Wie wir im ersten Teil unseres Erfahrungsberichts geschrieben hatten, stecken die grössten technischen Neuerungen beim iPhone 8 und 8 Plus im Inneren. Jetzt wollen wir uns anschauen, wie sich das für uns als Benutzer im Alltag bemerkbar gemacht hat. Für uns steht dabei die Kamera im Zentrum: Sie ist sozusagen das dritte Auge des Benutzers – und mit ihr sieht man beim diesjährigen iPhone definitiv anders: Bilder und Videos lassen sich in neuen Formaten speichern und die Kamera ist die Grundlage für einen neuen Anwendungsbereich, die Augmented Reality.

iOS 11

Wie bei jedem neuen Release, stecken auch in iOS 11 viele kleinere und grössere Neuerungen. Wir wollen hier nur auf ein paar Highlights eingehen:

Zu den auffallendsten Neuerungen gehört das rundum überarbeitete Control Center. Alle wichtigen Funktionen sind neu wieder auf einer Seite untergebracht, was es deutlich übersichtlicher macht. Unter iOS 10 war das Control Center zu überladen. Mit 3D Touch lassen zusätzliche Funktionen aufrufen. In den Einstellungen kann man es auf die persönlichen Präferenzen anpassen.

Was jedoch sehr verwirrend im neuen Control Center umgesetzt ist, sind die Funktionen zur Deaktivierung von WLAN und Bluetooth. Via Control Center wird nur die aktuell bestehende Verbindung gekappt. Will man WLAN oder Bluetooth generell abschalten, muss man nach wie vor via das normale Menü in den Einstellungen gehen.

Zudem haben viele Anwendungen wie Apple Pay, Music, App Store, Fotos und Messages sowie Siri Neuerungen erhalten. Im App Store gibt es neu Kategorien für Augmented Reality, und zwar unter Spiele und bei den allgemeinen Apps.

Die Kamera-App unter iOS 11 kann neu direkt QR-Codes erkennen. Dafür ist man nicht mehr wie früher auf eine Dritt-App angewiesen. Um einen QR-Code zu scannen, muss man nicht den Auslöser betätigen. Sobald die Kamera den QR-Code analysiert hat, wird am oberen Displayrand eine Mitteilung eingeblendet. Tippt man auf diese drauf, wird die codierte Aktion ausgeführt. Im Beispiel unten ist dies eine Websuche mit Safari.

Zudem machen sich beim Scannen von QR-Codes im Alltag die im A11-Chip integrierten Technologien zur Bildanalyse bemerkbar.

„Die Erkennung von QR-Codes ist mit dem iPhone 8 Plus schon beinahe beängstigend schnell geworden. Ich erlebe das immer wieder beim Einscannen, wenn ich den Carsharing-Dienst Catch a Car benutze.“ (Archangel von hitzestau.com)

Unter der Haube ist die grösste Neuerung sicher das ARKit, auf dessen Basis App-Entwickler ihre Augmented Reality Anwendungen bauen können. Auf unsere ersten Erfahrungen mit Augmented Reality werden wir weiter unten eingehen.

Bild-Formate und Codecs

Wer wie wir die Kamera des iPhone 8 viel und gerne benutzt, kann sich mit iOS 11 auf ein paar spannende Veränderungen einstellen. Apple unterstützt neu für Fotos und Videos das High Efficiency Image File Format, welches im Jahre 2015 von der Moving Picture Experts Group (MPEG) definiertet wurde. Es sind also nicht proprietäre Formate, die von Apple selber entwickelt wurden, wie man in Foren und Kommentaren immer wieder mal lesen kann.

In der Praxis bedeutet dies, dass man in den Einstellungen zur Kamera-App für das Aufnehmen von Fotos und Videos zwischen zwei Standards wählen kann.

  • High Efficiency: Bilder und Videos werden in den neuen Formaten aufgenommen. Bilder erhalten die Dateiendung .HEIC, Videos werden mit dem H.265 / HEVC-Codec aufgezeichnet.
  • Maximale Kompatibilität: Bilder werden wie bisher üblich als .JPG abgespeichert und Videos mit dem H.264-Codec aufgenommen

Die High Efficiency -Formate erlauben eine höhere Kompression bei gleichzeitig besserer Bildqualität und eine höhere Farbtiefe, was eine feinere Abstufung der Farben in einer Aufnahme zur Folge hat.

