Herzstiftung zusammengefasst, ohne sie weiter zu kommentieren. Die Empfehlungen haben natürlich einen direkten Zusammenhang mit den oben beschriebenen Ursachen von Bluthochdruck. Wie man für sich die einzelnen Punkte gewichtet oder wie sie zur eigenen Lebensrealität passen, muss jeder selber beurteilen.

  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten
  • Salzaufnahme einschränken
  • Alkoholkonsum mässigen
  • Übergewicht reduzieren
  • Sich regelmässig bewegen
  • Stress abbauen
  • Das Rauchen aufgeben
  • Hormonhaushalt kontrollieren (Schwangerschaftsverhütung, Wechseljahre)

Wenn man jedoch blutdrucksenkende Medikamente verschrieben bekommt, ist es wichtig, dass man diese regelmässig einnimmt und die Veränderung des Blutdrucks selber überwacht. Es kann eine Zeitlang dauern, bis man zusammen mit dem Arzt die besten Medikamente und die geeignete Dosis gefunden hat. Änderungen an der Dosierung oder das Absetzen eines Medikamentes sollte man aber auf jeden Fall vorher mit dem Arzt besprechen.

Abschlussüberlegungen

Ein Blutdruckmessgerät kaufen und benutzen kann jeder – Diagnose und Behandlung sollten meiner Meinung nach aber immer zusammen mit dem Hausarzt in Angriff genommen werden. Er kann durch zusätzliche Untersuchungen andere Krankheiten als Ursachen ausschliessen oder generell die Gesundheit des Herzmuskels durch einen Kardiologen überprüfen lassen.

Das regelmässige Messen – und ich bringe ehrlich gesagt auch nicht jeden Tag die gleiche Disziplin auf – hat mir bisher eine gewisse Sicherheit gebracht. Ich kann die Entwicklung der Werte gut selber dokumentieren. Auf die im vorangegangenen Beitrag ankündigten Arztbesuche werde ich dann in einem folgenden Beitrag nochmals eingehen.


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