„Die bisherigen Bild- und Videoformate können mit den heutigen Technologien nicht mehr mithalten. Was nutzen Verbesserungen an den Kameralinsen, dem Autofokus oder HRD – wenn am Schluss immer ein JPG herauskommt, dass vor 25 Jahren entwickelt wurde?“ (Archangel von hitzestau.com)

Es sind also zukunftsorientierte Formate und auf dem iPhone kommen ihre Vorteile auch gut zur Geltung. Schwieriger kann es jedoch werden, wenn – mal ganz untechnisch gesagt – die Bilder und Videos das iPhone verlassen, also in irgendeiner Form exportiert werden. Hier ist man schnell damit konfrontiert, dass andere Betriebssysteme und Programme die Formate nicht unterstützen.

Um dem vorzubeugen, hat Apple einen Konverter eingebaut, der die Bilder und Videos automatisch in JPG oder H.264-Videos umwandelt, wenn das Gerät auf der Empfängerseite nicht in der Lage ist, mit den Formaten umzugehen. Dasselbe passiert auch beim Upload auf die verschiedenen Social Media-Plattformen. Mit der Konvertierung ist ein Qualitätsverlust verbunden, aber so stellt Apple sicher, das Bilder und Videos weiterhin wie gewohnt geteilt werden können.

Mit Umgang mit den High Efficiency-Formaten haben wir bezüglich Kompatibilität ein paar interessante Beobachtungen gemacht, die zeigen, dass sich aktuell keine glasklaren Regeln aufstellen lassen, in welchem Programm und mit welchem Betriebssystem diese dargestellt werden können. Als Grundsatz lässt sich aber sicher festhalten: Aktuelle Betriebssysteme und neuere Hardware machen den Umgang mit den Formaten einfacher.

Bleiben wir zuerst in der Apple-Welt: Offiziell setzt Apple iOS 11 und macOS 10.13 High Sierra voraus, um uneingeschränkt mit den Formaten arbeiten zu können. Trotzdem kann beispielsweise der VLC-Player auch dann keine Videos abspielen. Importiert man unter macOS Sierra die Inhalte via die iCloud Photo Library in Fotos, kann man die Bilder und Videos zwar anschauen, aber man bekommt in der rechten oberen Ecke einen Hinweis. Mit der Preview lassen sich die Bilder aber wiederum nicht öffnen.

Der Hinweis in Fotos führt auf diese Informationsseite von Apple, wo der Umgang mit HEIF- und HEVC-Dateien erklärt wird.

Vor allem bei den Videos fällt auf, dass die Qualität einiges schlechter ist als im Original auf einem Mac mit macOS High Sierra. Benutzt man die Exportfunktion aus Fotos, erhält man eine Datei, die man dann zwar unter macOS Sierra abspielen oder ansehen kann, aber auch hier muss man grosse Kompromisse in der Qualität machen.

Im folgenden Kapitel findet Ihr unsere Testbilder- und Videos, die Unterschiede zwischen Originalen im High Efficiency-Format und konvertieren Inhalten können wir aus technischen Gründen hier im Blog natürlich nicht 1:1 abbilden.

Eine Ausnahme stellt aktuell der mpv-Player für Videos dar. Er kann die Videos auch unter macOS Sierra abspielen. Das gilt auch unter Windows 10, ansonsten kann das Betriebssystem von Microsoft nicht mit den High Efficiency-Formaten umgehen. Auch bei Adobe Photoshop bleibt man als Anwender der neuen Formate aussen vor. Photoshop 2018 kann unter macOS High Sierra die .HEIC-Bilder öffnen, unter Windows 10 aber wiederum nicht. Wer seine gesamten Bilder und Videos in einer Software verwalten will, kann dies aktuell nur mit Apple Fotos unter macOS High Sierra tun. Programme wie Adobe Lightroom unterstützen die High Efficiency-Formate ebenfalls nicht.

Aber nicht nur Betriebssysteme und Programme spielen eine Rolle, auch die Hardware. Intel-Prozessoren der neueren Generationen (ab Skylake) haben die Unterstützung für die neuen Codecs integriert. Diese hardwareseitige Integration wirkt sich positiv auf Stromverbrauch und Wärmeentwicklung aus. Wenn der CPU die Funktionen softwaremässig emulieren muss, steigen Strombedarf und damit die Hitzeentwicklung.

Für dieses Review haben wir einen MacBook Pro 13-Zoll (Baujahr 2017) mit macOS High Sierra benutzt, um alle Bilder und Videos im Original-Format anzuschauen. Unser alter MacBook Pro (Baujahr 2010) kann zwar mit macOS High Sierra die Videos ebenfalls abspielen, aber nicht mehr ruckelfrei.

„Wer immer sagt, sein 5 oder 6 Jahre alter Computer reiche ihm immer noch völlig aus, kommt jetzt an eine Grenze.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Kamera: Fotos und Videos

Kommen wir nun zum eigentlichen Aufnehmen von Bilder und Videos. Wir konzentrieren uns dabei auf die Kamera-App von iOS 11 und das iPhone 8 Plus. Mit ihr kann man die beiden oben beschriebenen Datei-Formate aufnehmen, eine RAW-Unterstützung hat Apple leider bis heute nicht integriert. Wer RAW-Aufnahmen machen will, muss nach wie vor auf Apps von Drittanbietern ausweichen.

Das iPhone 8 Plus besitzt zwei getrennte Kamerasysteme: Eine Weitwinkellinse, wie sie bei Smartphones üblich ist, und eine Telelinse. Das iPhone 8 verfügt nur über eine Weitwinkel-Kamera.


Dual-Kamera Apple iPhone 8 Plus. Quelle: Apple

Durch das Zusammenspiel der beiden Kameras beim iPhone 8 Plus  bekommt man mehr Möglichkeiten für Effekte. Letztes Jahr war es der sognannte Portraitmodus, der bei Aufnahmen von Personen oder Gegenständen den Bildhintergrund unscharf verschwimmen liess. Dieses Jahr erweitert Apple den Portraitmodus mit der Funktion Porträtlicht. Sie ergänzt durch Berechnungen im Kamerachip die Portraitaufnahmen mit verschiedenen Beleuchtungsarten, die sonst mit Studioblitzen erzielt werden. Diese basieren auf Technologien, die für die Gesichtserkennung beim iPhone X (Face ID) und für AR-Anwendungen entwickelt wurden.

Ansonsten hat Apple die Kamera in vielen Aspekten weiterentwickelt, vor allem was Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnisse betrifft. Die Kameras verfügen beide über eine Auflösung von 12 Megapixeln. Die Weitwinkellinse verfügt über einen optischen Bildstabilisator, bei der Telelinse muss man sich mit dem softwareseitigen Stabilisator begnügen.

Die hier folgenden Testbilder haben wir alle in der Einstellung „maximale Kompatibilität“ als JPG-Bilder aufgenommen. HDR war dabei immer aktiviert. Sie sind wie immer nicht nachbearbeitet, sondern nur in der Grösse angepasst (mit Adobe Lightroom Classic CC). Alle hier gezeigten Testbilder und -Videos könnt Ihr am Ende des Beitrags herunterladen.

Diese vier Bilder zeigen grundsätzlich den Unterschied zwischen Weitwinkel- und Telelinse.


Bei Sonnenlicht und aktiviertem HDR entstehen Bilder mit sehr satten Farben, die jedoch immer natürlich bleiben und nicht überzeichnet wirken. Bei den Bildern, die mehr oder weniger direkt gegen die Sonne aufgenommen sind, sieht man gut die Lensflares. Auch die grünen Punkte sind ein Resultat vom Gegenlicht.


Aber auch bei Motiven im Nahbereich liefert das iPhone 8 Plus hervorragende Ergebnisse.

Die neue Funktion Portrait-Licht erweitert nicht nur die Möglichkeiten beim Fotografieren von Personen, sondern lässt sich kreativ auch auf andere Motive anwenden. Hier haben wir etwas herumgespielt: Das linke Bild zeigt die Motorhaube eines alten Buick-Modells, im rechten Bild ist die Kühlerfigur mit Portrait-Licht vor dunklem Hintergrund optisch freigestellt.

Bei der Nahaufnahme von einer Rose kann man mit dem Portrait-Modus den Hintergrund bewusst in der Unschärfe verschwimmen lassen (links) und sie dann vor schwarzem Hintergrund komplett freistellen (rechts).

Für die nun folgenden Bilder haben wir das High Efficiency-Format verwendet. Sie sind an der Basler Herbstmesse beim Eindunkeln aufgenommen worden. Dank HDR schafft die Kamera auch hier einen sehr guten Ausgleich zwischen den hellen Lichtern der Bahnen und dem Hintergrund.

„Die Bilder wirken dadurch sehr natürlich. Das Bild mit den rot angeleuchteten Wolken mag kitschig aussehen, aber genau so hat es in dem Moment in Wirklichkeit ausgesehen.“ (Archangel von hitzestau.com)

Die Schärfe ist überraschend gut und auch das Bildrauschen, sonst typisch für Aufnahmen bei wenig Licht, hält sich sehr in Grenzen. Die iPhone-Kamera arbeitet trotz wenig Licht mit erstaunlich niedrigen ISO-Werten (160 ISO). Die Bilder sind hier als konvertierte JPG-Dateien wiedergegeben.

Die beiden Videos sind mit 4K-Auflösung bei 60 fps (H.265 / HEVC) aufgenommen. Um sie bezüglich Qualität beurteilen zu können, haben wir sie dem iPhone 8 Plus und dem bereits erwähnten MacBook Pro (Baujahr 2017) abgespielt. Für den Upload auf YouTube um sie hier in den Blog einzubinden, sind sie automatisch konvertiert worden, und zeigen somit nicht die ursprüngliche Bildqualität.

Im Originalformat beeindrucken die Videos trotz der schwierigen Lichtverhältnisse in der Schärfe, die schnellen Bewegungen werden flüssig dargestellt. Die Farben sind intensiv, auch der Himmel im Hintergrund kommt im ersten Video sehr gut zur Geltung. Auch die Stroboskop-Blitze überfordern den Chip nicht.

Auf Grund unserer Erfahrungen im Umgang mit den „alten“ und den High Efficiency-Formaten würden wir es begrüssen, wenn Apple die Einstellungen für das Aufnehmen von Bilder und Videos trennen würde. Zudem wäre es sinnvoll, auch in der eigenen Kamera-App das RAW-Format zu unterstützen.

„Bei Apple heisst es doch immer We love photos… warum kann man die Einstellungen für das Aufnehmen von Bilder und Videos nicht trennen? Zudem wäre es sinnvoll, auch in der eigenen Kamera-App das RAW-Format zu unterstützen. Dann hätte man alle Formate in einer App versammelt und könnte sie zielgerichtet einsetzen.“ (Archangel von hitzestau.com)

Augmented Reality

Beim Thema Augmented Reality kommen verschiedenen Aspekte des iPhone 8 Plus zusammen: Die Kamera, das maschinelle Lernen und andere Features, die im A11 Bionic Chip integriert sind. Mit iOS 11 hat Apple dafür die Basis auf den Smartphones und Tablets gelegt. Hardwareseitig ist mindestens ein iPhone SE oder 6s erforderlich, der A11 Bionic Chip des iPhone 8 / 8 Plus ist natürlich am besten auf die neuen Anwendungen ausgelegt. Aber auch der Input der verschiedenen Sensoren (Gyrosensor, Beschleunigungssensor u.a.) wird genutzt. Der integrierten Kamera kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu, denn sie muss die reale Umgebung einfangen und möglichst viele Informationen an die AR-Anwendungen weitergeben können.

„Mit der Kamera als drittem Auge und den digitalen Elementen, kann man mit Augmented Reality Dinge sehen, die nicht real sind. Das kann ein Sessel von IKEA sein – oder ein Dinosaurier.“ (Archangel von hitezstau.com)

 


Monster Park: Dinosaurier Welt. Quelle: Apple

Seit „Pokemon Go“ ist zwar erst etwas über ein Jahr vergangen, aber Augmented Reality-Anwendungen, die auf eine Verknüpfung von realer und digitaler Welt setzen, sind daran die Smartphones zu erobern.

Visuell am spektakulärsten tun dies natürlich die diversen AR-Spiele, die bereits veröffentlich wurden oder angekündigt sind. Dazu gehört auch der Titel The Machines von Directive Games, welches bereits bei der iPhone 8-Vorstellung an der Keynote gezeigt wurde. Da die Kombination von Realität und digitaler Spielwelt schwer zu beschreiben ist, haben wir hier das offizielle Video von Directive Games eingebunden.

Ein ganz einfaches Spiel, welches auch für kurzweilige Unterhaltung sorgt, ist Zombie Gunship Revenant AR.


ZG Revenant AR. Quelle: itunes.apple.com

Aber Augmented Reality funktioniert auch im Kleinen. Zu den ersten AR-Apps, die wir uns heruntergeladen haben, gehörte MeasureKit. Damit lassen sich Objekte in der Umgebung sowie Personen ganz einfach vermessen.


Quelle: measurekit.com

„MeasureKit ist witzig, man kann wirklich so gut wie alles vermessen, auch Winkel. Manchmal fehlt allerdings die Präzision, wobei das ist nur eine Frage der Zeit und der technischen Weiterentwicklung.“ (Monk-Trader von hitzestau.com)

Aber auch das Onlineshoping-Erlebnis wird sich mit AR verändern. IKEA Place erlaubt es auf eine spielerische Art, in einen mit der Kamera aufgenommen Raum verschiedene Möbel aus dem IKEA-Katalog virtuell zu platzieren und einen ersten Eindruck zu gewinnen.


IKEA Place. Quelle: itunes.apple.com

„Aktuell mag die spielerische Komponente von AR im Vordergrund stehen. Wie immer mit neuen Technologien ist es eine Mischung aus Berührungsängsten und der Suche nach dem konkreten Nutzen und Mehrwert. Es ist aber spannend zu sehen, was sich Entwickler noch alles ausdenken.“ (Archangel von hitzestau.com)

Augmented Reality erlebt aktuell ein schnelles Wachstum, im App Store kommen laufend neue Apps hinzu.

Fazit

Das iPhone 8 Plus ist ein erstklassiges Smartphone, das gilt für die Software und Hardware. Verarbeitungsqualität, Performance und Display-Qualität sind wie von Apple gewohnt auf hohem Niveau und sind nur schwer zu übertreffen. Zudem verfügt Apple über ein ausgereiftes und attraktives Ökosystem. Der Arbeitsspeicher mit 3 GB beim iPhone 8 Plus ist allerdings eher sparsam bemessen. Und wer gerne viele Videos in 4K-Auflösung aufnehmen will, greift lieber direkt zur 256 GB-Version. Dass das Schnellladen nicht mit dem mitgelieferten Netzteil funktioniert, ist unverständlich, man ist eigentlich gewohnt, dass die Hersteller ein passendes Netzteil beilegen. Mit dem Qi-Standard für kabelloses Aufladen rundet Apple das iPhone 8 und 8 Plus um eine Funktion ab, welche Mitbewerber schon seit Jahren integriert haben.

Trotzdem hat es das iPhone 8 diesen Herbst eher schwer am Markt – der ohnehin schon sehr stark gesättigt ist – zu bestehen: Mit dem iPhone X steht schon ein hausinterner Mitbewerber in den Startlöchern.

Das iPhone 8 enthält viele technische Neuerungen und Weiterentwicklungen, zum Teil für Technologien und Anwendungen, die sich im Alltag erst etablieren müssen. Diesen Mehrwert den potentiellen Kunden zu vermitteln, ist alles Anderes als einfach. Parallel dazu fährt Apple eine Preisstrategie, welche die Smartphone-Preise von Jahr zu Jahr in neue Höhen treibt.

Der Kamera haben wir in unserem Erfahrungsbericht eine zentrale Stellung eingeräumt. In Verbindung mit den Technologien, die im A11 Bionic Chip stecken, ermöglicht sie neue Anwendungsbereiche wie Augmented Reality – und zwar mit einer beeindruckenden Leistung. Dieselbe Beobachtung gilt auch für das Aufnehmen von Videos und deren flüssige Darstellung beim Abspielen in einer 4K-Auflösung bei 60 fps.

Es ist zwar sehr löblich, dass Apple dem Smartphone-Fotografen die neuen High Efficiency-Formate in die Hand gibt, aber es erfordert vom Anwender auch einen Spagat, der nicht so einfach zu lösen ist: Wie möchte ich zukunftsorientiert Bilder und Videos mit dem Smartphone aufnehmen? Was für Möglichkeiten habe ich aktuell, die Inhalte losgelöst vom iPhone zu bearbeiten und zu verwalten? Die geringe Verbreitung der Formate ist hier ein reales Problem, aktuell kann man sich nur innerhalb des Apple-Ökosystems (iOS 11 / macOS 10.13 High Sierra / Fotos-App / iMovie ab 10.1.7 / Final Cut Pro X ab 10.4) mit den High Efficiency-Formaten bewegen. Eine Trennung der Einstellungen für Bilder und Videos sowie die Unterstützung von RAW in der eigenen App würden die Handhabung der Formate für den Benutzer einfacher machen.

Zum Herunterladen

Die unbearbeiteten Original-Bilder und -Videos könnt Ihr hier herunterladen:

  • Alle Fotos (.zip Datei / rund 82 MB gross)
  • Video „Break Dance““ (.zip Datei / rund 960 MB gross)
  • Video „Swing Up“ (.zip Datei / rund 1.3 GB gross)

Die Bilder sind entweder im JPG- oder HEIF-Format, je nachdem wie wir sie aufgenommen haben. Die Videos sind als 4K / H.265 / HEVC-Format vorhanden. Zum Abspielen der Videos empfehlen wir den mpv-Player. Alle Aufnahmen sind nur zur privaten Verwendung bestimmt und dürfen nicht weiterverbreitet oder veröffentlicht werden.

Inhaltsverzeichnis

Apple iPhone 8 Plus (Teil 1): Gerät und Technik
Apple iPhone 8 Plus (Teil 2): Das dritte Auge


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